Vitamin-D-Mangel, Senioren

Vitamin-D-Mangel: Über 50% der Senioren unterversorgt

08.06.2026 - 03:03:27 | boerse-global.de

Mehr als die HĂ€lfte der ĂŒber 65-JĂ€hrigen hat einen klinisch relevanten Vitamin-D-Mangel. Experten fordern gezielte PrĂ€vention und Bluttests.

Studie belegt: Vitamin-D-Mangel bei Senioren weit verbreitet
Vitamin-D-Mangel - Ältere HĂ€nde halten Vitaminpillen, symbolisch fĂŒr die Versorgung mit MikronĂ€hrstoffen bei Senioren. 08.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Studien belegen: Mehr als die HĂ€lfte der ĂŒber 65-JĂ€hrigen leidet an einem klinisch relevanten Vitamin-D-Mangel.

Blutproben belegen die Misere

Eine im Juni in der Fachzeitschrift „Nutrients“ veröffentlichte Studie untersuchte die NĂ€hrstoffversorgung von Senioren in der Schweiz und Österreich. Die Forscher analysierten 1.000 Blutproben von Personen zwischen 65 und 93 Jahren.

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Das Ergebnis: Über 50 Prozent der Probanden wiesen einen Vitamin-D-Mangel auf. Bei jedem vierten Teilnehmer fehlte es zudem an Vitamin B12. Auch ein Vitamin-A-Defizit trat hĂ€ufig auf.

Die Newcastle University bestĂ€tigt die Problematik. Selbst in den Sommermonaten erreichen viele Senioren keinen stabilen Vitamin-D-Spiegel. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt eine tĂ€gliche Zufuhr von 800 IE Vitamin D.

Warum der Körper im Alter streikt

Die Ursachen sind laut Experten primĂ€r physiologischer Natur. Ein verĂ€nderter Hautstoffwechsel erschwert die körpereigene Vitamin-D-Synthese durch Sonnenlicht. Bei Vitamin B12 fĂŒhren eine nachlassende MagensĂ€ureproduktion und ein Mangel am sogenannten „Intrinsic Factor“ zu Defiziten.

Die gesundheitlichen Folgen sind gravierend. Der „TARGET-D Trial“ (2017 bis 2023) zeigte: Ein optimierter Vitamin-D-Spiegel kann das Risiko fĂŒr einen erneuten Herzinfarkt halbieren.

Eine weitere Studie aus „Nature Aging“ (Juni 2026) deutet darauf hin, dass der DREAM-Repressorkomplex eine SchlĂŒsselrolle fĂŒr die Lebensspanne und den Schutz vor Alzheimer spielt. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neurologie (DGN) betont zudem: Bis zu 80 Prozent der SchlaganfĂ€lle wĂ€ren durch die Modifikation von 23 spezifischen Risikofaktoren vermeidbar.

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PrÀvention statt Tabletten-Selbstversuch

Internationale Organisationen fordern Konsequenzen. Ein WHO-Bericht vom Juni 2026 drÀngt auf strengere Lebensmittelkontrollen, um die NÀhrstoffqualitÀt der Grundversorgung zu sichern.

Mediziner raten Senioren: Vor der Einnahme von NahrungsergÀnzungsmitteln unbedingt einen Bluttest machen. Nur so lÀsst sich der individuelle Bedarf prÀzise bestimmen. Die physiologischen Barrieren der NÀhrstoffaufnahme im Alter erfordern eine gezielte Dosierung.

Der demografische Wandel verschĂ€rft die Lage. In der Schweiz wird sich die Zahl der ĂŒber 80-JĂ€hrigen bis 2040 verdoppeln. Die Forschung zur NĂ€hrstoffversorgung zielt darauf ab, die gesunde Lebensspanne zu verlĂ€ngern – und das Gesundheitssystem zu entlasten.

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