USA, Iran

Trump ohne Entscheidung – Iran pocht auf eigene Interessen

30.05.2026 - 05:12:49 | dpa.de

Ein Durchbruch bei den zÀhen Verhandlungen zum Iran-Krieg lÀsst weiter auf sich warten. Auch im blutigen Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah zeichnet sich noch keine Lösung ab.

  • Eine Lagebesprechung im Weißen Haus endete Berichten zufolge ohne eine Entscheidung von Trump.  - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    Eine Lagebesprechung im Weißen Haus endete Berichten zufolge ohne eine Entscheidung von Trump. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
  • Der Sprecher des iranischen Außenministeriums zeigt den USA die Stirn - Foto: Shadati/XinHua/dpa
    Der Sprecher des iranischen Außenministeriums zeigt den USA die Stirn - Foto: Shadati/XinHua/dpa
  • Der blutige Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon geht weiter.  - Foto: Stringer/dpa
    Der blutige Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon geht weiter. - Foto: Stringer/dpa
Eine Lagebesprechung im Weißen Haus endete Berichten zufolge ohne eine Entscheidung von Trump.  - Foto: Alex Brandon/AP/dpa Der Sprecher des iranischen Außenministeriums zeigt den USA die Stirn - Foto: Shadati/XinHua/dpa Der blutige Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon geht weiter.  - Foto: Stringer/dpa

Im Iran-Krieg und im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon geht das Ringen um eine Friedenslösung weiter. Nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump zuvor eine «endgĂŒltige Entscheidung» zu den Verhandlungen mit Teheran angekĂŒndigt hatte, verließ er eine Lagebesprechung im Weißen Haus US-Medienberichten zufolge nach zwei Stunden ohne eine Entscheidung. 

Derweil fĂŒhrten MilitĂ€rdelegationen Israels und des Libanons im Pentagon «produktive» GesprĂ€che, die kommende Woche auf politischer Ebene weitergefĂŒhrt werden sollen, wie Elbridge Colby, ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, auf X mitteilte. 

Seit Tagen laufen zwischen den USA und dem Iran intensive Verhandlungen ĂŒber ein Rahmenabkommen zur VerlĂ€ngerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe und weitere Verhandlungen. Berichten zufolge soll eine Einigung kurz bevorstehen. Der Iran warf Trump jedoch vor, zentrale Vereinbarungen des geplanten Abkommens zu verzerren oder zu ignorieren. Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars schrieb unter Berufung auf informierte Kreise, der US-PrĂ€sident versuche, einen vorgetĂ€uschten Erfolg zu inszenieren.

Teheran bietet Trump die Stirn

Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte laut der Nachrichtenagentur Isna, dass der Iran und die USA weiterhin Botschaften austauschten. Eine endgĂŒltige Einigung sei aber bislang nicht erzielt worden. Baghai erklĂ€rte demnach weiter: «Von dem Begriff "mĂŒssen" haben wir uns vor 47 Jahren verabschiedet. Wir richten uns nicht nach dem, was andere von uns verlangen, sondern entscheiden auf der Grundlage unserer Interessen und Rechte.» Dieses «mĂŒssen» sollte als «wir bitten Sie» interpretiert werden, hieß es weiter.

Irans ParlamentsprĂ€sident Mohammed Bagher Ghalibaf zeigte sich trotz positiver Anzeichen fĂŒr eine Verhandlungslösung misstrauisch. «Wir vertrauen weder Garantien noch Worten. Maßgeblich sind allein die Taten», schrieb er auf X. Der wahre Gewinner einer Vereinbarung sei derjenige, der am Tag danach besser auf einen Krieg vorbereitet sei, fĂŒgte er hinzu. Ghalibaf schrieb, der Iran erlange ZugestĂ€ndnisse nicht durch GesprĂ€che, «sondern durch Raketen». 

Teheran widerspricht Trump in drei Punkten

Konkret widerspricht der Iran laut Fars Trumps Aussagen in drei Punkten:

  • Trump habe ignoriert, dass unmittelbar nach Unterzeichnung zwölf Milliarden Dollar aus eingefrorenen iranischen Auslandskonten freigegeben werden mĂŒssten. Ohne diese Freigabe werde der Iran in keine weiteren Verhandlungsphasen eintreten. 
  • Das Abkommen enthalte keine Bestimmung zur gebĂŒhrenfreien Öffnung der Straße von Hormus, hieß es.
  • Der Iran weise die Aussage zurĂŒck, wonach das bereits angereicherte Uran abgebaut oder vernichtet werden solle. Die AbsichtserklĂ€rung enthalte keine solche Bestimmung. 

Die Punkte legen nahe, dass beide Seiten noch weit von einer Einigung entfernt sein könnten. Die uneingeschrĂ€nkte Öffnung der Straße von Hormus, die als Exportroute fĂŒr DĂŒnger, Öl und FlĂŒssiggas fĂŒr die Weltwirtschaft von großer Bedeutung ist, hat aus US-Sicht höchste PrioritĂ€t. 

Zudem weist der Iran auf die Forderung eines vollstÀndigen Waffenstillstands im Libanon hin - im Sinne der libanesischen Hisbollah-Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs war es auch wieder zu schweren Angriffen von Israels Armee im Libanon sowie der Hisbollah gegen den Erzfeind Israel gekommen. 

Entwaffnung der Hisbollah nicht in Sicht 

Israel und die libanesische Regierung - die keine Konfliktpartei ist - hatten Mitte April eine Waffenruhe geschlossen. Die KĂ€mpfe zwischen Israel und der Hisbollah gehen trotzdem weiter. Beide Seiten greifen sich weiter tĂ€glich an. Der Konflikt hat sich zuletzt zugespitzt. Seit Mitte April fĂŒhren die Regierungen Libanons und Israels GesprĂ€che unter Vermittlung der USA. Israel will vor allem eine dauerhafte Entwaffnung der Hisbollah-Miliz durchsetzen.

Die libanesische Regierung pocht auf eine dauerhafte Waffenruhe. Sie hat sich zur Entwaffnung der Schiiten-Miliz verpflichtet und beauftragte die regulĂ€re Armee damit. Durchgesetzt konnte die Entwaffnung aber bisher nicht. «Die Hisbollah wird nur dann entwaffnet werden, wenn sich die libanesische Gesellschaft gegen sie erhebt – was derzeit unwahrscheinlich erscheint – oder wenn die israelische Armee den gesamten Libanon erobert, was unmöglich ist», schrieb dazu ein Kommentator der israelischen Zeitung «Jediot Achronot».

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | ausland | 69446172 |

Weitere Meldungen

Irans Machtapparat: Die wichtigsten Köpfe im Überblick. DafĂŒr erntete er Spott. US-PrĂ€sident Donald Trump sprach im Zuge des Iran-Kriegs von «neuen und vernĂŒnftigeren» KrĂ€ften in Teheran. (Ausland, 30.05.2026 - 05:04) weiterlesen...

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 29.05.2026 - 17.00 Uhr USA und Iran nĂ€hern sich vorlĂ€ufiger EinigungWASHINGTON/TEHERAN - Die USA und der Iran nĂ€hern sich nach US-Angaben einer Einigung auf eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe und weitere Verhandlungen. (Boerse, 29.05.2026 - 17:07) weiterlesen...

USA und Iran nÀhern sich vorlÀufiger Einigung Die USA und der Iran nÀhern sich nach US-Angaben einer Einigung auf eine VerlÀngerung der Waffenruhe und weitere Verhandlungen. (Boerse, 29.05.2026 - 15:54) weiterlesen...

USA und Iran nÀhern sich vorlÀufiger Einigung. Berichten zufolge nÀhern sich beide Kriegsparteien einer VerlÀngerung der Waffenruhe. Die USA und der Iran ringen weiter um eine Beilegung ihrer Feindseligkeiten. (Ausland, 29.05.2026 - 15:34) weiterlesen...

Iran: Gewinnen ZugestĂ€ndnisse durch Raketen, nicht GesprĂ€che Irans ParlamentsprĂ€sident hat sich trotz positiver Zeichen fĂŒr eine Verhandlungslösung mit den USA misstrauisch gezeigt. (Boerse, 29.05.2026 - 15:00) weiterlesen...

Aktien Europa: Leichte Gewinne - Hoffnung auf Einigung zwischen USA und Iran Die europÀischen AktienmÀrkte haben am Freitag wieder zugelegt. (Boerse, 29.05.2026 - 12:13) weiterlesen...