Stimmungstief, Wochen

Stimmungstief im November: Ab zwei Wochen Beschwerden ärztlich abklären

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Artikel stellt pflanzliche Mittel, Ernährung, Bewegung und Licht vor und grenzt saisonale Verstimmung von einer Depression ab.
Amberfarbene Glasflaschen mit ätherischen Ölen und getrocknete Lavendelzweige auf einem Holztisch im sanften Herbstlicht. Illustration mit AI erstellt.

Wenn die Tage im Spätherbst spürbar kürzer werden, setzt bei vielen Menschen ein saisonales Tief ein. Über ganzheitliche Methoden gegen diese Erschöpfung informiert die Heilpraktikerin und Apothekerin Petra Kropf am Donnerstag, 5. November, um 19 Uhr in den Lebensräumen für Jung und Alt (Balgfeld 4) in Oberhausen.

Unter dem Titel „Novemberblues – Wege aus dem Stimmungstief“ widmet sich die Veranstaltung naturheilkundlichen Möglichkeiten, um Antriebslosigkeit und Müdigkeit zu begegnen.

Behandelt werden dabei unter anderem der Einsatz von Heilpflanzen, ätherischen Ölen, Wasseranwendungen sowie eine jahreszeitengerechte Ernährung. Anmeldungen nimmt die Referentin unter der Telefonnummer 01522/691-735-7 entgegen.

Pflanzliche Impulse und gezielte Mikronährstoffe

Das Phänomen der saisonalen Niedergeschlagenheit betrifft viele Menschen: Berichten zufolge erlebt im November etwa einer von zehn Menschen einen solchen sogenannten Herbst-Dip. Auslöser sind vor allem kürzere Tage und der Mangel an Sonnenlicht, was zu einem Absinken des Serotoninspiegels und einer verstärkten Ausschüttung von Melatonin führt. Ergänzend sinkt mit schwindendem Licht die Progesteronproduktion, während Kortisol zunehmen kann.

Zur gezielten Linderung empfehlen Experten unter anderem die Aromatherapie, da der Geruchssinn unmittelbar mit dem limbischen System verbunden ist. Düfte wie Zitrone oder Bergamotte können Energie spenden, Eukalyptus und Pfefferminze Frische vermitteln, während Vanille, Sandelholz und Lavendel beruhigend oder stresslindernd wirken. Ätherische Öle sollten dabei in hoher Qualität und streng nach Dosierungsempfehlungen genutzt werden.

Auch die Phytotherapie bietet Ansatzpunkte: Der Pharmazeut Xavier Goffart verweist auf positive Studienergebnisse zu Rhodiola rosea bei kognitiver Erschöpfung und stressbedingter Fatigue. Als Dosierung nennt er 400 bis 600 Milligramm täglich beziehungsweise als Tinktur 30 Tropfen am Morgen sowie bei Bedarf 20 Tropfen gegen 12 Uhr.

Beim Nährstoffhaushalt decken 40 Milligramm Vitamin C den Tagesbedarf, während für Magnesium täglich 300 Milligramm für Frauen und 380 Milligramm für Männer – idealerweise am späten Nachmittag oder zum Abendessen – angeraten werden.

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Konzepte der Traditionellen Chinesischen Medizin

Aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) steht der Herbst fĂĽr das Element Metall und die Funktionskreise Lunge und Dickdarm, wobei das Yin zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Muster wie ein Mangel an Qi, Blut oder Yin sowie Qi-Stagnationen beschreiben traditionelle Erklärungsmuster für Müdigkeit. Trockenheit belaste in dieser Zeit die Lunge, was sich in trockener Haut, Husten oder Verstopfung zeigen könne.

Fachleute der TCM empfehlen daher befeuchtende Nahrungsmittel wie Birnen, Mandeln, gekochte Äpfel, Reisbrei und Suppen, ergänzt durch warme Mahlzeiten, feste Tagesrhythmen, Atemübungen und sanfte Bewegungsmethoden wie Qigong oder Tai-Chi. Für Akupunktur existieren wissenschaftliche Untersuchungen, die Wirksamkeit ist jedoch nicht für alle Anwendungsgebiete gleichermaßen belegt.

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Bewegung, Licht und medizinische Abgrenzung

Körperliche Aktivität im Freien gilt als zentraler Baustein gegen das saisonale Stimmungstief. Eine französische Studie mit 64 Erwachsenen mit mittelschweren bis schweren Depressionen untersuchte den Effekt von zweimal wöchentlich einstündigem, angeleitetem Nordic Walking über zehn Wochen.

Bei den Teilnehmenden sanken die Depressionswerte bereits nach fĂĽnf Wochen signifikant, bedingt durch den moderaten aeroben Pulsbereich von etwa 65 bis 75 Prozent der Maximalherzfrequenz, Tageslicht und einen rhythmischen Kortisolabbau.

Medizinerinnen wie Juliane Meiners und Tine Vandenabeele betonen jedoch die Grenze zwischen einem harmlosen Winterblues und einer echten saisonal abhängigen Depression (SAD), von der beispielsweise in Flandern etwa 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Eine klinische Diagnose erfordere wiederkehrende Episoden über mindestens zwei Jahre.

Halten Antriebslosigkeit oder depressive Symptome länger als zwei Wochen unverändert an, ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung erforderlich. Neben Tageslichtlampen mit mindestens 10.000 Lux stehen bei nachgewiesenen Erkrankungen auch digitale Gesundheitsanwendungen zur Verfügung.

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