«Stunde der Wintervögel» ruft zum VogelzÀhlen auf
03.01.2024 - 05:32:07 | dpa.de
Blaumeise, Hausspatz, Rotkehlchen und Buchfink - welche Vögel zeigen sich am hÀufigsten am FutterhÀuschen? Das wollen der Vogel- und Naturschutz (LBV) im bayerischen Hilpoltstein und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Berlin erneut herausfinden.
Zum 14. Mal rufen die beiden VerbĂ€nde von Freitag bis Sonntag (5. bis 7. Januar) zur «Stunde der Wintervögel» auf. Bei der nach ihren Angaben gröĂten wissenschaftlichen Mitmachaktion Deutschlands sollen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wieder eine Stunde lang Vögel beobachten.
Knapp 100.000 Menschen hatten sich nach Nabu-Angaben im vergangenen Jahr beteiligt und dabei am hĂ€ufigsten Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise gesichtet. Aufgrund der milden Temperaturen hatten sich allerdings insgesamt weniger gefiederte GĂ€ste an den FutterhĂ€usern gezeigt als ĂŒblich.
In diesem Jahr könnte die Situation trotz Ă€hnlicher Witterung anders sein, meinte die LBV-Biologin Angelika Nelson. Im vergangenen Jahr habe es besonders viele Eicheln, Bucheckern und Fichtensamen gegeben, so dass Waldvögel in den WĂ€ldern genĂŒgend Nahrung gefunden hĂ€tten. Das sei in diesem Jahr nicht so extrem der Fall.
VerÀnderungen in der Vogelwelt
Mit der «Stunde der Wintervögel» wollen die NaturschutzverbĂ€nde wichtige Erkenntnisse ĂŒber VerĂ€nderungen in der heimischen Vogelwelt in StĂ€dten und Dörfern bekommen. Ein wissenschaftlich fundierter Vergleich zwischen den Jahreswerten ist unter anderem wegen der immer etwas unterschiedlichen Datengrundlage zwar nicht möglich, ein Hinweis auf mögliche Entwicklungen kann aber ablesbar sein. «Es geht nicht um die absoluten Zahlen, sondern um Trends», erlĂ€uterte der Nabu-Experte Martin RĂŒmmler. «Je lĂ€nger man solche DatensĂ€tze erhebt, desto stabiler sind die Beobachtungen.» Dadurch könne man dann Tendenzen erkennen.
Spannend sei, welche WintergĂ€ste aus Nord- und Osteuropa sich in diesem Jahr an den Futterstellen zeigten, sagte Nelson. Interessant seien auch Beobachtungen von Zugvögeln wie Zilpzalp und Hausrotschwanz, die inzwischen zunehmend hierzulande ĂŒberwinterten. Der frĂŒhe Wintereinbruch könne aber dazu gefĂŒhrt haben, dass mehr dieser Singvögel in den SĂŒden aufgebrochen seien.
Wer sich bei der «Stunde der Wintervögel» beteiligen möchte, soll in dem Zeitraum eine Stunde lang die Vögel im Garten, am Balkon, vor dem Fenster oder im Park zĂ€hlen. Dabei wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe der Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können bis zum 15. Januar ĂŒbers Internet, per App, Telefon oder Post gemeldet werden.
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