Vatikan, USA

Deutsche Bischöfe distanzieren sich von Trump

16.04.2026 - 06:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Mehrere deutsche katholische Bischöfe haben sich von US-PrĂ€sident Donald Trump distanziert.Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki sagte dem "Focus", er könne sich den Äußerungen von Papst Leo XIV., die Trump scharf kritisiert haben, "nur anschließen".

Donald Trump (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der Papst habe, ohne Namen zu nennen, die Selbstvergötterung und die Vergötterung des Geldes angeprangert und habe aufgefordert, "mit den Kriegen aufzuhören". Es sei klar, dass Trump ĂŒber diesen pĂ€pstlichen Standpunkt nicht erfreut sei, so Woelki. "Denn fĂŒr ihn scheint das Evangelium nicht die Richtschnur seines politischen Agierens zu sein."

Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl sagte dem Magazin, eine Politik, die "mit der Vernichtung von Zivilisationen" drohe und die in ihrer Sprache Spaltung betreibe und militĂ€rische Optionen vorbereite, sei "aus christlicher Sicht entschieden zurĂŒckzuweisen".

WĂ€hrend Gössl den US-PrĂ€sidenten nicht explizit nannte, warnte der Passauer Bischof Stefan Oster direkt vor Trump. Er sei, so Ă€ußerte sich Oster in einem Facebook-Beitrag, "fassungslos" ĂŒber die "erschreckende Weise", in der der US-PrĂ€sident den Papst attackiert habe. In "vielerlei Hinsicht", so das Urteil des Passauer Bischofs, sei der US-PrĂ€sident "gefĂ€hrlich".

Die deutlichen Stellungnahmen der Bischöfe sind auch deswegen bemerkenswert, weil die Deutsche Bischofskonferenz sich offiziell jeglichen Kommentars zum Streit zwischen dem Weißen Haus und dem Vatikan enthĂ€lt. Das Schweigen des obersten katholischen Gremiums in Deutschland geht nach Informationen des Magazins auf eine Bitte aus Rom zurĂŒck. Weil sich der Papst schon persönlich zu den Angriffen Trumps geĂ€ußert habe, so die Anweisung, sollten sich die Landeskirchen eher zurĂŒckhalten.

GegenĂŒber dem "Focus" erklĂ€rte eine Person aus dem Umfeld der Bischofskonferenz, es sei insbesondere die Stellungnahme des Passauer Bischofs Oster, die fĂŒr die katholische Kirche in Deutschland "die Richtung vorgeben" könne. Oster hatte in seinem Facebook-Post auch die Rolle des US-Bischofs Robert Barron thematisiert. Er sei, so Oster, "dankbar", dass sich Barron inzwischen vom PrĂ€sidenten distanziert habe. Allerdings halte er es "nach den jĂŒngsten AusfĂ€llen Trumps" nicht mehr fĂŒr möglich, dass Barron als neutrale Stimme in einer Kommission von Trumps MAGA-Bewegung verbleiben könne, ohne dadurch "kompromittiert" zu werden.

Trump hatte Papst Leo XIV. als schwach und schrecklich geschmÀht, nachdem der Pontifex zum Frieden aufgerufen hatte.

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