Experte warnt Merz vor AfD-StĂ€rkung durch ThemenĂŒbernahme
28.05.2026 - 05:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deMudde benennt drei Konsequenzen dieses Vorgehens: Erstens validiere der Bundeskanzler damit ihre Thesen. Zweitens rĂŒcke er ihre Themen stĂ€rker in den Fokus. Und drittens mache er es den WĂ€hlern leichter, fĂŒr die AfD zu stimmen, "weil ihre Forderungen damit ja offenkundig nicht mehr extrem, sondern `ganz normal` sind", erklĂ€rte der Wissenschaftler.
Auch die Strategie der Brandmauer sei "zum Scheitern verurteilt", solange sie nicht Teil eines umfassenderen Ansatzes sei. Die extreme Rechte sei ein Symptom, nicht die Ursache der Demokratiekrise, sagte der gebĂŒrtige NiederlĂ€nder, der an der University of Georgia in den USA lehrt. Wenn ein groĂer Teil der Bevölkerung mit dem politischen System unzufrieden sei, könne man zwar versuchen, die dadurch erstarkenden RechtsauĂen-Parteien auszugrenzen. "Doch indem man den Menschen das Ventil wegnimmt, Ă€ndert man nichts an ihrer Unzufriedenheit."
Die Forderung des frĂŒheren SPD-MinisterprĂ€sidenten Torsten Albig, seine Partei solle mit der AfD zusammenarbeiten, bewertet Mudde differenziert. Die demokratischen Parteien dĂŒrften sich "nicht auf eine Schwarz-WeiĂ-Lösung beschrĂ€nken: komplette Ausgrenzung oder vollstĂ€ndige Normalisierung". Sie mĂŒssten darĂŒber nachdenken, unter welchen Voraussetzungen sie mit der AfD zusammenarbeiten können. "Das sollte immer zu den eigenen Bedingungen geschehen - auf der Basis der liberalen Demokratie", sagte er.
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