Trauer, Bewegung

Trauer und Bewegung: Sechs SeelenSport-Einheiten stÀrken das Wohlbefinden

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 18:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kurse, SpaziergÀnge und kreative Formate begleiten Trauernde; Tanzworkshops richten sich zudem an Frauen wÀhrend oder nach einer Krebserkrankung.
Eine weite DĂŒnenlandschaft an der NordseekĂŒste bei DĂ€mmerung, die Ruhe und Weite ausstrahlt. Illustration mit AI erstellt.

Körperorientierte Methoden gewinnen in der psychosozialen Begleitung zunehmend an Bedeutung. Trauer und seelische Belastungen Ă€ußern sich nicht nur auf mentaler Ebene, sondern fĂŒhren hĂ€ufig auch zu körperlichen SpannungszustĂ€nden und Erschöpfung.

Um Betroffenen neue Wege im Umgang mit Verlusten zu eröffnen, setzt der Hospizverein Karlsbad Marxzell Waldbronn e.V. auf spezielle Bewegungsangebote und bietet gemeinsam mit der SeelenSport-Trainerin Miriam Anderer ein entsprechendes Bewegungskonzept fĂŒr Trauernde an.

Bewegung als Ausdrucksform im Trauerprozess

Das in Waldbronn veranstaltete SeelenSport-Programm ist auf sechs Einheiten ausgelegt. Die Termine finden am 17. November, 1. Dezember, 15. Dezember und 28. Dezember 2026 sowie am 12. Januar und 26. Januar 2027 jeweils von 19:00 bis 20:30 Uhr statt.

Der Kurs kostet 120 Euro und erfordert eine Anmeldung unter miriambewegt@web.de. Der Ansatz zielt darauf ab, Emotionen durch gezielte körperliche BetÀtigung Raum zu geben und das seelische Wohlbefinden durch Bewegung zu stabilisieren.

Auch an anderen Orten setzen TrĂ€ger auf Bewegung und Natur, um trauernde Menschen zu begleiten. So laden der Caritasverband Hochtaunus und die Pfarrei Sankt Ursula zu einem offenen Spaziergang fĂŒr Trauernde ein, der sich an Interessierte jeden Alters und jeder Konstitution richtet.

Die etwa einstĂŒndige Veranstaltung am 5. November 2026 ab 16.30 Uhr im Rushmoorpark am Eingang Oberhöchstadter Straße wird von Gemeindereferentin Anita Novotny und ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen geleitet. Der Kontakt erfolgt ĂŒber a.novotny@kath-oberursel.de oder telefonisch unter 06171-97980-00.

Reisen, Rituale und kreatives Schaffen

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Neben lokalen Kursen bieten TrÀger auch mehrtÀgige Auszeiten an. Der Reisedienst der Diakonie Ruhr-Hellweg in Unna veranstaltet Trauerreisen auf Nordseeinseln, die seit 2018 von Martina Schulz begleitet werden.

Die Teilnehmenden und die Reiseleitung kennen sich vorab nicht. Nach dem Kennenlernen am ersten Abend stehen Kleingruppenarbeit und GesprĂ€che ĂŒber Abschied, Erinnerungen, GefĂŒhle sowie einen möglichen Neubeginn im Mittelpunkt.

Feste Rituale prÀgen den Ablauf, darunter das abendliche Ablegen von Belastungen und das Verfassen eines Selbstbriefs am vorletzten Tag, der den Reisenden sechs bis acht Wochen spÀter zugeschickt wird. Die Gruppen bleiben klein und werden stets von zwei Personen betreut; das Angebot ersetzt jedoch keine Therapie.

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Einen handwerklichen und symbolischen Ansatz wĂ€hlte die Hospizgruppe Balingen vor Allerheiligen mit einem Workshop zum Kranzbinden. DurchgefĂŒhrt wurde das Angebot von Barbara Limbach und der Floristin Ingeborg Schlegel aus dem BlumenfachgeschĂ€ft BlĂŒtenzauber in Frommern.

Unter Beteiligung der Trauerbegleiterinnen Anneliese Bitzer und Katharina Atria banden fĂŒnf Frauen KrĂ€nze – zwei fĂŒr den Friedhof und fĂŒnf fĂŒr das eigene Zuhause. Übers Jahr hinweg fĂŒhrt die Hospizgruppe zudem TrauercafĂ©s, TrauerbĂ€nkle, Trauerwanderungen und einen offenen GesprĂ€chskreis fĂŒr trauernde Eltern durch.

Körperarbeit bei schweren Erkrankungen

Auch im Kontext schwerer Erkrankungen etablieren sich körperzentrierte Angebote. Der Kulturverein sense the steps e.V. bietet das kostenfreie Format „Trotzdem Tanzen! Bewegen. SpĂŒren. Begegnen.“ fĂŒr erwachsene Frauen wĂ€hrend oder nach einer Krebserkrankung an.

In der Helios Mariahilf Klinik Hamburg-Harburg finden hierzu vier Schnupperworkshops am 6. und 20. November sowie am 4. und 11. Dezember 2026 jeweils von 10:00 bis 11:30 Uhr statt, unterstĂŒtzt durch das dortige Brustzentrum.

Einzelbesuche sind möglich, weitere Termine fĂŒr Januar und Februar 2027 sind geplant. Die Anmeldung erfolgt ĂŒber www.sense-the-steps.org/trotzdem-tanzen oder trotzdem-tanzen@sense-the-steps.org.

ErgĂ€nzend organisierten Selbsthilfeinitiativen wie die Gruppe mammaCampy, die mehr als 50 Frauen im Oberbergischen Kreis betreut, bereits Workshops zur StĂ€rkung der psychischen Widerstandskraft. Am 17. Oktober 2026 fand in NĂŒmbrecht ein psychoonkologischer Projekttag zu Resilienz mit 24 Teilnehmerinnen statt, der mit 1.000 Euro durch die Dr. JĂŒrgen Rembold Stiftung aus Rösrath gefördert wurde.

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