Parteien, Justiz

Spahn sieht Adenauer nicht als Anwalt eines AfD-Verbotsverfahrens

02.01.2026 - 19:56:20

Jens Spahn (CDU) hat BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier vorgeworfen, sich zu Unrecht auf Konrad Adenauer "als Anwalt eines Verbotsverfahren gegen die AfD" zu berufen.

"Adenauers Union kann kein Partner fĂŒr diese Partei sein", schreibt der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag in einem Gastbeitrag fĂŒr die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" anlĂ€sslich des 150. Geburtstages Adenauers am 5. Januar. Aber es gehe fehl, "Adenauer als Anwalt eines Verbotsverfahrens gegen die AfD heranzuziehen", wie es BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier getan habe. Spahn bezog sich auf einen Beitrag Steinmeiers in der Dezember-Ausgabe der "Politischen Meinung", einer Zeitschrift der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Steinmeier habe dies mit seinem Verweis auf das Verbot der neonazistischen "Sozialistischen Reichspartei" 1952 unter Adenauer insinuiert, so Spahn. Steinmeier hatte in seinem Beitrag geschrieben, Adenauer habe "eine so klare historische Orientierung, dass er Verfassungsfeinden der extremen Rechten, die sich gegen die Bundesrepublik stellten, dem Neonationalismus und der Verherrlichung des NS-Regimes in Gestalt der "Sozialistischen Reichspartei" erfolgreich den Kampf ansagte". Adenauer habe gesagt, die wachsame Bewahrung der Freiheit sei eine gemeinsame Aufgabe aller StaatsbĂŒrger. Dieser Satz könne auch heute "die Richtung anzeigen", so Steinmeier. Spahn verweist in seinem Beitrag darauf, dass die Zeiten gĂ€nzlich verschieden seien und die Bedrohungen "mindestens zum Teil". Adenauer habe sich zudem "zuallererst dem politischen Kampf gestellt". Der erste Kanzler habe versucht, die zersplitterten KrĂ€fte rechts der Union in die Mitte zu ziehen. "Von ihm lernen heißt in unserer Zeit deshalb: auf die WĂ€hler zielen", schreibt Spahn. Mit seinem berĂŒhmten Zitat "Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt`s nicht", habe Adenauer einen "ur-christdemokratischen Anspruch an Politik" formuliert. "Adenauer wusste, das beste Mittel gegen politischen Extremismus ist die Auseinandersetzung mit den Themen und Problemen, die ihn nĂ€hren", so Spahn. Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer AnhĂ€nger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeintrĂ€chtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefĂ€hrden, sind nach Artikel 21 des Grundgesetzes verfassungswidrig. Über die Frage der Verfassungswidrigkeit entscheidet das Bundesverfassungsgericht.

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