Wechseljahre: Neue Studie zeigt Zusammenhang mit Unfruchtbarkeit
14.06.2026 - 22:36:10 | boerse-global.de
Der sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel belastet massiv die psychische Gesundheit.
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Hormonelle Umbrüche und psychische Symptomatik
Der hormonelle Wandel wird für viele Frauen zur emotionalen Zerreißprobe. Stimmungsschwankungen, innere Unruhe und Konzentrationsschwäche sind die häufigsten Begleiter, erklärt die klinische Psychologin Dr. Karin Flenreiss-Frankl aus Wien. Die sogenannte Perimenopause beginnt oft bereits um das 40. Lebensjahr.
Besonders ein Mangel an Progesteron kann zu massiven Schlafstörungen führen, warnt die Frauenärztin Dr. Agnes Jacobs vom Menopause-Zentrum Frankfurt. Hitzewallungen und Schweißausbrüche plagen Betroffene oft sieben bis 15 Jahre lang. Auch Gelenk- und Muskelschmerzen nehmen mit sinkendem Hormonspiegel zu.
Diagnostik: So wird der Status bestimmt
Ärzte empfehlen ein systematisches Vorgehen. Zuerst steht das Zyklus-Tracking. Dann folgt die Bestimmung von FSH, LH, Estradiol und Progesteron. Ergänzend sind Schilddrüsenwerte, Eisenhaushalt, Nährstoffversorgung sowie Blutzucker- und Blutfettwerte nötig – um andere Ursachen auszuschließen.
Die Kosten für eine umfassende Diagnostik in spezialisierten Zentren liegen bei rund 1000 Euro für ein Erstpaket – privat zu tragen. Die eigentlichen Hormonersatzpräparate sind in der Regel Kassenleistung. Eine Hormonersatztherapie empfehlen Experten besonders bei Eintritt der Menopause vor dem 40. Lebensjahr oder bei starker Beeinträchtigung der Lebensqualität.
Frühe Menopause: Studie zeigt Zusammenhang mit Unfruchtbarkeit
Eine aktuelle Studie der Menopause Society im Fachjournal „Menopause“ liefert neue Erkenntnisse. Die Auswertung von knapp 700 Frauen ergab: Patientinnen mit primärer Unfruchtbarkeit kommen etwa ein Jahr früher in die Menopause.
Ein erhöhtes Risiko für eine frühe Menopause vor dem 45. Lebensjahr besteht besonders bei Endometriose oder ungeklärter Unfruchtbarkeit, sagt Studienleiterin Dr. Stephanie Faubion. Ein direkter Zusammenhang mit einer sehr frühen Menopause vor dem 40. Lebensjahr ließ sich nicht nachweisen. Die Erkenntnisse sind bedeutsam: Ein früher Eintritt erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, kognitive Beschwerden und bestimmte Krebsarten.
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Strategien für die emotionale Balance
Bewegung hilft. Täglich 30 Minuten sowie eine konsequente Schlafhygiene stabilisieren die Emotionen, betont Dr. Flenreiss-Frankl. Entspannungstechniken wie Atemübungen, Meditation oder Yoga wirken gegen innere Unruhe.
Eine ausgewogene Ernährung und stabile soziale Kontakte sind weitere wichtige Faktoren. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollten Frauen eine spezialisierte ärztliche Beratung suchen – um individuelle Optionen wie eine Hormonersatztherapie abzuwägen.
