USA, Israel

«Friedensstifter» Trump - Wie nachhaltig ist sein Einsatz?

09.12.2025 - 13:15:51 | dpa.de

US-PrĂ€sident Trump rĂŒhmt sich gern, schon mehrere Kriege beendet zu haben. Aber eine Liste großer Konflikte zeigt, dass es mit dem Frieden bisweilen nicht so einfach ist.

  • US-PrĂ€sident Donald Trump erklĂ€rte nach Verhandlungen auch mit Israels MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu Frieden im Nahen Osten. (Archivbild) - Foto: Saul Loeb/POOL AFP/AP/dpa
    US-PrÀsident Donald Trump erklÀrte nach Verhandlungen auch mit Israels MinisterprÀsidenten Benjamin Netanjahu Frieden im Nahen Osten. (Archivbild) - Foto: Saul Loeb/POOL AFP/AP/dpa
  • Seit Monaten versucht US-PrĂ€sident Donald Trump, den Krieg in der Ukraine zu beenden. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    Seit Monaten versucht US-PrÀsident Donald Trump, den Krieg in der Ukraine zu beenden. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
  • US-PrĂ€sident Donald Trump brĂŒstet sich immer wieder, schon mehrere Kriege und große Konflikte beendet zu haben. (Archivbild) - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
    US-PrĂ€sident Donald Trump brĂŒstet sich immer wieder, schon mehrere Kriege und große Konflikte beendet zu haben. (Archivbild) - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
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Der gerade erst mit dem neuen Friedenspreis des Fußballweltverbands FIFA ausgezeichnete US-PrĂ€sident Donald Trump lĂ€sst sich immer wieder als Meister internationaler Konfliktlösung feiern. Aber nun ist die Gewalt zwischen Kambodscha und Thailand wieder aufgeflammt. Es ist völlig unklar, ob sich die Lage im Nahen Osten stabilisieren lĂ€sst. Und auch ein Frieden zwischen der Ukraine und Russland scheint in weiter Ferne. Wie viel hat das Mitmischen des selbst ernannten «FriedensprĂ€sidenten» Trump also wirklich schon gebracht? Dazu eine Übersicht:

KÀmpfe zwischen Thailand und Kambodscha 

Keine zwei Monate ist es her, dass Kambodscha und Thailand in ihrem langjÀhrigen Territorialkonflikt den Weg zu einem dauerhaften Frieden ebnen wollten. Vorausgegangen waren im Juli neue Grenzgefechte zwischen den StreitkrÀften. Es starben mehr als 40 Menschen, Hunderttausende flohen. Beide Seiten einigten sich wenige Tage spÀter auf eine Waffenruhe, die aber fragil blieb. 

Auf DrĂ€ngen Trumps unterzeichneten sie schließlich im Oktober eine gemeinsame ErklĂ€rung, die vertrauensbildende Maßnahmen vorsah. Vom «Geist guter Nachbarschaft, Freundschaft und SolidaritĂ€t» war die Rede. Trump erklĂ€rte, er sei stolz darauf, zum Frieden beigetragen zu haben. Davor hatte er beide LĂ€nder mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht, falls der Konflikt nicht beigelegt werde. Doch bereits im November wurde die vereinbarte Feuerpause nach einem neuerlichen Vorfall an der Grenze ausgesetzt. Seit Montag gibt es wieder neue Angriffe und KĂ€mpfe. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, zuerst geschossen zu haben. Eine dauerhafte Lösung ihres Konflikts gilt als ungewiss.

Russischer Angriffskrieg in der Ukraine

Eigentlich wollte Trump sein Wahlversprechen einlösen und den Krieg in der Ukraine binnen 24 Stunden beenden. Er war es, der einen Verhandlungsprozess anstieß, musste aber auch einrĂ€umen, dass es sich um einen komplizierten Konflikt handelt. Sowohl Kiew als auch Moskau loben immer wieder Trumps Einsatz fĂŒr eine Friedenslösung. Aber bei den Verhandlungen um Trumps Plan fĂŒr eine Beendigung des Blutvergießens liegen die Kriegsparteien noch immer sehr weit auseinander.

Vor allem lehnt der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj die von Russland fĂŒr einen Waffenstillstand geforderten Gebietsabtretungen weiter kategorisch ab. Bisher ist unklar, wie Trump Selenskyj und Kremlchef Wladimir Putin zu einem Frieden drĂ€ngen kann. Putin und Selenskyj werfen sich gegenseitig vor, den Krieg nicht beenden und einen Sieg lieber auf dem Schlachtfeld erringen zu wollen. Selenskyj hofft vor allem auf die in BrĂŒssel eingefrorenen russischen Staatsmilliarden, mit denen er den Kampf gegen Putins Krieg fortsetzen könnte.

Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas

Im Oktober wurde nach mehr als zwei Jahren Krieg eine Waffenruhe im Gaza-Krieg vereinbart - ein Verhandlungserfolg fĂŒr die USA, Katar, Ägypten und die TĂŒrkei. US-PrĂ€sident Trump sprach von «Frieden in Nahost». Im Zuge seines Gaza-Friedensplans wurden bisher alle noch lebenden Geiseln der islamistischen Terrororganisation Hamas freigelassen, die israelischen Truppen zogen sich aus Teilen des Gazastreifens zurĂŒck. Die Waffenruhe bleibt jedoch fragil, es kommt immer wieder zu tödlichen VorfĂ€llen. Es ist unklar, wie die nĂ€chste Phase des Friedensplans umgesetzt werden soll - und damit ist auch völlig offen, ob sich die Lage in der volatilen Region dauerhaft stabilisieren lĂ€sst. 

Schwierige Beziehungen zwischen Indien und Pakistan

Die Spannungen zwischen den Erzrivalen Pakistan und Indien verschĂ€rften sich nach einem Terroranschlag im indischen Teil Kaschmirs im April. Dabei wurden 26 Menschen getötet. Indien warf Pakistan eine Beteiligung vor, was Islamabad zurĂŒckwies. Es kam zu Gefechten an der Grenze und gegenseitigen Luftangriffen. Am 10. Mai verkĂŒndeten die AtommĂ€chte eine Waffenruhe. Trump reklamierte den Schritt als seinen Erfolg - er habe ĂŒber die Handelspolitik Druck auf beide LĂ€nder ausgeĂŒbt. Indiens Regierung beteuerte jedoch, die militĂ€rische Auseinandersetzung ohne Druck von außen beendet zu haben. Die Waffenruhe gilt als instabil, eine Lösung fĂŒr den Konflikt beider Staaten um die Himalaya-Region Kaschmir ist nicht in Sicht. 

Israel und der Iran: Waffenruhe nach zwölf Tagen Krieg

Im Juni hat Israel zwölf Tage lang Krieg gegen seinen Erzfeind Iran gefĂŒhrt, durch dessen Atomprogramm es sich existenziell bedroht sieht. Israel bombardierte zahlreiche Ziele in dem Land, auch die USA griffen iranische Nuklearanlagen an. Am 24. Juni ordnete Trump dann ein Ende der israelischen Angriffe an, Kampfflugzeuge auf dem Weg in den Iran wurden zurĂŒckgerufen. Auch Teheran stoppte seine massiven Raketenangriffe auf israelische StĂ€dte. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Waffenruhe instabil und ein neuer Krieg zwischen den verfeindeten LĂ€ndern möglich ist. 

BrĂŒchige Vereinbarung im rohstoffreichen Ostkongo

Erst am vergangenen Wochenende unterzeichneten Ruandas PrĂ€sident Paul Kagame und FĂ©lix Tshisekedi, PrĂ€sident der Demokratischen Republik Kongo, in Washington im Beisein Trumps eine Friedensvereinbarung. Allerdings wurde im rohstoffreichen Ostkongo auch in den Tagen danach weiter gekĂ€mpft. Ein Abzug ruandischer Truppen - deren PrĂ€senz die Regierung in Kigali offiziell bestreitet - findet nicht statt. Das US-Interesse bei der Vermittlung einer Friedenslösung ist nicht uneigennĂŒtzig: Trump kĂŒndigte an, dass die USA mit beiden LĂ€ndern bilaterale Abkommen ĂŒber den Abbau seltener Erden unterzeichnen. Die USA wĂŒrden einige ihrer bedeutendsten Unternehmen in diese beiden LĂ€nder entsenden, «und alle werden viel Geld verdienen». 

Trump will Krieg im Sudan beenden

Noch ganz am Anfang stehen Trumps PlĂ€ne, zusammen mit Partnern aus der Golfregion den seit mehr als zweieinhalb Jahren andauernden Konflikt im Sudan zu beenden. Im November hatte der US-PrĂ€sident diese Absicht angekĂŒndigt - nach eigenen Angaben auf Bitten des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und anderen arabischen Staats- und Regierungschefs. Bisher gab es noch keine konkreten LösungsvorschlĂ€ge. Zudem hat der sudanesische de-facto Staatschef Abdel-Fattah al-Burhan zur Vorbedingung gemacht, dass die Miliz RSF, die weite Teile des Landes kontrolliert, ihre Waffen abgeben und sich auflösen mĂŒsse. Der Sudan verfĂŒgt ĂŒber Reiche Öl- und Goldvorkommen. Die UN sprechen angesichts von zwölf Millionen Vertriebenen von der derzeit grĂ¶ĂŸten humanitĂ€ren Krise weltweit. 

Karabach-Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien

Im August brĂŒstete sich Trump damit, den jahrzehntelangen Konflikt zwischen den frĂŒheren Sowjetrepubliken Aserbaidschan und Armenien im SĂŒdkaukasus beendet zu haben. Aserbaidschans Machthaber Ilham Aliyev und der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan feierten Trump als Friedensstifter. Beide ließen dann ein Friedensabkommen veröffentlichen – aber ohne Unterschrift. Und vor allem fehlt weiter eine Ratifizierung durch die Parlamente. TatsĂ€chlich eroberte das ölreiche und vor allem von der TĂŒrkei unterstĂŒtzte Aserbaidschan seine lange von Armenien kontrollierte Region Berg-Karabach 2023 zurĂŒck – und feierte den Sieg, als Trump noch gar nicht im Amt war. Rund 100.000 Karabach-Armenier flĂŒchteten in ihr bitterarmes Mutterland.

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