Woran starb der Buckelwal? Obduktion soll RÀtsel lösen
04.06.2026 - 04:00:28 | dpa.deFĂŒr den als «Timmy» bekannten Buckelwal steht der letzte Akt vor den Augen von Schaulustigen an: Am Strand der Insel Anholt soll der Kadaver des Wals obduziert werden. Interessierte können dabei zusehen â mit Sicherheitsabstand. Ăffentliche Obduktionen an Tieren sind in DĂ€nemark nicht ganz ungewöhnlich, trotzdem dĂŒrfte dieser Fall besonders sein. Seit mehreren Wochen liegt der Kadaver des tonnenschweren Tiers vor der Urlaubsinsel, stark aufgeblĂ€ht von FĂ€ulnisgasen und von Möwen traktiert. Und nicht nur das Team aus TierĂ€rzten und Forschern, das den Wal nun untersuchen soll, treibt die Frage um: Woran starb das Tier?
Seit der Buckelwal ab Ende MĂ€rz mehrfach vor der deutschen OstseekĂŒste gestrandet war, beschĂ€ftigt sein Schicksal viele Menschen in Deutschland. Eine private Initiative hatte das Tier gegen den Rat von Fachleuten mit einem Schiff in einer Metallkiste Richtung Nordsee transportiert und ausgesetzt. Einige Zeit nach der kritisierten Aktion war der Wal tot auf Anholt angespĂŒlt worden. Ein Bergungsteam hatte das Tier am Wochenende auf den Strand gezogen. Die Obduktion soll jetzt auch mit abschlieĂender Sicherheit klĂ€ren, ob der Wal mit dem Jungennamen wie vermutet ein Weibchen ist.Â
Wichtiger noch ist aber die Frage nach der Todesursache. Und die könnte schwierig zu klÀren sein, sagte der dÀnische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen der Deutschen Presse-Agentur: «Es könnte schon zu spÀt sein, um etwa innere Blutungen zu entdecken.» Auch die Frage, ob der Wal Wasser in der Lunge gehabt haben könnte, lasse sich womöglich nicht mehr beantworten, meint der Experte.
Was das Obduktions-Team aber entdecken könnte: Spuren von Fischernetzen im Magen und Darm des Buckelwals. Sie könnten zum Tod des Tiers beigetragen haben. Klar ist: Die Experten werden den Buckelwal grĂŒndlich unter die Lupe nehmen. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern.
Wenn die Untersuchung beendet ist, soll der Kadaver laut einem Vertreter des dĂ€nischen Amts fĂŒr Naturverwaltung von der Insel gebracht werden. Einheimische wĂŒnschen sich sehr, dass der Wal verschwindet. Sie fĂŒrchten, er könnte BadegĂ€ste an dem beliebten Strand abschrecken.
Was passiert mit den Ăberresten von Buckelwalen in DĂ€nemark?
Um die Verwertung von Wal-Kadavern kĂŒmmert sich in der Regel ein Unternehmen wie Daka DĂ€nemark. In einer Fabrik wĂŒrden Ăberreste von Walen in drei Bestandteile getrennt, erklĂ€rte ein Sprecher: «Das Wasser wird gereinigt und in den Fjord geleitet.» Alles Fett â zum Beispiel aus der Speckschicht des Wals â werde in Biodiesel umgewandelt, sagte er. «Und alles andere â Knochen, Sehnen und Haut â wird zu einer Art Mehl verarbeitet, die als Biomasse zur Verbrennung in einer Zementfabrik endet.»
Bislang habe das Unternehmen noch keinen Auftrag fĂŒr die Verwertung von Buckelwal «Timmy» erhalten, sagte der Sprecher. Die dĂ€nische Umweltbehörde beantwortete die dpa-Anfrage, wann und wohin der Kadaver von der Insel abtransportiert werde, nicht. Am Strand standen derweil am Mittwoch schon Container bereit.
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