Tomaten, Soja

Tomaten und Soja: Studie belegt starke Reduktion von Entzündungen

30.05.2026 - 11:30:18 | boerse-global.de

Eine US-Studie zeigt, dass ein Tomaten-Soja-Getränk Entzündungsmarker senkt. Zudem belegt eine Metaanalyse den positiven Effekt von Hülsenfrüchten auf den Blutdruck.

Tomaten und Soja: Studie belegt starke Reduktion von Entzündungen - Foto: über boerse-global.de
Tomaten und Soja: Studie belegt starke Reduktion von Entzündungen - Foto: über boerse-global.de

Das belegt eine aktuelle Studie der Ohio State University, die im Fachjournal Molecular Nutrition & Food Research veröffentlicht wurde.

Studie belegt Rückgang von Entzündungsmarkern

Forscher der Ohio State University untersuchten die Wirkung eines Tomaten-Soja-Getränks auf Erwachsene mit Übergewicht. Zwölf Teilnehmer konsumierten vier Wochen lang täglich zwei Portionen des Safts – rund 170 bis 180 Milliliter pro Portion. Das Getränk bestand aus lycopinreichen Tomaten und einem Soja-Isoflavon-Extrakt.

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Die klinischen Ergebnisse zeigten eine signifikante Reduktion von drei entzündungsfördernden Botenstoffen: Interleukin-5 (IL-5), Interleukin-12p70 und GM-CSF. Auch die TNF-?-Werte sanken, allerdings nicht statistisch signifikant. Das Team um Forscherin Cooperstone plant nun eine klinische Studie zur Anwendung bei Bauchspeicheldrüsenentzündungen.

Soja und Hülsenfrüchte senken Bluthochdruck-Risiko

Eine Metaanalyse, Ende Mai 2026 im BMJ Nutrition Prevention & Health erschienen, untermauert die positiven Effekte von Soja und Hülsenfrüchten auf die Herzgesundheit. Demnach kann der regelmäßige Verzehr das Risiko für Bluthochdruck deutlich senken.

Die stärkste Wirkung zeigte sich bei einer täglichen Aufnahme von rund 170 Gramm Hülsenfrüchten oder 60 bis 80 Gramm Sojaprodukten. Das Risiko sank um bis zu 30 Prozent. Die Empfehlungen für eine herzgesunde Ernährung liegen bei 65 bis 100 Gramm pro Tag. Doch der durchschnittliche Europäer konsumiert lediglich 8 bis 15 Gramm täglich – weit unter dem empfohlenen Wert.

Ernährung beeinflusst chronische Entzündungen

Weitere Forschungsergebnisse aus dem Mai 2026 zeigen, wie die Ernährung das Mikrobiom und chronische Erkrankungen beeinflusst:

  • Magen-Darm-Gesundheit: Professor Dr. Henit Yanai vom Rabin Medical Center betonte Ende Mai, dass Ernährungstherapie vielversprechend bei milden Formen von Morbus Crohn ist. Eine Studie der Juni-Ausgabe von Food Research International deutet zudem darauf hin, dass eine Methionin-Reduktion die Symptome von Colitis ulcerosa lindern könnte – basierend auf Tiermodellen.

  • Mikrobiom-Stabilität: Forscher des Leibniz-Instituts für Alternsforschung stellten fest, dass die Immunoseneszenz – die allmähliche Verschlechterung des Immunsystems – die Hauptursache für die Destabilisierung des Mikrobioms im Alter ist.

  • Schutz für das Gehirn: Eine Studie mit 92.849 Teilnehmern, veröffentlicht in Neurology am 27. Mai 2026, zeigt: Pflanzliche Ernährung senkt das Demenzrisiko um sieben Prozent.

  • Therapeutische Innovationen: Das Unternehmen MRH Health erhielt Ende Mai 2026 einen Forschungszuschuss in Höhe von 2,6 Millionen Euro für die Entwicklung oraler Lebend-Biotherapeutika.

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Risiken durch Lebensmittelzusätze

Während pflanzliche Inhaltsstoffe entzündungshemmend wirken, zeigen andere Studien Gefahren durch Verarbeitungsstoffe auf. Eine INSERM-Studie im European Heart Journal vom 28. Mai 2026 wertete Daten von über 112.000 Teilnehmern über sieben Jahre aus. Ergebnis: Ein hoher Konsum nicht-antioxidativer Konservierungsstoffe wie Nitrite und Sorbate erhöht das Risiko für Bluthochdruck um 29 Prozent und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 16 Prozent. Selbst antioxidative Zusätze wie Zitronensäure waren mit einem 22 Prozent höheren Bluthochdruck-Risiko verbunden.

EU-Regulierung bedroht heimische Soja-Industrie

Während die Forschung die Vorteile von Soja betont, steht die europäische Industrie vor regulatorischen Hürden. Am 10. April 2026 verabschiedete die EU-Kommission einen delegierten Rechtsakt, der Sojaöl als Hochrisiko-Rohstoff für indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) einstuft. Die Regelung tritt im August 2026 in Kraft.

Branchenverbände wie Donau Soja warnen vor existenziellen Folgen: Bis zu 80 Prozent der Sojaöl-Produktion fließen derzeit in den Biokraftstoff-Markt. Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig forderte beim Agrarrat am 26. Mai 2026 eine Neubewertung der Einstufung, um die heimische Verarbeitungsinfrastruktur zu schützen.

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