WhatsApp: Eigene Cloud mit 1 TB und neue Gruppen-Funktion
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 00:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Messaging-Dienst führt gleich mehrere Neuerungen ein, die das Nutzererlebnis grundlegend verändern sollen.
WhatsApp testet eine Funktion, mit der neue Gruppenmitglieder künftig die letzten Nachrichten sofort einsehen können. Bisher war das bei keinem Konkurrenzdienst wie Apples iMessage möglich. Parallel dazu arbeitet der Meta-Konzern an einer eigenen Cloud-Backup-Lösung – und macht sich damit von Diensten wie iCloud und Google Drive unabhängig.
Gruppen beitreten ohne Wissenslücke
Die neue Funktion erlaubt es Gruppenadministratoren, bis zu 100 der letzten Nachrichten sowie angepinnte Chats mit neuen Mitgliedern zu teilen. Das erspart das mühsame manuelle Zusammenfassen oder das Durchscrollen alter Verläufe.
„Die geteilten Nachrichten bleiben durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt“, heißt es aus technischen Kreisen. Administratoren behalten die volle Kontrolle und können die Funktion jederzeit deaktivieren. Ein konkreter Termin für den weltweiten Rollout steht noch nicht fest.
Eigene Cloud: Schluss mit iCloud und Google Drive
Noch bedeutender ist die Entwicklung einer eigenen Backup-Infrastruktur. WhatsApp plant einen Cloud-Dienst, der komplett unabhängig von Drittanbietern funktioniert. Das dürfte vor allem Nutzer freuen, die zwischen iOS und Android wechseln – plattformübergreifende Wiederherstellungen sollen damit deutlich einfacher werden.
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Die geplanten Tarife: Ein kostenloses Kontingent von 2 GB, ein 50-GB-Paket für rund 0,99 Euro monatlich sowie ein 1-TB-Tarif für Vielnutzer. Die Sicherheit steht dabei im Vordergrund: Standardmäßig kommt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz. Nutzer können ihre Daten wahlweise mit einem Passkey, einem normalen Passwort oder einem 64-stelligen Verschlüsselungsschlüssel sichern.
Der Dienst befindet sich noch in der internen Entwicklung – einen öffentlichen Beta-Test gibt es bisher nicht.
Usernamen: Mehr Privatsphäre für alle
Seit dem 13. Juli können WhatsApp-Nutzer erstmals Usernamen einrichten. Die optionale Funktion erlaubt es, Kontakte zu knüpfen, ohne die eigene Telefonnummer preiszugeben. Eine Reservierungsphase läuft bereits, der breite Rollout soll in den kommenden Monaten folgen.
Wichtig: Es gibt kein öffentliches Verzeichnis. Wer jemanden finden will, muss den genauen Usernamen kennen. Das soll Identitätsdiebstahl und Belästigung erschweren.
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Sicherheitsreport: Warnung vor Sextortion
Die neuen Privatsphäre-Features kommen nicht von ungefähr. Ein aktueller Bericht der australischen eSafety-Kommissarin zeigt alarmierende Zahlen: Innerhalb von sechs Monaten gingen mehr als 2.000 Beschwerden wegen Sextortion ein. Instagram und WhatsApp waren in über 1.300 Fällen betroffen.
Besonders betroffen: junge Männer zwischen 18 und 24 Jahren. Bei Opfern unter 18 Jahren tauchten hingegen häufiger iMessage und Snapchat in den Meldungen auf.
Parallel dazu veröffentlichte Apple am 13. Juli die zweite Beta von iOS 27. Das Update bringt Verbesserungen für den RCS-Standard (Rich Communication Services) in der Messages-App – mit besserer Unterstützung für Reaktionen und Inline-Antworten gemäß dem RCS-2.7-Standard.
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