Parteien, Wahlen

Wagenknecht verlangt von Linken und GrĂŒnen NeuauszĂ€hlung der Wahl

08.10.2025 - 05:00:00

Die BSW-Chefin Sahra Wagenknecht appelliert in der Auseinandersetzung um eine NeuauszĂ€hlung der Bundestagswahl nun an die GrĂŒnen sowie an ihre frĂŒhere Partei, die Linke.

"Wenn sich die grĂ¶ĂŸte Oppositionsfraktion fĂŒr eine NeuauszĂ€hlung ausspricht, sollten die kleineren Oppositionsfraktionen diese nicht blockieren", sagte Wagenknecht dem "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe). "Auch GrĂŒne und Linke sollten auf einem korrekten Wahlergebnis bestehen, statt sich an möglicherweise unrechtmĂ€ĂŸig erlangte Mandate zu klammern und die Regierung Merz an der Macht zu halten, die bei korrekter AuszĂ€hlung sehr wahrscheinlich keine demokratische Legitimation hat." Zuvor hatte die AfD Wagenknechts Ansinnen unterstĂŒtzt.

"Die anderen Fraktionen scheinen auf Zeit zu spielen", sagte der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Stephan Brandner dem "Stern". "Aus unserer Sicht muss so schnell wie möglich eine Entscheidung her." Wagenknecht verlangt nun, dass sich GrĂŒne und Linke ebenfalls fĂŒr eine NeuauszĂ€hlung aussprechen. "Da geht es nicht nur um das BSW, sondern um eine Grundfrage der Demokratie, zu der rechtmĂ€ĂŸig ablaufende Wahlen und korrekte AuszĂ€hlungen elementar dazugehören." Wer eine NeuauszĂ€hlung verhindere, könne sich kaum noch Demokrat nennen. Der WahlprĂŒfungsausschuss des Bundestages trage große Verantwortung und mĂŒsse endlich den Weg fĂŒr eine NeuauszĂ€hlung freimachen, sagte Wagenknecht. Sie sprach von einem "Armutszeugnis fĂŒr die Parteien der selbsternannten `demokratischen Mitte`", wenn sie eine NeuauszĂ€hlung verhindern, "weil auch sie in Wahrheit davon ausgehen, dass das BSW dann mit hoher Wahrscheinlichkeit doch noch in den Bundestag einziehen wĂŒrde". Dem BSW fehlten bei der Wahl bundesweit nur 9.529 Stimmen, um die FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde zu ĂŒberwinden. Die Frage ist allerdings, ob diese tatsĂ€chlich fehlten. Die Politikwissenschaftler Eckhard Jesse und Uwe Wagschal hatten im September in einem Gastbeitrag fĂŒr die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" argumentiert, eine NeuauszĂ€hlung sei "dringend geboten", es gebe "viele Ungereimtheiten". Das BSW hat sich ans Verfassungsgericht gewandt, das aber darauf hinwies, zunĂ€chst mĂŒsse der WahlprĂŒfungsausschuss des Bundestags entscheiden. Das aber ist bisher, knapp acht Monate nach der Wahl, noch nicht geschehen. KĂ€me das BSW nachtrĂ€glich in den Bundestag, hĂ€tte die schwarz-rote Bundesregierung keine Mehrheit mehr.

@ dts-nachrichtenagentur.de