Stressabbau: 4-7-8-Atmung wirkt wie biologischer Not-Aus-Knopf
13.06.2026 - 02:03:14 | boerse-global.de
Physiotherapeutin Friederike Reumann schwört auf die 4-7-8-Methode. Vier Sekunden einatmen, sieben Sekunden halten, acht Sekunden ausatmen. Klingt banal, wirkt aber wie ein „biologischer Not-Aus-Knopf“ fürs Nervensystem. Auch die Ujjayi-Atmung aus dem Yoga – ein Atem, der wie Meeresrauschen klingt – soll kurzfristig den Stresspegel senken.
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Resilienz ist kein Charakterzug mehr
Die Forschung hat umgedacht. Psychische Widerstandsfähigkeit ist kein angeborenes Merkmal, sondern trainierbar. Prof. Dr. Jana Strahler von der Universität Freiburg betont: Regeneration gehört fest ins Leistungstraining – besonders bei Athletinnen.
Die Psychologin Donya Gilan hat Strategien für den Berufsalltag unter Druck identifiziert. Ihr historisches Beispiel: Steve Jobs. Nach seinem Rauswurf bei Apple 1985 gründete er NeXT, kehrte Ende der 90er zurück und führte den Konzern in die Gewinnzone. Anpassungsfähigkeit und Zielorientierung – das macht den Unterschied in Krisen.
Selbstwirksamkeit schlägt Talent
Prof. Dr. Christoph Desjardins von der Frankfurt University of Applied Sciences hat Erfolgsfaktoren analysiert, die für Profifußballer und Führungskräfte gleichermaßen gelten. Zwei Punkte stechen heraus:
- Selbstwirksamkeit: Das Vertrauen, Herausforderungen meistern zu können. Vorgesetzte und Trainer können das durch Wertschätzung fördern.
- Energiemanagement: Wer seine unbewussten Energiesparmodi erkennt, kann Ressourcen gezielt für Hochleistungsphasen einsetzen.
Desjardins‘ Rat für die Praxis: Teams nicht nach langfristigem Talent auswählen, sondern nach aktueller mentaler Verfassung.
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Smartwatches messen das Fußballfieber
Die Digitalisierung macht Stress messbar. Die Universität Bielefeld untersucht im Rahmen der Fußball-WM 2026 Herzfrequenz, Stresslevel und Schlafqualität von Teilnehmern – per Smartwatch. Projektleiterin Christiane Fuchs will so das „Fußballfieber“ quantifizieren.
Eine Vorgängerstudie zum DFB-Pokal-Finale 2025 lieferte bereits beeindruckende Zahlen: Torerfolge ließen den Puls von Stadionbesuchern um bis zu 36 Prozent steigen. TV-Zuschauer blieben deutlich gelassener.
Magnetwellen gegen Depressionen
Im klinischen Bereich geht es um schwerere Fälle. Das Zentrum für Neuromodulation der Universität Regensburg testet unter Dr. Andreas Reißmann die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS). Magnetwellen stimulieren gezielt den dorsolateralen präfrontalen Kortex – eine Region, die bei Depressionen oft unteraktiv ist.
Die aktuelle Studie vergleicht eine einwöchige Intensivtherapie mit mehrwöchigen Standardverfahren. Erste Ergebnisse könnten die Behandlung therapieresistenter Depressionen revolutionieren.
Jonglieren gegen den Mental Load
Das Thema erreicht auch die breite Gesellschaft. Mitte Juni 2026 veranstaltet Wiesbaden ein Familienfest mit Vorträgen von Experten wie Lukas Klaschinski und Laura Fröhlich. Ihr Fokus: Strategien gegen die tägliche Organisationslast in Familien und Beruf.
Und dann ist da noch das Jonglieren. Die koordinative Übung soll Konzentration und Fokus fördern – und die kognitive Leistungsfähigkeit spielerisch stärken. Vielleicht der einfachste Trick von allen.
