Geheimdienste, Justiz

BKA und Bundespolizei: Neue Cyberbefugnisse stoßen auf Skepsis

27.05.2026 - 18:11:39 | dts-nachrichtenagentur.de

Die PlĂ€ne der Bundesregierung, mehreren Sicherheitsbehörden zu erlauben, bei Cyberangriffen zurĂŒckzuschlagen, stoßen in Regierung und Opposition auf Skepsis."Ich persönlich bin kein AnhĂ€nger davon, möglichst viele Behörden mit solchen Kompetenzen auszustatten", sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) sowie den Sendern WDR und NDR.

Bundeskriminalamt (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bundeskriminalamt (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Es mĂŒsse darum gehen, Schnittstellen und unklare Kompetenzen gering zu halten und möglichst wenige Behörden herausragend gut auszustatten, damit sie im Ernstfall Cyberangriffe erfolgreich abwehren könnten. Warum die Bundespolizei das neben dem BKA auch können sollte, mĂŒsse im parlamentarischen Verfahren noch geklĂ€rt werden.

Auch der GrĂŒnen-Politiker Konstantin von Notz warnte vor zusĂ€tzlichen Risiken statt neuer Sicherheit. Die Gefahren eines ZustĂ€ndigkeits-Wirrwarrs seien riesig. BKA und Bundespolizei hĂ€tten Know-how aufgebaut, der Verfassungsschutz und die LĂ€nder auch. "Am Ende muss jemand den Hut aufhaben und die rechtliche und politische Verantwortung ĂŒbernehmen", forderte er. Mittel und Verantwortlichkeiten mĂŒssten in jedem Moment ganz klar sein.

Die PlĂ€ne der Regierung fĂŒr eine Neuordnung der Cyberabwehr gehen laut SZ, WDR und NDR dabei noch ĂŒber die von Innenminister Alexander Dobrindt am Mittwoch vorgestellten Möglichkeiten fĂŒr BKA und Bundespolizei hinaus. Denn zusĂ€tzlich soll das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) ermĂ€chtigt werden, auf die Infrastruktur von Cyberangreifern "hemmend einzuwirken". So steht es in einem Papier des Innenministeriums, aus dem die Medien berichten.

Geplant sei, Angriffswerkzeuge "schadensverhindernd zu manipulieren" und "ablenkende Fehlinformationen zuzuspielen". Notwendig werde das, weil das BfV in derartigen Situationen hĂ€ufig Informationen von auslĂ€ndischen Agenten erhalte, die nicht an die Polizei weitergegeben werden dĂŒrften, wird in dem Ministeriumspapier argumentiert.

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