ROUNDUP, Trump

Trump sichert Demonstranten im Iran Hilfe zu

11.01.2026 - 11:05:04 | dpa.de

US-PrĂ€sident Donald Trump hat den Teilnehmern der Massenproteste gegen die autoritĂ€re StaatsfĂŒhrung im Iran UnterstĂŒtzung zugesichert.

"Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Wie die Hilfe aussehen soll, ist unklar. Die "New York Times" meldete unter Berufung auf US-Beamte, Trump sei in den vergangenen Tagen ĂŒber neue Optionen fĂŒr MilitĂ€rschlĂ€ge im Iran informiert worden. Er erwĂ€ge ernsthaft, seine Drohung wahrzumachen, das Land wegen der UnterdrĂŒckung der Proteste anzugreifen.

Schon zuvor hatte Trump Teheran vor der Tötung von Demonstranten gewarnt. "Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie wĂ€hrend ihrer Unruhen, die ja hĂ€ufig vorkommen, gerne tun", sagte er in einer am Donnerstag veröffentlichten Folge des Podcasts "The Hugh Hewitt Show". Laut dem "Wall Street Journal" fĂŒhrten US-Beamte erste GesprĂ€che darĂŒber, wie ein Angriff auf den Iran durchgefĂŒhrt werden könnte, sollte dies nötig werden, um Trumps Drohungen umzusetzen.

Berichte: Erste GesprĂ€che ĂŒber möglichen US-Angriff

Dabei seien auch Optionen fĂŒr mögliche Ziele diskutiert worden, etwa ein großangelegter Luftangriff auf mehrere MilitĂ€reinrichtungen im Iran, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Beamte. Demnach gibt es aber noch keinen Konsens ĂŒber das weitere Vorgehen. Auch seien noch keine militĂ€rische AusrĂŒstung und Personal in Vorbereitung auf einen Angriff verlegt worden. Die US-Beamten hĂ€tten betont, dass diese GesprĂ€che Teil der normalen Planung seien. Es gebe keine Anzeichen fĂŒr einen bevorstehenden Angriff, hieß es. Auch die "New York Times" berichtete, Trump habe noch keine Entscheidung gefĂ€llt.

Wie das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA unterdessen berichtete, stieg die Zahl der bei den seit knapp zwei Wochen andauernden Massenprotesten getöteten Menschen auf 116. Mehr als 2.600 weitere Menschen seien festgenommen worden. Trotz einer nahezu vollstÀndigen Internetsperre habe es Demonstrationen in 185 StÀdten des Landes gegeben.

SolidaritÀts-Demos in Berlin und Frankfurt

Aus SolidaritĂ€t mit den Demonstranten im Iran gingen auch in Berlin und Frankfurt am Main Menschen auf die Straße. Rund 1.400 Menschen hĂ€tten sich in Berlin an einer Demonstration vom KurfĂŒrstendamm zum Adenauerplatz beteiligt, sagte ein Sprecher der Polizei. Am Wittenbergplatz hĂ€tten sich rund 300 Menschen versammelt. In Frankfurt gingen nach Angaben der Polizei bei mehreren Veranstaltungen rund 1.800 Menschen auf die Straße.

Irans StaatsfĂŒhrung hatte die Massenproteste in der Islamischen Republik am Samstag heruntergespielt. In den meisten StĂ€dten habe Ruhe geherrscht, sagte ein Sprecher im Staatsfernsehen, wie laut Übersetzung aus einem Video der Nachrichtenagentur des staatlichen Rundfunkverbundes Iribnews hervorging.

"Euer langer Alptraum geht bald zu Ende"

Trump teilte unterdessen einen Post des republikanischen US-Senators Lindsey Graham auf der Plattform X, in dem dieser die iranische StaatsfĂŒhrung warnte, dass ihre BrutalitĂ€t gegen das Volk nicht ohne Konsequenzen bleiben werde. An Irans Volk gerichtet schrieb Graham: "Euer langer Alptraum geht bald zu Ende."

Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestĂŒrzten Schahs, bedankte sich auf X fĂŒr Grahams Post. "Die UnterstĂŒtzung der USA fĂŒr die Iraner, die sich friedlich gegen die UnterdrĂŒckung durch die Islamische Republik wehren, spiegelt die grundlegenden Werte Amerikas wider", schrieb Pahlavi. "Das iranische Volk wird sich an seine Freunde erinnern, und ein freier, demokratischer Iran wird ein verantwortungsbewusster Partner fĂŒr Frieden und globale Sicherheit sein."

Schah-Sohn ruft zu neuen Demonstrationen im Iran auf

Außerdem teilte Pahlavi auf X einen Post des US-Senders Fox News mit Trumps jĂŒngsten Worten der UnterstĂŒtzung fĂŒr die Demonstranten auf Truth Social. Pahlavi hatte am Samstag aus seinem Exil in den USA zu landesweiten Streiks im Iran aufgerufen. Zudem rief er fĂŒr heute um 18.00 Uhr (Ortszeit/15.30 MEZ) zu weiteren Protesten auf. Dabei gehe es nicht nur darum, auf die Straßen zu gehen, sondern zentrale PlĂ€tze in StĂ€dten zu besetzen und zu halten, hieß es.

Aus seinem Exil heraus beansprucht Pahlavi eine FĂŒhrungsrolle in der Opposition. Im Iran selbst gibt es seit Jahren keine politische Kraft mehr, die von den Demonstranten als glaubwĂŒrdige Opposition anerkannt wird. Viele Menschen im Land setzen daher ihre Hoffnungen auf UnterstĂŒtzung aus dem Ausland. Bei den aktuellen Massenprotesten ertönte auch der Slogan "Lang lebe der König" - ein direkter Hinweis auf den im Exil lebenden Sohn des frĂŒheren Schahs.

Die Proteste hatten Ende Dezember begonnen, ausgelöst durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der iranischen WĂ€hrung Rial. In Teheran gingen zunĂ€chst wĂŒtende HĂ€ndler auf die Straße. Danach weiteten sich die Proteste auf das gesamte Land aus. Das genaue Ausmaß bleibt jedoch auch wegen der weitgehenden Internetsperre weiter unklar. Irans oberster FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei hatte die Proteste scharf verurteilt. Er sprach von "Unruhestiftern" und "dem Land schĂ€dlichen" Menschen und signalisierte einen harten Kurs gegen die Demonstranten.

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