Kabinett, Gesetzentwurf

Kabinett billigt Gesetzentwurf fĂŒr schnellere Abschiebungen

25.10.2023 - 10:56:22 | dpa.de

Schnellere Abschiebungen, lÀngeres Ausreisegewahrsam und hÀrteres Vorgehen gegen Schleuser: Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf von Innenministerin Faeser gebilligt.

Die Bundesregierung will die Zahl der kurzfristig gescheiterten Abschiebungen reduzieren. - Foto: Kay Nietfeld/dpa
Die Bundesregierung will die Zahl der kurzfristig gescheiterten Abschiebungen reduzieren. - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Abschiebungen aus Deutschland sollen beschleunigt werden. Das sieht ein Gesetzentwurf von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) vor, der nach Angaben aus Regierungskreisen das Kabinett passiert hat.

Darin ist unter anderem vorgesehen, die Höchstdauer des sogenannten Ausreisegewahrsams von derzeit 10 auf 28 Tage zu verlÀngern. Ferner sind erweiterte Befugnisse von Behörden sowie ein hÀrteres Vorgehen gegen Schleuser geplant. Mit dem Gesetz, das noch vom Bundestag verabschiedet werden muss, will die Bundesregierung die Zahl der kurzfristig gescheiterten Abschiebungen reduzieren.

Faeser: GrĂŒne Minister haben PlĂ€nen zugestimmt

Faeser betonte die Zustimmung grĂŒner Minister zur geplanten VerschĂ€rfung. «Das ist ja kein Faeser-Beschluss heute, sondern ein Beschluss des Bundeskabinetts», sagte die SPD-Politikerin auf eine Frage nach Vorbehalten gegen die PlĂ€ne beim grĂŒnen Koalitionspartner. «Und da sitzen die GrĂŒnen ja auch mit am Tisch.»

Außenministerin Annalena Baerbock, Wirtschaftsminister Robert Habeck, Agrarminister Cem Özdemir und Umweltministerin Steffi Lemke hĂ€tten den Gesetzentwurf alle mitbeschlossen, sagte Faeser. Davor sei sehr darum gerungen worden, «welche sind die besten Wege, einerseits effektiv irregulĂ€re Migration auch zurĂŒckdrĂ€ngen zu können, auf der anderen Seite selbstverstĂ€ndlich unserer humanitĂ€ren Verantwortung gerecht zu werden». Ein Vorhaben, wonach GeflĂŒchtete mehr Möglichkeiten zur Arbeit in Deutschland bekommen sollen, solle in der kommenden Woche vom Kabinett verabschiedet werden.

In den Reihen der GrĂŒnen gibt es erhebliche Skepsis mit Blick auf die PlĂ€ne. Die Fraktion werde «verfassungs- und europarechtliche Bedenken» in den Beratungen im Bundestag zur Sprache bringen, kĂŒndigte die Abgeordnete Filiz Polat bei der dpa an. Sie sprach von «unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Eingriffen in die Grundrechte auf Freiheit, Unverletzlichkeit der Wohnung und PrivatsphĂ€re».

Der stellvertretende GrĂŒnen-Fraktionschef Andreas Audretsch kĂŒndigte an: «Der heutige Beschluss ist ein erster Baustein, den wir im Parlament prĂŒfen werden. Wichtige Maßnahmen, die tatsĂ€chlich spĂŒrbare Verbesserungen vor Ort bringen, werden folgen. Konkret heißt das zum Beispiel, Arbeitsverbote mĂŒssen fallen.» Dazu habe Minister Habeck gute Maßnahmen in die Verhandlungen eingebracht, sagte er der dpa. Er erwarte, dass die Bundesregierung die entsprechenden gesetzlichen Regelungen zĂŒgig vorlege.

Harsche Kritik bei der GrĂŒnen Jugend

Die GrĂŒne Jugend ĂŒbt harsche Kritik an den verabschiedeten PlĂ€nen. «Dieses Abschiebepaket darf so nicht kommen. Es ist in Teilen verfassungswidrig und in GĂ€nze menschenverachtend», sagte die neue Co-Chefin der GrĂŒnen-Nachwuchsorganisation, Katharina Stolla, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

«Die geplanten Regelungen werden dazu fĂŒhren, dass Abschiebungen noch traumatisierender werden. Es ist falsch, dass dieses Gesetz im Kabinett - auch unter grĂŒner Zustimmung - so verhandelt und beschlossen wurde», erklĂ€rte Stolla.

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