Vollkornroggen: Studie misst 38 Prozent mehr Butyrat und 17 Prozent weniger CRP
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine Ernährung mit einem hohen Anteil an Vollkornroggen kann die Zusammensetzung des Mikrobioms modulieren, Stoffwechselprodukte im Blut anheben und Entzündungszeichen dämpfen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine im Jahr 2026 im Fachjournal Clinical Nutrition veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung. Nach einer zwölfwöchigen Ernährungsphase veränderten sich bei den Teilnehmenden sowohl die bakterielle Besiedlung des Darms als auch zentrale Biomarker im Blutkreislauf.
Ergebnisse der RyeWeight2-Studie
Die zugrunde liegende sogenannte RyeWeight2-Studie wurde von einem dänisch-schwedischen Forschungsteam durchgeführt. An der Intervention nahmen insgesamt 255 Erwachsene teil, bei denen Übergewicht oder Adipositas vorlag. Über einen Zeitraum von 12 Wochen konsumierte ein Teil der Probanden Produkte aus Vollkornroggen in Form von Brot, Knäckebrot und Cerealien, während die Kontrollgruppe Nahrungsmittel auf Basis von raffiniertem Weizen erhielt.
Im Rahmen der Untersuchung analysierten die Wissenschaftler die Konzentrationen verschiedener kurzkettiger Fettsäuren, die durch bakterielle Fermentationsprozesse im Verdauungstrakt gebildet werden. Dabei zeigte sich, dass die Konzentration von Butyrat im Blut der Roggengruppe 38% höher lag als in der Vergleichsgruppe mit raffiniertem Weizen. Auch der Acetatspiegel wies bei den Teilnehmenden mit roggenreicher Kost erhöhte Werte auf.
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Gleichzeitig beobachteten die Forschenden Veränderungen bei systemischen Entzündungsparametern: Das C-reaktive Protein (CRP), ein klinisch etablierter Marker für Entzündungsprozesse im Körper, sank in der Roggengruppe im Studienzeitraum um 17%.
Ballaststoffzufuhr und Referenzwerte im Alltag
Ein wesentlicher Faktor für die beobachteten physiologischen Effekte ist der Ballaststoffgehalt der Getreideprodukte. Die Teilnehmenden in der Roggengruppe erreichten eine durchschnittliche Zufuhr von rund 30 g Ballaststoffe/Tag. Damit erfüllten sie genau den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) formulierten Richtwert für Erwachsene, der bei mindestens 30 g/Tag liegt.
Im alltäglichen Ernährungsverhalten der Bevölkerung wird diese Zielmarke jedoch häufig verfehlt. Laut einer 2026 veröffentlichten Einordnung des Max-Rubner-Instituts lag die mediane Ballaststoffzufuhr in der Nationalen Verzehrsstudie II lediglich bei 18 g/Tag für Frauen sowie 19 g/Tag für Männer. Die gezielte Integration von Vollkornprodukten in den Speiseplan kann dazu beitragen, diese Differenz zu schließen.
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Aussagekraft und methodische Grenzen
Trotz der gemessenen Veränderungen im Stoffwechsel und bei den Entzündungswerten weisen die Befunde klare methodische Abgrenzungen auf. Die Kontrollgruppe verzehrte raffinierten Weizen, weshalb sich aus den Studiendaten kein spezifischer Vorteil von Vollkornroggen gegenüber vollwertigem Vollkornweizen ableiten lässt.
Die beobachteten Verbesserungen unterstreichen primär den bekannten ernährungsphysiologischen Unterschied zwischen ballaststoffreichen Vollkorngetreiden und stark verarbeiteten Auszugsmehlen, liefern jedoch neue quantitative Einblicke in die dadurch angestoßenen Darm- und Stoffwechselprozesse.
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von Frankfurter Rundschau.
