Vollkornroggen, Studie

Vollkornroggen: Studie mit 255 Erwachsenen zeigt 17 Prozent weniger CRP

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 16:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien verbinden ballaststoffreiche Kost mit niedrigeren Entzündungswerten; in Deutschland bleibt die tägliche Ballaststoffaufnahme unter dem Richtwert.
Nahaufnahme von Roggenkörnern, frischem Blattgemüse und getrockneten Kräutern auf einem hölzernen Untergrund bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Chronische Entzündungsprozesse im Körper gelten als wesentlicher Treiber zahlreicher Zivilisationskrankheiten. Aktuelle Forschungsarbeiten und Berichte beleuchten die biochemischen Wirkmechanismen natürlicher Inhaltsstoffe wie Emblica-Extrakt sowie das therapeutische Potenzial gezielter Ernährungsumstellungen, um Entzündungsmarker zu senken und das Mikrobiom zu stabilisieren.

Pflanzliche Wirkstoffe und biochemische Regulationswege

Naturstoffe stehen zunehmend im Fokus der entzündungshemmenden Forschung. Für den Extrakt aus Phyllanthus emblica fasste das Chemieunternehmen NINGBO INNO PHARMCHEM biochemische Effekte zusammen: Der Extrakt hemmt demnach zentrale Entzündungsbotenstoffe wie Stickstoffmonoxid dosisabhängig sowie das Enzym Cyclooxygenase-2, wodurch die Produktion entzündlicher Prostaglandine reduziert wird. Ein integrierter Antioxidanzien-Komplex aus Polyphenolen und Vitamin-C-ähnlichen Substanzen neutralisiert zudem freie Radikale.

Auch spezifische Pflanzenstoffe wie Angelicin, ein Furanocumarin aus Psoralea corylifolia, zeigen laut Laboruntersuchungen entzündungshemmende Eigenschaften über den NF-?B-Signalweg bei Asthma und neurodegenerativen Erkrankungen sowie Effekte auf Signalwege bei Geweberegeneration und Zellapoptose.

Mikrobiom und Ballaststoffe als Entzündungsbremse

Neben isolierten Extrakten belegen klinische Studien die Bedeutung ballaststoffreicher Vollwertkost für das Immunsystem. In der 2026 in der Fachzeitschrift Clinical Nutrition publizierten dänisch-schwedischen Studie RyeWeight2 mit 255 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas führte der zwölfwöchige Verzehr von Vollkornroggen im Vergleich zu raffiniertem Weizen zu einem Anstieg der Butyratkonzentration im Blut um 38 Prozent sowie zu erhöhten Acetatwerten.

Zugleich sank der systemische Entzündungsmarker CRP in der Roggengruppe um 17 Prozent, während die Probanden rund 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag erreichten.

Dieser Wert entspricht dem Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von mindestens 30 Gramm täglich für Erwachsene. Daten der 2026 veröffentlichten Nationalen Verzehrsstudie II des Max-Rubner-Instituts verdeutlichen jedoch ein Versorgungsdefizit: Die mediane Ballaststoffzufuhr liegt in Deutschland bei Frauen bei lediglich 18 Gramm und bei Männern bei 19 Gramm pro Tag.

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Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin betonte Stephan C. Bischoff von der Universität Hohenheim, dass nahezu alle chronischen Erkrankungen von einer Dysbiose des Darms begleitet würden. Er empfahl neben mindestens 30 Gramm Ballaststoffen täglich die strikte Begrenzung von Zucker und hochverarbeiteten Lebensmitteln.

Eine dreiwöchige Untersuchung zur sogenannten Restore-Diät an 30 gesunden kanadischen Erwachsenen unter Beteiligung der Universität Hohenheim dokumentierte nach der Ernährungsumstellung eine Senkung des LDL-Cholesterins um fast 17 Prozent, einen Rückgang des Nüchternblutzuckers um 6 Prozent sowie verbesserte Entzündungs- und Insulinresistenzwerte bei gleichzeitiger Zunahme von Bifidobakterien.

Ernährungsmuster und chronische Krankheitslast

Die gesundheitliche Relevanz umfassender Ernährungsmuster wird durch epidemiologische Daten untermauert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verursachen nichtübertragbare chronische Krankheiten jährlich weltweit 43 Millionen Todesfälle, wovon bis zu 80 Prozent durch modifizierbare Lebensstilfaktoren wie die Ernährung vermeidbar wären.

Eine Neuanalyse der PREDIMED-Studie aus dem Jahr 2018 mit 7.447 Teilnehmenden zeigte für die mediterrane Ernährung eine Reduktion des Risikos für Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulären Tod um rund 30 Prozent.

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Ergänzend empfahl Liu Borren von der Taiwanischen Gesellschaft für Genomische Ernährung und Funktionsmedizin ein Ernährungskonzept, das zur Hälfte aus Gemüse besteht, gesunde Fette und Fermentiertes einschließt sowie Zucker reduziert. Eine solche pflanzenbasierte Kost fördere anti-entzündliche Bakterien wie Faecalibacterium prausnitzii, während Omega-3-Fettsäuren Zytokine wie IL-1? und TNF-? dämpfen.

Gleichzeitig warnte eine im BMJ veröffentlichte Auswertung von Daten von fast 10 Millionen Personen vor den Risiken eines hohen Konsums ultraverarbeiteter Produkte, der mit 32 ungünstigen Gesundheitsfolgen einhergeht. Vor diesem Hintergrund sehen Experten in einer gezielten Umstellung auf ballaststoff- und mikronährstoffreiche Kost eine zentrale Säule zur Prävention chronischer Entzündungen.

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