Vietnam, Salz

Vietnam: Salz und Zucker treiben Diabetes-Rate auf 7,1 Prozent

26.06.2026 - 15:04:26 | boerse-global.de

Studien belegen: Falsche ErnÀhrung treibt Diabetes und Bluthochdruck weltweit. Vietnam besonders betroffen, auch Deutschland mit Problemen.

ErnÀhrungsreport 2026: Salz, Zucker und versteckte Risiken
Vietnam - Eine Waage, auf deren einer Seite frisches Obst und GemĂŒse und auf der anderen Seite verarbeitete Lebensmittel liegen. 26.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Experten beobachten weltweit eine Zunahme von Zivilisationskrankheiten, die direkt mit Fehlern in der NĂ€hrstoffaufnahme zusammenhĂ€ngen. WĂ€hrend in Europa vor allem MikronĂ€hrstoffmĂ€ngel im Fokus stehen, zeigt sich in Asien eine drastische Zunahme von Übergewicht und Bluthochdruck.

Vietnam: Salz, Zucker und die Folgen

Ende Juni 2026 fand in Ho-Chi-Minh-Stadt ein Fach-Workshop statt, der eklatante Fehlentwicklungen offenlegte. Die Menschen in Vietnam konsumieren durchschnittlich mehr als neun Gramm Salz pro Tag – fast das Doppelste des WHO-Grenzwerts von fĂŒnf Gramm. Über 60 Prozent der Bevölkerung nehmen zudem zu wenig Obst und GemĂŒse zu sich.

Die Folgen sind alarmierend: Die Diabetesrate stieg von 4,1 Prozent im Jahr 2011 auf 7,1 Prozent im Jahr 2021. Rund zwölf Millionen Menschen leiden unter Bluthochdruck. Auch das Übergewicht bei Erwachsenen zwischen 20 und 45 Jahren hat mit fast 20 Prozent einen neuen Höchststand erreicht – eine Steigerung um den Faktor 1,6 innerhalb eines Jahrzehnts. Dabei könnte eine pflanzlich betonte ErnĂ€hrung mit tĂ€glich 400 bis 800 Gramm Obst und GemĂŒse das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 30 Prozent senken.

Protein: Tierisch oder pflanzlich?

Die Longevity-Forschung konzentriert sich zunehmend auf die sogenannte Healthspan – den Zeitraum, in dem ein Mensch gesund bleibt. Eine im Mai 2026 in Cell Metabolism veröffentlichte Studie liefert Hinweise darauf, dass die Art der Proteinquellen entscheidend ist. Daten von ĂŒber 200.000 Menschen deuten darauf hin, dass ein hoher Konsum von tierischem Eiweiß das Diabetes-Risiko verdoppeln kann. Im Gegensatz dazu zeigte eine methionin-angereicherte pflanzliche DiĂ€t in Tierversuchen positive Effekte auf die Erhaltung der Muskelmasse.

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Dr. Chris Macdonald von der University of Cambridge betonte Ende Juni 2026, dass die individuelle Anpassung der Eiweißzufuhr besonders fĂŒr aktive Menschen, Senioren und Schwangere wichtig sei. WĂ€hrend pflanzliche Proteinquellen oft als ausreichend gelten, könne eine moderat erhöhte Zufuhr im Alter dem Muskelabbau entgegenwirken. Parallel warnen Mediziner wie Prof. Dr. Thomas KĂ€licke vor einem rein medikamentösen Ansatz zur Gewichtsreduktion. Trotz des Booms von GLP-1-PrĂ€paraten bleibe eine grundlegende LebensstilĂ€nderung die nachhaltigste Methode.

DarmkrebsprĂ€vention: Kochen statt fĂŒrchten

In Deutschland rĂŒckt die DarmkrebsprĂ€vention verstĂ€rkt in den Fokus. JĂ€hrlich werden bundesweit etwa 56.000 Neuerkrankungen registriert, fĂŒnf Prozent der Betroffenen sind jĂŒngere Menschen. Ein im Juni 2026 ausgezeichnetes Projekt von Medizinstudentinnen der TU MĂŒnchen setzt auf prĂ€ventive Kochevents.

Die Empfehlungen zur Senkung des Krebsrisikos umfassen eine ballaststoffreiche ErnĂ€hrung und die Reduzierung von rotem Fleisch sowie Alkohol. Warnsignale sind Blut im Stuhl, ungeklĂ€rter Gewichtsverlust oder anhaltende Bauchschmerzen. Wissenschaftliche Auswertungen unterstreichen zudem, dass die Geschwindigkeit einer Gewichtsabnahme neu bewertet werden muss. Eine auf einem Fachkongress in Istanbul im Mai 2026 vorgestellte norwegische Studie mit 284 Probanden zeigte: Ein schneller Gewichtsverlust fĂŒhrt nicht zwangslĂ€ufig zu einem stĂ€rkeren Jo-Jo-Effekt. Teilnehmer mit stark reduzierter Kalorienzufuhr stabilisierten ihr Gewicht ĂŒber zwölf Monate erfolgreicher als eine Vergleichsgruppe.

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Verbraucherschutz: TĂ€uschung im Supermarktregal

Die QualitĂ€t und Kennzeichnung von Lebensmitteln bleibt ein kritischer Punkt. Berichte der Verbraucherzentrale NRW aus dem Juni 2026 zeigen, dass bei Kontrollen von Waldheidelbeeren in 50 Prozent der Proben TĂ€uschungen vorlagen. In NahrungsergĂ€nzungsmitteln fanden sich Farbstoffe aus schwarzem Reis statt echter Anthocyane, in SĂ€ften sogar kĂŒnstliche ZusĂ€tze aus Bananenschalen oder Jujube-FrĂŒchten.

Die Organisation foodwatch wies Ende Juni 2026 darauf hin, dass die staatlichen Lebensmittelkontrollen in Deutschland an personelle Grenzen stoßen. Nur rund 71 Prozent der vorgeschriebenen Routinekontrollen werden durchgefĂŒhrt – fast jede vierte PrĂŒfung fĂ€llt aus. FĂŒr mehr Transparenz soll der Nutri-Score sorgen. Laut Angaben der Verbraucher Initiative nutzen bereits ĂŒber 1.000 Anwender das System fĂŒr mehr als 1.550 Marken. Kritisiert wird jedoch die Freiwilligkeit, die zu LĂŒcken fĂŒhrt. Zudem bewertet der Algorithmus zwar die NĂ€hrwertzusammensetzung, nicht aber Kriterien wie Tierwohl oder Herkunft.

Risiken fĂŒr Kinder: Slush-Ice und Co.

Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) mahnt besonders bei der ErnĂ€hrung von Kindern zur Vorsicht. In Meldungen vom Juni 2026 wird vor Slush-Ice-GetrĂ€nken gewarnt, deren Glycerinzusatz bei Kindern unerwĂŒnschte Wirkungen zeigen kann. Von koffeinhaltigen GetrĂ€nken fĂŒr Kleinkinder wird abgeraten, da Tannine und Koffein die Eisenaufnahme behindern und das Risiko fĂŒr AnĂ€mie erhöhen können.

Auch bei vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie Leinsamen gibt es neue Erkenntnisse. Das BfR empfahl Ende Juni 2026 Höchstgrenzen fĂŒr den Verzehr, da rohe, geschrotete Leinsamen BlausĂ€ure freisetzen können. FĂŒr Erwachsene gelten 15 bis 20 Gramm pro Tag als sicher, Kleinkinder sollten gĂ€nzlich auf rohe Leinsamen verzichten. Durch Erhitzen lĂ€sst sich die BlausĂ€urebelastung jedoch signifikant reduzieren. ErgĂ€nzend weisen Berichte darauf hin, dass in Deutschland trotz eines breiten Lebensmittelangebots MĂ€ngel bei Vitamin D, B12, Jod und Selen keine Seltenheit sind – besonders Vegetarier und Schwangere sollten ihre NĂ€hrstoffzufuhr gezielt planen.

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