Transkranielle, Pulsstimulation

Transkranielle Pulsstimulation: 17.690 Sitzungen ohne Nebenwirkungen

05.07.2026 - 20:42:46 | boerse-global.de

Übersichtsstudie bestätigt hohe Verträglichkeit der Hirnstimulation bei Alzheimer. Weltweit läuft die Forschung zu weiteren Einsatzgebieten.

TPS-Therapie bei Alzheimer: 17.690 Sitzungen ohne Nebenwirkungen
Transkranielle - Nahaufnahme einer Patientin, die eine transkranielle Pulsstimulation (TPS) erhält. Ein medizinisches Gerät berührt sanft die Kopfhaut. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die transkranielle Pulsstimulation (TPS) zeigt in der klinischen Praxis hohe Verträglichkeit und erste Hinweise auf therapeutische Stabilität. Das nicht-invasive Verfahren etabliert sich zunehmend in der neurologischen Versorgung.

17.690 Sitzungen ohne relevante Nebenwirkungen

Eine Übersichtsarbeit aus 33 spezialisierten Zentren wertete 2025 die Daten von 785 Alzheimer-Patienten aus. In über 17.690 Behandlungen traten keine klinisch relevanten Nebenwirkungen auf. Nur vereinzelt berichteten Patienten von leichten, vorübergehenden Kopfschmerzen. Die Auswertung deutet darauf hin, dass die Erkrankung bei den Behandelten im Beobachtungszeitraum nicht weiter fortschritt.

Weltweit wurden bis Mitte 2026 rund 290.000 TPS-Sitzungen durchgeführt. Das Verfahren nutzt kurze Schallpulse, die bis zu acht Zentimeter tief ins Gehirn vordringen. Seit 2018 besitzt es eine CE-Zulassung für die Alzheimer-Behandlung. Das Standardprotokoll umfasst sechs Initialbehandlungen innerhalb von zwei Wochen, gefolgt von regelmäßigen Auffrischungen. Eine Rasur der Kopfhaut ist nicht nötig – die Pulse werden über ein Koppelsystem schmerzfrei übertragen.

Forschung expandiert: Von Long-Covid bis ADHS

Die wissenschaftliche Untersuchung der TPS gewinnt international an Breite. Die Universität Hongkong führt die bislang größte Studie mit 180 Teilnehmern durch. Sie vergleicht die Methode bei Aufmerksamkeitsstörungen mit Neurofeedback. Parallel prüft die Medizinische Universität Wien in einer randomisierten, doppelblinden Studie mit 102 Patienten die Wirksamkeit bei Long-Covid.

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Mehr als 250 Kliniken und Praxen weltweit bieten die Therapie an – über 100 davon in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben Alzheimer evaluieren klinische Prüfungen Einsatzmöglichkeiten bei Parkinson, Depressionen und ADHS. Ein Alzheimer-Register an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf dokumentiert langfristig die Behandlungsverläufe.

Neue Antikörper – anderer Ansatz

Seit Juni 2026 sind mit Lecanemab und Donanemab die ersten Antikörper-Therapien in Deutschland verfügbar. Sie könnten für etwa 120.000 der bundesweit 1,2 Millionen Betroffenen infrage kommen. Die Medikamente entfernen Amyloid-Ablagerungen, bergen aber Risiken wie Hirnschwellungen oder Blutungen. Physikalische Methoden wie TPS setzen dagegen auf die Aktivierung körpereigener Regenerationsprozesse.

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Auch in der Diagnostik gibt es Fortschritte: In Bremen sind zertifizierte Bluttests auf Basis des Markers p-Tau217 verfügbar. Sie erkennen Alzheimer bereits Jahre vor den ersten Symptomen. Eine im Juli 2026 veröffentlichte Studie deutet zudem darauf hin, dass Diabetes-Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Agonisten das Demenzrisiko senken könnten.

Angesichts von rund 1,84 Millionen Demenzerkrankten allein in Deutschland setzen Experten auf einen multimodalen Ansatz: frühe Diagnose, Prävention und kombinierte Therapieformen.

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