Höhlendrama in Laos: Sieben Goldsucher sitzen fest
26.05.2026 - 10:30:52 | dpa.deSie suchten nach Gold â jetzt kĂ€mpfen RettungskrĂ€fte um ihr Leben: Sieben Dorfbewohner sitzen seit Tagen in einer ĂŒberfluteten Höhle im Norden von Laos fest. Spezialteams aus dem Nachbarland Thailand unterstĂŒtzen inzwischen die schwierige Rettungsmission, die von Wassermassen, engen GĂ€ngen und Sauerstoffmangel herausgefordert wird.
Insgesamt waren nach Behördenangaben zehn MÀnner bereits am 19. Mai in eine Höhle im Bezirk Longchaeng in der Provinz Xaisomboun vorgedrungen, um dort nach Gold zu graben. Die Region ist von schroffen Bergen, steilen TÀlern und dichtem Dschungel geprÀgt und liegt etwa 130 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Vientiane.
WĂ€hrend drei Arbeiter entkommen konnten, wurden sieben weitere eingeschlossen, nachdem heftige RegenfĂ€lle die Ein- und AusgĂ€nge der Höhle geflutet hatten, wie örtliche Medien berichteten. Teile der Höhle sollen wĂ€hrend eines Unwetters zudem eingestĂŒrzt sein.
Hilfe aus dem Ausland
Die Regierung in Laos bat Thailand um Hilfe â auch wegen der Erfahrung thailĂ€ndischer EinsatzkrĂ€fte bei der international beachteten Rettung einer JugendfuĂballmannschaft aus der Tham-Luang-Höhle im Jahr 2018. Mehrere freiwillige Rettungsteams aus Thailand seien am Wochenende am UnglĂŒcksort eingetroffen und hĂ€tten sofort mit den Arbeiten begonnen, berichtete das Portal «Thaiger».
Auch internationale Tauchexperten unterstĂŒtzen inzwischen die Mission, darunter der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi, der bereits an der spektakulĂ€ren Rettung in Tham Luang beteiligt war.Â
Nach Angaben der Retter gestaltet sich der Einsatz aber Ă€uĂerst schwierig. Der Zugang zur Höhle fĂŒhre durch einen nur rund 60 Zentimeter breiten Tunnel, durch den EinsatzkrĂ€fte etwa 100 Meter kriechen mĂŒssten, um den eigentlichen Schacht zu erreichen, zitierte der thailĂ€ndische Sender Channel 7 beteiligte EinsatzkrĂ€fte. Steigende Wassermassen verhinderten bislang jedoch ein weiteres Vordringen.
Leben die Vermissten noch?
ZusĂ€tzliche Sorgen bereiten niedrige Sauerstoffwerte in der Höhle sowie anhaltender Regen, der die Lage weiter verschĂ€rft. Spezialisten pumpen seit Tagen Wasser aus der Höhle und beobachten die Wetterentwicklung. Unklar ist aber, ob die Vermissten ĂŒberhaupt noch am Leben sind.
Möglicherweise könnten sich die Arbeiter in eine groĂe Kammer gerettet haben, die mehr als 100 Meter vom Eingang entfernt liegt, berichtete der Sender Thai PBS World. Ăber der Kammer befindet sich demnach eine schachtartige Ăffnung von etwa 50 Metern, die die RettungskrĂ€fte ebenfalls als möglichen Zugangsweg untersuchen.
Die Familien der Eingeschlossenen warten unterdessen in provisorischen Lagern nahe der Höhle auf Nachrichten. Ein Ărzteteam, Krankenwagen und Rettungsfahrzeuge stehen nach Angaben der Zeitung «Vientiane Times» rund um die Uhr vor der Höhle bereit.Â
Erinnerungen an die Rettungsaktion in Thailand
Die Rettungsaktion erinnert viele an das Drama um die Tham-Luang-Höhle in Nordtthailand vor acht Jahren. Damals waren zwölf Jugendliche und ihr FuĂballtrainer nach starken RegenfĂ€llen mehr als zwei Wochen lang in der ĂŒberfluteten Höhle eingeschlossen und wurden in einer weltweit beachteten Rettungsmission von internationalen Höhlentauchern und SpezialkrĂ€ften befreit.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
