Demokratische Republik Kongo, Uganda

WHO-Ausschuss: Ebola kein Grund fĂŒr ReisebeschrĂ€nkungen

20.05.2026 - 12:10:15 | dpa.de

Keine Impfung, keine Therapie – und trotzdem keine ReisebeschrĂ€nkung? Die WHO setzt bei Ebola auf Überwachung statt Abschottung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berief nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda ihren Notfallausschuss ein.  - Foto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berief nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda ihren Notfallausschuss ein. - Foto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Der Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht trotz des Ausbruchs des tödlichen Ebola-Fiebers in Ostafrika keinen Grund fĂŒr ReisebeschrĂ€nkungen. Das Virus werde nicht durch zufĂ€lligen Kontakt oder die Atemluft, sondern durch direkten Kontakt mit Blut und KörperflĂŒssigkeiten ĂŒbertragen, sagte die Vorsitzende des Ausschusses unabhĂ€ngiger Experten, Lucille Blumberg, bei einer Pressekonferenz in Genf. «ReisebeschrĂ€nkungen sind unter den Regularien der Internationalen Gesundheitsvorschriften nicht empfohlen.»

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berief nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda ihren Notfallausschuss ein. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte bereits eine Notlage internationaler Reichweite wegen des Ausbruchs ausgerufen.

WHO empfiehlt gute Überwachung aller Infizierter und Kontakte

Im Kongo wurde die seltene Bundibugyo-Variante des Virus festgestellt. Nach neuesten Angaben gibt es inzwischen 132 vermutete Ebola-TodesfĂ€lle und 528 Ebola-VerdachtsfĂ€lle. Die WHO befĂŒrchtet eine wesentlich höhere Dunkelziffer, da vermutet wird, dass viele FĂ€lle nicht gemeldet werden. 

Gegen die Variante gibt es laut WHO keinen zugelassenen Impfstoff und keine Therapie. Wichtig sei eine gute Überwachung aller Kontakte von Infizierten oder VerdachtsfĂ€llen, heißt es von der WHO. Ein mit dem Ebola-Virus infizierter US-Amerikaner wird in der Berliner CharitĂ© behandelt.

Das benachbarte Ruanda hat seine Grenze zum Osten des Kongo bereits geschlossen. Die USA haben fĂŒr den Kongo ihre höchste Reisewarnung herausgegeben und EinreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr Personen ohne US-Pass verhĂ€ngt, die sich kĂŒrzlich im Kongo, in Uganda oder im SĂŒdsudan aufgehalten haben. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hatte die internationale Gemeinschaft aufgefordert, von ReisebeschrĂ€nkungen abzusehen.

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