Lupus: Schwere Infektionen erhöhen Schub-Risiko um das 7,4-Fache
14.06.2026 - 22:31:49 | boerse-global.de
Fast die Hälfte aller Patienten mit Systemischem Lupus erythematodes erleidet innerhalb von 15 Jahren eine schwere Infektion. Das zeigt eine neue Metaanalyse mit mehr als 29.000 Patienten.
Die Auswertung von 74 randomisierten kontrollierten Studien liefert alarmierende Zahlen: Nach einer schweren Infektion steigt das Risiko für einen Lupus-Schub um das 7,4-Fache an. In den USA sind schätzungsweise 204.000 Menschen betroffen, neun von zehn Erkrankten sind Frauen. Die Diagnose wird meist zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr gestellt.
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Therapie-Nebenwirkungen im Fokus
Die Untersuchung liefert auch konkrete Daten zu Medikamenten. Bei einer dreijährigen Beobachtung zeigte der Wirkstoff Anifrolumab eine Gürtelrose-Rate von 38,3 Prozent. Bei Belimumab lag sie bei 21,3 Prozent. Eine Prophylaxe mit TMP-SMX könne das Risiko schwerer Infektionen deutlich senken.
IgA-Vaskulitis: Erwachsene besonders gefährdet
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf der IgA-Vaskulitis. Diese Gefäßentzündung tritt bei Erwachsenen seltener auf als bei Kindern – verläuft dann aber meist schwerer. Besonders kritisch: die Nierenfunktion. Ärzte müssen diese bei erwachsenen Patienten genau überwachen.
Laborwerte helfen bei der Diagnose. Der Beta-2-Mikroglobulin-Spiegel im Serum liegt bei unter 60-Jährigen zwischen 0,8 und 2,4 µg/ml. Bei über 60-Jährigen sind Werte bis 3,0 µg/ml normal. Erhöhte Konzentrationen können auf Nierenerkrankungen oder rheumatoide Arthritis hinweisen.
Roboter-Assistenz in der Chirurgie
In einer bayerischen Klinik gelang ein weltweiter Meilenstein: Erstmals entfernten Chirurgen eine Nebenniere mit einem speziellen Roboter-System. Der Arzt behält die volle Kontrolle, während das System die Präzision unterstützt. Die Technologie ist dort seit Ende Februar im Einsatz.
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Auch die Bildgebung macht Fortschritte. Die Medizinische Hochschule Hannover zeigt: Die CXCR4-PET/CT-Bildgebung kann nach einem Herzinfarkt überschießende Entzündungen identifizieren und das Risiko für eine spätere Herzinsuffizienz vorhersagen.
Neue Erkenntnisse zu Morbus Still und Diabetes
Forscher identifizierten neutralisierende Autoantikörper gegen den Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten (IL-1RA) bei Morbus Still. Der Nachweis ist schwierig – die Fachliteratur empfiehlt eine Kombination verschiedener Testmethoden.
Bei Typ-2-Diabetes zeigt die fixierte Wirkstoffkombination CagriSema (Cagrilintid und Semaglutid) Erfolge: Auf der ADA-Jahrestagung im Juni berichteten Forscher von einer signifikanten Senkung des HbA1c-Wertes bei Patienten mit Adipositas.
Gute Nachrichten für Kinder mit Typ-1-Diabetes: Langzeitstudien belegen, dass das Risiko für schwere Hypoglykämien in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken ist. Gleichzeitig bleiben ehrgeizige Blutzuckerziele ohne erhöhtes Komplikationsrisiko erreichbar. In der pädiatrischen Hepatologie setzen Ärzte verstärkt auf nicht-invasive Verfahren wie die Elastographie – das reduziert die Zahl notwendiger Gewebeproben bei Lebererkrankungen.
