BSW beharrt auf Klage zur NeuauszÀhlung der Bundestagswahl
09.02.2026 - 13:25:02"Wir klagen nicht, um ein Ticket in den Bundestag zu bekommen", sagte BSW-GrĂŒnderin Sahra Wagenknecht bei einer Pressekonferenz am Montag. Man klage, damit korrekt ermittelt werde, was die WĂ€hler vor einem Jahr gewĂ€hlt hĂ€tten. "Und da ist es eben relativ naheliegend, dass tatsĂ€chlich diese 9.500 Stimmen, die uns angeblich fehlen, den Ausschlag geben wĂŒrden fĂŒr eine völlig andere Zusammensetzung", sagte sie mit Blick auf die MehrheitsverhĂ€ltnisse im Bundestag. Die aktuelle Koalition besitze wahrscheinlich keine demokratische Legitimation.
Der Bundestag hatte sich im Dezember 2025 gegen eine NeuauszĂ€hlung der Bundestagswahl ausgesprochen. Die Mehrheit des WahlprĂŒfungsausschusses hatte zuvor die EinsprĂŒche des BSW fĂŒr unbegrĂŒndet abgelehnt. Jeder einzelne Fall sei widerlegt worden, hieĂ es. Es seien keine Wahlfehler festgestellt worden. Die Bundeswahlleiterin und die 16 Landeswahlleiter seien jedem einzelnen Hinweis sehr prĂ€zise nachgegangen.
Der BSW-Parteivorsitzende Fabio De Masi sieht das anders. "Der Bundestag hat statistische Anomalien, die sich bei PrĂŒfung fast immer als dem BSW vorenthaltene Stimmen entpuppten, gar nicht aufgeklĂ€rt", behauptete er. "Das Bundesverfassungsgericht hat 1991 jedoch bei einer Landtagswahl geurteilt, dass bei einem extrem knappen Ergebnis und belegten ZĂ€hlfehlern vollstĂ€ndig nachgezĂ€hlt werden muss."
Amira Mohamed Ali, ebenfalls BSW-Parteivorsitzende, warf dem Bundestag vor, eine NeuauszĂ€hlung mit einer "hanebĂŒchenen BegrĂŒndung" abgelehnt zu haben. Sie stellte unter anderem Zahlen vor, die zeigen sollen, dass Stimmen fĂŒr das BSW fĂ€lschlicherweise als Stimmen fĂŒr die Partei "BĂŒndnis Deutschland" gezĂ€hlt worden sein könnten. "Man will einfach nicht sehen, was - in den Augen von Union, SPD, GrĂŒnen und Linkspartei - nicht sein darf: dass das BSW triftige GrĂŒnde fĂŒr eine NeuauszĂ€hlung genannt hat und nach dieser NeuauszĂ€hlung mit groĂer Wahrscheinlichkeit im Bundestag sitzen wird", sagte sie. "Eine gerichtliche KlĂ€rung vom Bundesverfassungsgericht ist daher zwingend erforderlich."


