Erst Trump, nun Putin: Xi empfÀngt nÀchsten mÀchtigen Gast
20.05.2026 - 05:48:31 | dpa.de
Wenige Tage nach dem Besuch von US-PrĂ€sident Donald Trump hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping Russlands PrĂ€sidenten Wladimir Putin in Peking empfangen. Vor der GroĂen Halle des Volkes begrĂŒĂte Xi den Kremlchef mit militĂ€rischen Ehren und rotem Teppich. Auf Bildern chinesischer Staatsmedien waren auch Kinder mit russischen und chinesischen FĂ€hnchen zu sehen.
Xi verwies zum Auftakt der GesprĂ€che auf die langjĂ€hrige gute Nachbarschaft und Freundschaft beider Staaten. Angesichts einer von Unruhe geprĂ€gten internationalen Lage mĂŒssten China und Russland ihre umfassende strategische Zusammenarbeit vorantreiben.Â
Putin war am Dienstagabend in Peking gelandet. Im Mittelpunkt des Besuchs stehen GesprĂ€che ĂŒber die Beziehungen zwischen China und Russland sowie internationale und regionale Fragen. Nach russischen Angaben ist auch ein Treffen der beiden PrĂ€sidenten bei Tee geplant. Zudem ist die Unterzeichnung zahlreicher bilateraler Dokumente vorgesehen. Insgesamt sollen rund 40 Dokumente unterzeichnet werden.
Freundliches Treffen mit TrumpÂ
Putins Besuch sorgt auch deshalb fĂŒr Aufmerksamkeit, weil Xi erst in der vergangenen Woche Trump in Peking empfangen hatte. Die Reise des russischen PrĂ€sidenten war nach Kremlangaben allerdings bereits zuvor geplant worden. Anlass ist auch der 25. Jahrestag des Vertrags ĂŒber gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und Russland.
Xi hatte Trump mit vielen freundlichen Worten empfangen und ihn zum Abschluss auch nach Zhongnanhai eingeladen, dem abgeschirmten Sitz der chinesischen FĂŒhrung. Umso genauer dĂŒrfte nun beobachtet werden, wie Xi den russischen PrĂ€sidenten empfĂ€ngt und welche NĂ€he beide demonstrieren. Der Besuch ermöglicht Peking, zwei Botschaften zugleich zu senden: China will die Beziehungen zu den USA nach dem Trump-Besuch stabilisieren, hĂ€lt aber gleichzeitig an der engen Partnerschaft mit Russland fest.
Was der Besuch den beiden PrĂ€sidenten bringtÂ
«Der Besuch dient beiden PrĂ€sidenten», sagte Johann Fuhrmann, Leiter des AuslandsbĂŒros China der Konrad-Adenauer-Stiftung. Putin brauche die RĂŒckendeckung seines wichtigsten Partners. Er brauche Bilder, die StabilitĂ€t vermitteln. «Denn er steht zweifellos unter Druck, nicht nur wirtschaftlich», sagte Fuhrmann. «Dass ukrainische Drohnen inzwischen Moskau erreichen können, verunsichert natĂŒrlich auch die eigene Bevölkerung.»Â
Die russischen AtomstreitkrĂ€fte begannen am Dienstag, dem Tag der Abreise Putins, als Machtdemonstration und wohl auch als eine Art zusĂ€tzliche Sicherheitsgarantie fĂŒr einen ungestörten Flug des PrĂ€sidenten, ein GroĂmanöver. Auch Moskau war zuletzt Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.
Xi wiederum könne zeigen, dass sich das Zentrum der Weltpolitik weiter in Richtung Peking verschiebt. Die groĂen StaatsmĂ€nner geben sich bei ihm die Klinke in die Hand: erst Trump, jetzt Putin. «Die Botschaft ist klar: An Peking, aber auch an Xi persönlich, kommen weder Washington noch Moskau vorbei», sagte Fuhrmann.Â
Russland will mehr Energie verkaufenÂ
Ein weiteres wichtiges Thema dĂŒrfte die Energiezusammenarbeit sein. Russland wĂŒnscht, seine Lieferungen nach China auszubauen. Dabei könnte auch die seit langem verhandelte Gaspipeline «Kraft Sibiriens 2» eine Rolle spielen, die russisches Gas ĂŒber die Mongolei nach China bringen soll. FĂŒr Moskau wĂ€re das Projekt nach dem Wegfall groĂer Teile des europĂ€ischen Marktes strategisch wichtig. Peking kann jedoch aus einer Position der StĂ€rke verhandeln.Â
«Ob es nun belastbare Fortschritte gibt, wird am Ende maĂgeblich darĂŒber entscheiden, ob der Kreml den Besuch als Erfolg verkaufen kann», sagte Fuhrmann. Die russische Seite erwarte Bewegung bei der Planung der Pipeline, sagte auch der fĂŒr Energiefragen zustĂ€ndige Vize-Regierungschef Alexander Nowak in Peking. Der Chef des russischen Gasriesen Gazprom, Alexej Miller, gehört der Delegation ebenfalls an.
Xi und Putin pflegen seit Jahren ein demonstrativ enges VerhĂ€ltnis. Beide Staatschefs bezeichnen sich immer wieder als Freunde. Peking und Moskau sprechen von einer umfassenden strategischen Zusammenarbeit. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben sich die Beziehungen weiter vertieft. Moskau ist wegen westlicher Sanktionen wirtschaftlich und diplomatisch stĂ€rker auf Peking angewiesen.Â
Staatsmedien betonen gute NachbarschaftÂ
Begleitet wurde der Besuch von demonstrativ freundlichen Kommentaren in chinesischen Staatsmedien. Die staatsnahe «Global Times» schrieb, Xi und Putin wĂŒrden den Kurs fĂŒr die Beziehungen in einer neuen Phase vorgeben. Das Blatt hob die «dauerhafte gute Nachbarschaft» und verwies auf die mehr als 4.300 Kilometer lange gemeinsame Grenze.Â
Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua rahmte Putins Besuch als Beitrag zur StabilitĂ€t in einer unruhigen Welt. In einem Kommentar hieĂ es, die Beziehungen hĂ€tten besondere «Reife und WiderstandsfĂ€higkeit» erreicht. Xi und Putin hĂ€tten sich seit 2013 mehr als 40 Mal getroffen. FĂŒr Putin war es die 22. Reise nach China. Beide treffen sich laut Kreml in diesem Jahr noch dreimal bei internationalen Veranstaltungen.
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