Gewalttat an Gymnasium: Was wir wissen und was nicht
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 19:57 Uhr, dpa.deBei einer mutmaĂlichen Amoktat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau sind zwei MĂ€dchen schwer verletzt worden. Ein mutmaĂlicher TĂ€ter wurde festgenommen - er sitzt in Untersuchungshaft. Was zu dem Vorfall bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen bleiben:
Was wir wissen
- Tat: Am Welfen-Gymnasium in Schongau wurde um 12.50 Uhr Alarm ausgelöst. Am Abend bestÀtigte auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU): «Wir gehen von einer Amoktat aus eines EinzeltÀters.»
- TĂ€ter: Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) handelt es sich um einen 16-JĂ€hrigen mit kroatischer StaatsbĂŒrgerschaft. Er soll laut Herrmann in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung gewesen sein und zuletzt bei seinen Eltern gewohnt haben. Laut Herrmann fiel der 16-JĂ€hrige möglicherweise schon in der Vergangenheit durch Drohungen auf. Auch das mĂŒsse nun sorgfĂ€ltig recherchiert werden. Dobrindt sagte zur Herkunft des 16-JĂ€hrigen: «Er ist auslĂ€ndischer Staatsangehöriger, EU-BĂŒrger - kein Fluchthintergrund.»
- U-Haft: Am Abend teilte Dobrindt mit, dass der 16-JĂ€hrige mittlerweile in Untersuchungshaft sei.
- Tatwaffe: Der mutmaĂliche TĂ€ter war mit einer Schusswaffe und mit mindestens einem Messer bewaffnet - die Schusswaffe versagte aber nach einem Schuss. «Der TĂ€ter hat sich dem Gymnasium mit einer Schusswaffe genĂ€hert, hat einen Schuss abgegeben, der niemanden verletzt hat», sagte Dobrindt. «AnschlieĂend hat die Schusswaffe versagt, so dass keine weiteren SchĂŒsse abgegeben werden konnten.» Dann habe der TĂ€ter ein mitgebrachtes Messer gezogen und sei damit auf SchĂŒlerinnen losgegangen.
- Verletzte: Zwei 13-jĂ€hrige MĂ€dchen werden vom mutmaĂlichen TĂ€ter schwer verletzt und in Kliniken gebracht - nach ersten Erkenntnissen sind es SchĂŒlerinnen des Gymnasiums. Laut einem Polizeisprecher sind sie auĂer Lebensgefahr. Laut Dobrindt waren die beiden MĂ€dchen zufĂ€llige Opfer: «Die beiden Opfer, die schwerstverletzten MĂ€dchen, sind nach unserer EinschĂ€tzung zufĂ€llige Opfer, die in dem Moment in seine Schreckensbahn gekommen sind.»
- Rettungshubschrauber: Laut einem Sprecher der ADAC-Luftrettung waren insgesamt sechs Rettungshubschrauber im Einsatz, vier davon vom ADAC. Einer der vier ADAC-Helikopter sei zur Versorgung von Verletzten genutzt worden.
- Ort: Das Welfen-Gymnasium liegt in Schongau, eine Kleinstadt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern mit mehr als 12.000 Einwohnern. Die Schule liegt nur wenige hundert Meter von Altstadt und Lech entfernt.
- Schule: Laut Internetseite werden am Welfen-Gymnasium etwa 800 SchĂŒler von mehr als 80 LehrkrĂ€ften unterrichtet. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Grund-, Mittel- und Realschule.
Was wir nicht wissen
- Motiv: Offen bleibt, aus welchem Motiv der mutmaĂliche TĂ€ter handelte. Dobrindt sagte dazu lediglich, man gehe davon aus, «dass es sich um eine psychische Ausnahmesituation gehandelt hat».Â
- Weitere Verletzte: Ob es neben den zwei schwer verletzten MĂ€dchen weitere Menschen gab, die behandelt werden mussten, blieb offen. Es war die Rede davon, dass mehrere Menschen unter Schock standen und betreut werden mussten.
- Schusswaffe: Unklar ist, wie und wo die Schusswaffe gefunden wurde und wie der mutmaĂliche TĂ€ter in deren Besitz kam.
