Zelltherapie: 90 Prozent Remission bei rheumatoider Arthritis
02.07.2026 - 19:30:53 | boerse-global.de
Neue Zelltherapien und Implantate versprechen Durchbrüche bei Autoimmunerkrankungen. Doch die wirtschaftliche Lage der Kliniken trübt die Stimmung.
Berlin baut Rheuma-Kompetenz aus
Seit dem 1. Juli 2026 bietet das Immanuel Krankenhaus Berlin an seinen Standorten Buch und Wannsee erweiterte Kapazitäten für Diagnostik und Therapie entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Ein Schwerpunkt: komplexe Krankheitsbilder wie die Myositis.
Dr. Dana Lemmer erklärte die Besonderheiten dieser autoimmunen Muskelerkrankung. Sie tritt mit einer Prävalenz von etwa 3 Betroffenen pro 100.000 Einwohnern auf. Die Diagnose stützt sich primär auf MRT und Ultraschall. In der Therapie setzt man verstärkt auf Physiotherapie, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
Zelltherapie: 90 Prozent Remission
Die CASTLE-Studie des Uniklinikums Erlangen sorgt für Aufsehen. Bei rund 70 Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Lupus erythematodes erzielte die CD19-CAR-T-Zelltherapie eine dauerhafte Komplettremission von etwa 90 Prozent. Ein Fall ist besonders beeindruckend: Eine Patientin ist seit fünf Jahren krankheitsfrei.
Die Kosten sind allerdings enorm: zwischen 300.000 und 500.000 Euro pro Patient.
Die Uniklinik Bonn geht einen alternativen Weg. Ein am 1. Juli veröffentlichter Ansatz nutzt Zellen aus Nabelschnurblut, um fehlgeleitete Immunzellen gezielt zu zerstören. Das Verfahren richtet sich an Betroffene, bei denen herkömmliche Therapien versagen.
Implantat reguliert Entzündungen
Bioelektronische Verfahren ergänzen die biologischen Ansätze. In North Carolina wurde Ende Juni erstmals ein Vagusnerv-Implantat von SetPoint Medical eingesetzt. Es soll Entzündungsprozesse bei rheumatoider Arthritis technologisch regulieren.
Während technologische Implantate die Forschung revolutionieren, lässt sich der Vagusnerv auch auf natürlichem Weg stimulieren, um Stress abzubauen und das Immunsystem zu regulieren. Ein kostenloser Report enthüllt, wie Sie diesen „Gesundheitsschalter“ ganz einfach selbst aktivieren können. Vagus-Therapie-Report inkl. Trainingsvideo kostenlos anfordern
Zudem hat der EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) grünes Licht für die Kombination von Abatacept und Methotrexat gegeben – für zuvor unbehandelte, hochaktive Fälle.
Neue Leitlinie: Herz-Risiken im Fokus
Rheuma-Patienten haben ein überdurchschnittlich hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine neue S3-Leitlinie, koordiniert von Prof. Dr. Jan Leipe (UKSH Kiel) und PD Dr. Fabian Proft (Charité Berlin), will das ändern.
Seit dem 1. Juli 2026 gibt die Richtlinie klare Vorgaben: früher erkennen, konsequenter behandeln. Ein interdisziplinärer Ansatz wird damit zur Pflicht.
GKV-Gesetz: 487 Millionen Euro Verlust drohen
Trotz aller medizinischen Fortschritte wächst die Sorge vor einer Unterversorgung. Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) schlägt Alarm. Grund ist das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz.
Am 10. Juli 2026 soll der Bundestag darüber beraten. Nach Berechnungen der BKG drohen den Berliner Kliniken im Jahr 2027 Einnahmeverluste von rund 487 Millionen Euro. Die Folge: Stellenabbau, weniger Investitionen in moderne Infrastruktur und spezialisierte Fachabteilungen.
Da klinische Behandlungen oft mit hohen Kosten oder Wartezeiten verbunden sind, suchen viele Betroffene nach ergänzenden Methoden zur aktiven Schmerzlinderung im Alltag. Dieser bebilderte PDF-Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Arthrose-Beschwerden selbst aktiv durch gezielte Druckpunkte lindern können – ohne Hilfsmittel. Kostenlosen Guide mit 101 Druckpunkten jetzt herunterladen
Telemedizin und Ratgeber für den Alltag
Abseits der Kliniken entstehen neue Versorgungsformen. Seit dem 1. Juli bieten Apotheken eine assistierte Telemedizin an. Patienten können Videosprechstunden in separaten Räumen nutzen. Ausgestellte E-Rezepte werden direkt vor Ort eingelöst.
Für den Alltag mit Rheuma erscheint am 30. September ein neuer Ratgeber der Stiftung Warentest. Autor Gernot Keyßer stellt ein Fünf-Säulen-Konzept vor: Bewegung, Ernährung, Stressreduktion, soziale Unterstützung – und natürlich die medikamentöse Therapie.
