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Windows 11: Microsoft senkt RAM-Anforderung auf 8 GB

27.06.2026 - 18:38:00 | boerse-global.de

Microsoft passt Windows 11-Systemanforderungen an: 8 GB RAM reichen nun. Grund sind explodierende Speicherpreise und eine anhaltende Marktkrise.

Microsoft senkt RAM-Anforderung: Windows 11 läuft mit 8 GB
Windows - Nahaufnahme von leuchtenden RAM-Riegeln auf einer Platine, die Speicher und Technologieleistung symbolisieren. 27.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Der Software-Riese senkt die Erwartungen an die Hardware – und reagiert damit auf eine dramatische Krise am Speichermarkt.

Berlin – Microsoft hat seine offizielle Position zu den Systemanforderungen von Windows 11 angepasst. Ab sofort gelten 8 Gigabyte Arbeitsspeicher als ausreichend für den alltäglichen Gebrauch. Die Kehrtwende kommt nicht von ungefähr: Die gesamte PC-Branche kämpft mit explodierenden Komponentenpreisen und massiven Lieferengpässen, die bis Jahresende anhalten dürften.

Die RAM-Krise trifft Hersteller und Verbraucher

Hinter der Entscheidung steckt eine handfeste Marktentwicklung. Analysten prognostizieren, dass die Preise fĂĽr DRAM und SSDs bis Ende 2026 um bis zu 130 Prozent gegenĂĽber dem Vorjahr steigen werden. Die Folgen sind bereits spĂĽrbar: Die Preise fĂĽr komplette PCs dĂĽrften um durchschnittlich 17 Prozent anziehen.

Das Problem liegt in der extremen Konzentration des Marktes. Drei Hersteller – Samsung, SK hynix und Micron – kontrollieren rund 90 Prozent der weltweiten DRAM-Produktion. Kommt es dort zu Engpässen, trifft es die gesamte Branche.

Die Auswirkungen zeigen sich besonders im Mittelklasse-Segment. Während 16 Gigabyte RAM bei Laptops zwischen 500 und 900 Euro lange als Standard galten, kehren viele Hersteller nun zu 8-GB-Konfigurationen zurück. Für Normalnutzer ist das laut Microsoft völlig ausreichend – zumindest für Office, Surfen und Streaming.

Doch es gibt einen Haken: Wer die neuen Copilot+-Funktionen nutzen will, braucht mehr. Die KI-gestützten Features benötigen zusätzlichen Speicher und laufen auf Systemen mit nur 8 Gigabyte nicht.

Software-Optimierungen als Ausweg

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Microsoft arbeitet parallel daran, Windows 11 effizienter zu machen. Ein aktuelles Update des Datei-Explorers entfernt beispielsweise doppelte PrĂĽfungen bei der Dateisuche. Das Ergebnis: schnellere Ergebnisse bei geringerem CPU- und RAM-Verbrauch.

Der groĂźe Wurf soll mit Windows 11 Version 26H2 kommen, das fĂĽr Herbst 2026 geplant ist. Nutzer der Versionen 24H2 oder 25H2 erhalten das Update als schlankes 174-KB-Paket. Die neue Version bringt zwei interessante Features mit:

  • Ein „Low Latency Profile“ fĂĽr reaktionsschnellere Systeme
  • Eine „Point-in-Time-Restore“-Funktion, die alle 24 Stunden einen Wiederherstellungspunkt setzt und diesen 72 Stunden lang speichert – Voraussetzung: Die Systempartition muss größer als 200 GB sein.

Auch Gamer profitieren von den Optimierungen. Microsoft hat die Advanced Shader Delivery (ASD) für die Xbox-PC-App gestartet. Die Technologie soll Ladezeiten um bis zu 90 Prozent verkürzen und Ruckler durch Shader-Kompilierung eliminieren. In internen Tests mit „Forza Horizon 6“ sank die Ladezeit von 90 auf vier Sekunden.

Gnadenfrist fĂĽr Windows 10

Während Microsoft Windows 11 optimiert, vergisst der Konzern die Millionen Nutzer des Vorgängers nicht. Der Support für Windows 10 wurde über das Extended Security Update (ESU)-Programm bis zum 12. Oktober 2027 verlängert. Voraussetzung: Nutzer müssen Version 22H2 einsetzen und ein administratives Microsoft-Konto verwalten.

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Die Verlängerung ist angesichts der Marktverteilung sinnvoll. Aktuelle Daten zeigen: Rund 26 Prozent aller Desktop-PCs laufen noch mit Windows 10 – das entspricht etwa einer Milliarde Geräte. Windows 11 liegt bei rund 72 Prozent.

Dass das neue Betriebssystem auch auf betagter Hardware läuft, bewiesen kürzlich Enthusiasten. Am heutigen Samstag wurde dokumentiert, dass Windows 11 stabil auf einem System mit Core 2 Quad Q6600 und einer AGP-Grafikkarte funktioniert. Der Beweis: Das Betriebssystem mag zwar ressourcenhungrig sein – anpassen lässt es sich dennoch an die unterschiedlichsten Hardware-Generationen.

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