1.200 Polizisten bei Razzia gegen «Hells Angels» im Einsatz
28.04.2026 - 05:30:35 | dpa.deMit einer groĂangelegten Razzia geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen die Rockergruppe «Hells Angels» vor. 1.200 Beamte seien in 28 StĂ€dten im Einsatz, erklĂ€rte das Innenministerium in DĂŒsseldorf. Zuvor hatte die Behörde den Verein «Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen» verboten. Der PrĂ€sident des Ablegers wurde festgenommen, gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor.
Es handelt sich laut Ministerium um einen der gröĂten EinsĂ€tze zur BekĂ€mpfung der RockerkriminalitĂ€t in der Geschichte des Landes. Demnach werden seit den frĂŒhen Morgenstunden mehr als 50 Objekte durchsucht. Auch SpezialeinsatzkrĂ€fte sind im Einsatz. Innenminister Herbert Reul (CDU) will sich um 10 Uhr bei einem Presse-Statement im Landtag zu Details Ă€uĂern.
FederfĂŒhrend sind die Polizei DĂŒsseldorf und die Spezial-Staatsanwaltschaft der Zentral- und Ansprechstelle fĂŒr die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS NRW). Es geht bei dem Ermittlungsverfahren unter anderem um den Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie der rĂ€uberischen Erpressung. In Langenfeld wurde laut den Ermittlern ein 46 Jahre alter Beschuldigter festgenommen. Nach dpa-Informationen handelt es sich um den PrĂ€sidenten der «Hells Angels» in Leverkusen. Gegen den 46-JĂ€hrigen liegt laut ZeOS ein Haftbefehl vor.
Die Durchsuchungen begannen um 4 Uhr und dauerten zunĂ€chst an. Razzien gibt es in Wohnungen und GeschĂ€ftsrĂ€umen von Vereinsmitgliedern und UnterstĂŒtzern unter anderem in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim, Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim, Gummersbach, Kempen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken, LĂŒnen und Marienheide.
In Hilden wurde ein Vereinsheim der «Hells Angels» durchsucht. Vor Ort waren vermummte und bewaffnete Polizisten zu sehen. Neben der Suche nach Beweisen geht es der Polizei bei der groĂangelegten Aktion auch um die Sicherung von Vermögenswerten. Bei einer frĂŒheren Razzia gegen die Rocker waren unter anderem MotorrĂ€der und Bargeld beschlagnahmt worden.
«Hells Angels» sind gröĂter Rocker-Club in NRW
In NRW waren in den vergangenen Jahren bereits andere «Hells Angels»-Ableger («Chapter») verboten worden. Zuletzt hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) 2017 den Verein «Hells Angels MC Concrete City» verboten und aufgelöst. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in MĂŒnster hatte das Verbot vier Jahre spĂ€ter bestĂ€tigt.
Wie die «Neue WestfĂ€lische» vor wenigen Tagen mit Bezug auf das Landeskriminalamt (LKA) berichtete, hatten die «Hells Angels» zuletzt 29 Chapter in NRW. Mit 469 Mitgliedern sei der Club zuletzt stark gewachsen - unter anderem durch ĂberlĂ€ufer der verfeindeten «Bandidos». Damit waren die «Hells Angels» personell bislang die gröĂte Rocker-Gruppe in NRW - vor den «Freeway Riders» mit 403 Mitgliedern in 37 Chaptern.
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