Vollkorn, Darmkrebs

Vollkorn gegen Darmkrebs: 50 bis 100 Gramm täglich senken das Risiko

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine US-Langzeituntersuchung verknüpft Vollkorn, Kalzium und Ballaststoffe mit weniger Darmkrebsfällen; für den gesamten UPF-Konsum zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang.
Nahaufnahme von geernteten Vollkornähren und verschiedenen Getreidesorten auf einer rustikalen Holzoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Ernährungsfaktoren spielen bei der Entstehung von Tumoren des Verdauungstrakts eine wesentliche Rolle. Eine im Juni 2026 in der Fachzeitschrift „Nutrition and Cancer“ veröffentlichte Studie bezifferte den täglichen Verzehr von 50–100 g Vollkorn als sogenannte goldene Dosis zur Vorbeugung von Darmkrebs. Dieser regelmäßige Konsum war in der Untersuchung mit einer Senkung des Darmkrebsrisikos um 52 % verbunden. Umfassende wissenschaftliche Erhebungen stützen diesen Befund und heben die differenzierte Schutzwirkung ballaststoffreicher Getreideprodukte hervor.

Die Schutzwirkung von Vollkorn und Nährstoffen

Eine am 15. Oktober 2026 in „PLOS Medicine“ publizierte Untersuchung des National Cancer Institute (NCI) belegte ebenfalls den protektiven Nutzen von Vollkornkomponenten. Für die Analyse griffen die Forscher auf Daten der NIH-AARP Diet and Health Study zurück, die 461.682 US-Erwachsene im Alter von 50–71 Jahren umfasste.

Nach der anfänglichen Ernährungserhebung in den Jahren 1995–1996 und einem medianen Follow-up von 18,8 Jahren bis 2018 wurden 10.075 Darmkrebsfälle erfasst, darunter 4.787 proximale, 2.633 distale sowie 2.389 Rektumkarzinome.

Innerhalb dieser Datengrundlage zeigte sich, dass ein höherer Konsum von Vollkorn selbst aus Quellen ultraverarbeiteter Lebensmittel (UPF) mit einer niedrigeren Darmkrebsinzidenz einherging. Pro Tagesportion Vollkorn aus solchen Quellen sank das Risiko um 13 %.

Anzeige

Was haben Gelenkschmerzen, Blutzuckerspitzen und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die überraschende Antwort steckt in einem kostenlosen Ratgeber, den bereits tausende Deutsche heruntergeladen haben. Kostenlosen Ratgeber zur antientzündlichen Ernährung sichern

Ein höherer Verzehr von Frühstückszerealien war beim Vergleich des höchsten mit dem niedrigsten Konsum mit einem um 16 % niedrigeren Risiko verbunden. Ebenso ging ein höherer Konsum von Brot und massenprodugetragenem Brot mit einer geringeren Inzidenz einher.

Zudem senkten spezifische Nährstoffe das Risiko deutlich: Pro 300 mg täglichem Kalzium sank das Risiko um 23 %, während pro 10 g täglichem Ballaststoff ein Rückgang des Krebsrisikos um 28 % registriert wurde.

Differenzierte Betrachtung verarbeiteter Nahrungsmittel

Obwohl ultraverarbeitete Lebensmittel im Mittel 43 % der täglichen Energiezufuhr der Teilnehmer ausmachten, ermittelte die NCI-Studie keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem gesamten Konsum von UPF und der Darmkrebsinzidenz.

Der Vergleich zwischen dem höchsten und niedrigsten Quintil ergab eine Hazard Ratio von 0,97 ohne signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Wurden 10 % des UPF-Gewichts durch minimal verarbeitete Lebensmittel ersetzt, war dies mit einem Rückgang der Darmkrebsinzidenz um 2 % verbunden.

In der europäischen EPIC-Studie brachte derselbe Austausch von 10 % ein um 6 % niedrigeres Risiko. Dieser Unterschied wird darauf zurückgeführt, dass Teilnehmer in der EPIC-Studie mit etwa 36 g pro Tag fast doppelt so viel verarbeitetes Fleisch verzehrten wie US-Amerikaner mit 20 g pro Tag.

Anzeige

Wer sich mit der Rolle der Ernährung für die Gesundheit befasst, sollte auch die Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe auf Entzündungsprozesse im Körper kennen. Dieser Ratgeber enthüllt, wie gängige Lebensmittel aus dem Supermarkt Gelenkschmerzen und Erschöpfung sanft lindern können. 12 natürliche Entzündungs-Killer jetzt kostenlos entdecken

Dr. Erikka Loftfield vom NCI, mittlerweile am QIMR Berghofer in Queensland tätig, leitete die Studie gemeinsam mit Partnern aus den USA, Brasilien und den Niederlanden. Loftfield betonte, dass Lebensmittel mit hohem Zusatz von Zucker oder Salz andere chronische Krankheiten begünstigen können, die beobachteten Zusammenhänge je nach Lebensmittelgruppe jedoch im Einklang mit bestehenden Ernährungsberatungen stünden.

Methodische Grenzen und Empfehlungen

Die Autoren der NCI-Studie empfehlen, ultraverarbeitete Lebensmittel nicht als einheitliche Kategorie zu behandeln. Die Resultate decken sich mit gängigen Ernährungsempfehlungen, die den Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkorn und Ballaststoffen anraten sowie eine Begrenzung von Alkohol, rotem und verarbeitetem Fleisch vorsehen.

Einschränkend heben die Forscher hervor, dass es sich um eine Beobachtungsstudie ohne Nachweis von Kausalität handelt. Zudem bestand die Kohorte überwiegend aus älteren weißen US-Amerikanern, die Ernährungsdaten wurden nur einmalig erhoben, Zusatzstoffe wurden nicht isoliert bewertet und spätere Veränderungen des Konsums blieben unberücksichtigt.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70353805 |