Niedersachsen, Deutschland

Stade trauert: Gedenkgottesdienst nach tödlicher Tat

30.06.2026 - 19:42:13 | dpa.de

Nach der tödlichen Tat in Stade suchen viele Menschen Trost beim Gedenkgottesdienst. Die Anteilnahme ist groß, viele bringen Blumen für die sechs Opfer.

  • Andacht in Stade für sechs Opfer.  - Bild: Carsten Neff/dpa
    Andacht in Stade für sechs Opfer. - Bild: Carsten Neff/dpa
  • In Stade werden der sechs Opfer gedacht, die am Montag erschossen wurden.  - Bild: Carsten Neff/dpa
    In Stade werden der sechs Opfer gedacht, die am Montag erschossen wurden. - Bild: Carsten Neff/dpa
  • Gedenkgottesdienst für die Todesopfer von Stade.  - Bild: Carsten Neff/dpa
    Gedenkgottesdienst für die Todesopfer von Stade. - Bild: Carsten Neff/dpa
Andacht in Stade für sechs Opfer.  - Bild: Carsten Neff/dpa In Stade werden der sechs Opfer gedacht, die am Montag erschossen wurden.  - Bild: Carsten Neff/dpa Gedenkgottesdienst für die Todesopfer von Stade.  - Bild: Carsten Neff/dpa

Am Tag nach der tödlichen Tat in Stade mit sechs Toten ist der Andrang in der St.-Wilhadi-Kirche groß. Polizisten, Feuerwehrleute, Angehörige, Kollegen, sie alle strömen in das rote Backsteingebäude, um in den Stunden nach dem Unfassbaren Trost zu finden. Nicht alle finden einen Platz, viele müssen stehen, berichtet ein Reporter der dpa. Etliche Trauergäste kommen mit Blumen. Unter großer Anteilnahme wird der sechs Todesopfer bei dem Gedenkgottesdienst gedacht. 

Medien sind von der Andacht selbst ausgeschlossen, Foto- und Videoaufnahmen verboten worden, um das Gedenken nicht zu stören. Etliche Polizisten sichern die Kirche am Abend gegen mögliche Störungen. 

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) spricht sein Mitgefühl mit den Angehörigen der Toten aus: «Uns allen ist sehr bewusst: Es wird viel Zeit brauchen, bis diese Wunde langsam heilen kann». Wenn das Unbeschreibliche, das Undenkbare passiere, bleibe die Zeit stehen. «Nichts ist mehr so, wie es gestern Morgen noch war», betont er. 

Besonders schmerzhaft sei der Gedanke, dass in der Jugendhilfeeinrichtung Menschen aus dem Leben gerissen wurden, die sich für ein gutes Miteinander einsetzten. Drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover und drei einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade waren am Montagmittag durch Schüsse gestorben. Es handelt sich je um zwei Frauen und einen Mann, wie die Polizeidirektion Lüneburg bestätigte. Die Kollegen aus Hannover befanden sich zu einem Hilfeplangespräch in der Einrichtung. Ein 45-Jähriger aus dem Raum Hannover soll die Sechs erschossen haben. Hintergrund ist den Angaben nach möglicherweise ein Sorgerechtsstreit. 

Das Böse darf nicht siegen

Lies erinnert an die Worte «Sei Mensch» der NS-Überlebenden Margot Friedländer. Das Böse dürfe niemals siegen - auch wenn es sich im Moment so anfühle: «Die Liebe, die Hoffnung und die Gemeinschaft sind immer stärker», betont er. «Haben wir gemeinsam den Mut zu glauben, dass das Böse niemals über das Gute triumphiert». Acht Kerzen sollten entzündet werden, sechs für die Opfer, eine für die drei Monate alte unverletzte Tochter des mutmaßlichen Schützen und eine für die Einsatzkräfte. 

Am Mittwoch soll es zudem in der Marktkirche Hannover ein Gedenken für die drei Mitarbeiter der Jugendhilfe der Region Hannover geben. Mit Gebeten, Texten und Musik soll ein Zeichen der Verbundenheit gesetzt werden, auch für alle Mitarbeitenden der Jugendämter.

Immer wieder legen Menschen Blumen ab oder stellen Kerzen auf

Auch an die Jugendhilfeeinrichtung in der Dankersstraße in Stade kamen am Dienstag Anwohner, die trotz Absperrung zu ihrem eigenen Haus dürfen. Die Tat sorgt für große Bestürzung. Viele Menschen legten in der Nähe des Tatortes in dem Wohnviertel Blumen ab oder stellten im Gedenken an die Opfer Kerzen auf.

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