Waldtherapie: HeilwÀlder senken Herzinfarkt-Risiko um bis zu 40%
Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 08:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deBereits Werte ab 120/70 mmHg werden als erhöht eingestuft, eine manifeste Hypertonie beginnt bei 140/90 mmHg. Die Neudefinition verÀndert nicht nur die Diagnose, sondern auch die Behandlungsstrategien.
Sartane sind die am besten vertrÀglichen Blutdrucksenker
Eine Metaanalyse der University of New South Wales wertete 716 Studien mit ĂŒber 159.000 Patienten aus. Ergebnis: Sartane verursachen die wenigsten therapiebedingten AbbrĂŒche â teils auf Placebo-Niveau. Besonders gut schnitt die Kombination aus Sartan und Calciumkanalblocker ab.
Der unter ACE-Hemmern gefĂŒrchtete Reizhusten tritt bei Sartanen kaum auf. Der Grund: Sie erhöhen den Bradykinin-Spiegel nicht. Eine schwedische Studie bestĂ€tigt die höchste Therapietreue unter Sartan-Patienten.
Wald als Medizin: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-WĂŒrttemberg veröffentlichte Anfang Juli ein Handbuch fĂŒr Kur- und HeilwĂ€lder. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen positive Effekte von Waldaufenthalten auf Herz-Kreislauf-System, Immunsystem und Psyche.
WĂ€hrend KurwĂ€lder der allgemeinen Gesunderhaltung dienen, sind HeilwĂ€lder fĂŒr konkrete Therapien gedacht. Erste Pilotprojekte im Nordschwarzwald laufen bereits. Experten wie Uwe Janssens (DIVI) betonen zudem: FrĂŒhe Gesundheitsbildung ab der Grundschule könnte das Risiko fĂŒr Herzinfarkte und SchlaganfĂ€lle um 30 bis 40 Prozent senken.
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Adipositas: Medikamente gleichen Risiken teilweise aus
Eine Langzeitstudie im Fachmagazin The Lancet untersuchte Daten von fast einer Million Menschen aus sieben IndustrielĂ€ndern (1990 bis 2024). Ergebnis: Bei Menschen mit Adipositas sind Blutdruck und LDL-Cholesterin seit 1990 ĂŒberproportional gesunken â dank vermehrtem Einsatz von Statinen und Blutdrucksenkern.
In der Altersgruppe der 60- bis 79-JĂ€hrigen haben Ăbergewichtige inzwischen teils Ă€hnliche Werte wie Normalgewichtige. In England und den USA erhielten ĂŒber 70 Prozent der Ă€lteren MĂ€nner mit Adipositas Statine. Anders bei JĂŒngeren unter 40: Sie werden seltener behandelt und bleiben mit erhöhten Risikowerten zurĂŒck.
Neue Diagnostik und die unterschÀtzte Gefahr von niedrigem Blutdruck
Forscher der UniversitĂ€ten Duisburg-Essen und DĂŒsseldorf entwickelten ein neues Screeningverfahren: NIRS-CO?. Dabei wird die GefĂ€Ăreaktion auf CO?-angereichertes Wasser mittels Nahinfrarotspektroskopie gemessen. Die nicht-invasive Methode erfasst gleichzeitig die Funktion von Endothel und glatter GefĂ€Ămuskulatur. Eine verzögerte Reaktion zeigt frĂŒhe SchĂ€digungen bei Rauchern oder Diabetikern.
Doch nicht nur zu hoher Blutdruck ist gefÀhrlich. Analysen der American Heart Association mit rund 800.000 Teilnehmern zeigen: Hypotonie ist teils stÀrker mit Alzheimer assoziiert als Hypertonie. In der UK Biobank war das Risiko bei niedrigem Blutdruck etwa dreifach erhöht, bei Bluthochdruck nur um das 1,6-Fache.
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Pflanzliche Alternativen: Strengere Regeln fĂŒr KrĂ€utertees
Auch pflanzliche PrĂ€parate zur Blutdrucksenkung rĂŒcken in den Fokus der Regulierungsbehörden. In der TĂŒrkei gilt seit Kurzem eine neue Verordnung: Medizinische KrĂ€utertees werden apothekenpflichtig. GMP-Standards und QR-Codes zur RĂŒckverfolgbarkeit sollen QualitĂ€t und Sicherheit gewĂ€hrleisten â fĂŒr alle, die solche Produkte ergĂ€nzend zur konventionellen Therapie nutzen.
