Stress und Ernährung: 71% der Österreicher essen unter Belastung
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 18:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Stress verändert das Essverhalten von 71 Prozent der Österreicher. Besonders betroffen: die Generation Z.
Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Marketagent unter 1.500 Personen. Während 84 Prozent der jungen Erwachsenen ihre Ernährung durch Belastung beeinflusst sehen, sind es bei den Babyboomern nur 40 Prozent.
Snacking als Stressbewältigung
Jeder vierte Befragte greift in intensiven Arbeitsphasen zu Snacks. Die Hälfte isst täglich zwischen den Hauptmahlzeiten. Bei der Produktwahl zählen vor allem Geschmack (96 Prozent) und Preis-Leistung (90 Prozent).
Parallel dazu boomen proteinreiche Produkte. Zwar nimmt jeder zweite Österreicher diesen Trend wahr – in der Generation Z konsumieren bereits 70 Prozent wöchentlich entsprechende Lebensmittel.
Psychische Belastung am Arbeitsplatz
Die veränderten Essgewohnheiten sind kein Zufall. Laut einer PwC-Studie unter über 1.000 Erwerbstätigen berichten 63 Prozent von zunehmender psychischer Belastung. Bei Menschen mit Pflegeverantwortung steigt der Wert auf 83 Prozent.
Was hilft? Gute Zusammenarbeit (32 Prozent), Flexibilität (32 Prozent) und Wertschätzung (26 Prozent) nennen die Befragten als wichtigste Faktoren für ihre Arbeitsfähigkeit.
Ein DAK-Bericht für das erste Halbjahr 2026 untermauert die Entwicklung: Psychische Erkrankungen sind mit einem Plus von neun Prozent der häufigste Grund für Fehlzeiten. Die durchschnittliche Krankheitsdauer liegt bei 9,7 Tagen.
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Was im Körper passiert
Dauerstress erhöht den Cortisolspiegel – das begünstigt die Einlagerung von viszeralem Fett. Die Forschung zeigt zudem: Die individuelle Stressanfälligkeit lässt sich nicht allein durch die Amygdala erklären. Komplexe Hirnnetzwerke sind beteiligt, wie eine Studie in Nature Communications an über 400 Erwachsenen belegt.
Auch Süßstoffe geraten in den Fokus. EU-zugelassene Alternativen können die Darmflora verändern und die Glukoseaufnahme um bis zu 20 Prozent steigern. Die GLP-1-Antwort – ein Hormon für das Sättigungsgefühl – sinkt dabei um 34 Prozent. Für Aspartam besteht zudem eine Einstufung als möglicherweise krebserregend in Bezug auf Leberkrebs.
Gemeinsam essen verbindet
Trotz aller Stressfaktoren bleibt das soziale Essen bedeutend. Eine YouGov-Umfrage von Januar bis Februar 2026 zeigt: 71 Prozent der Deutschen sehen gemeinsame Zeit als Stärkung für das emotionale Wohlbefinden. Für 63 Prozent wirkt gemeinsames Essen verbindend.
Gleichzeitig verbreiten sich in sozialen Medien neue Trends wie „Fibermaxxing“ – die massive Steigerung des Ballaststoffkonsums. Ernährungsexperten warnen vor zu schneller Umstellung: Blähungen und Bauchschmerzen drohen. Das EU-Projekt FOOD-FRAMES untersucht bis 2029 die Auswirkungen solcher Ernährungs-Desinformation.
Neue Therapieansätze
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Die medizinische Forschung entwickelt neue Strategien gegen stressbedingte Erkrankungen. Eine Analyse in JAMA deutet darauf hin, dass SGLT2-Hemmer das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken können. Bei behandlungsresistenten Depressionen zeigt eine ketogene Diät leichte Verbesserungen – so das Ergebnis einer Studie vom Februar 2026.
Und Bewegung hilft: Bereits 7.000 Schritte täglich senken laut Untersuchungen aus dem Jahr 2025 das Demenzrisiko.
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