Act, Transparenzpflichten

AI Act: Transparenzpflichten für Chatbots ab 2. August verbindlich

14.06.2026 - 09:38:19 | boerse-global.de

Die EU-Kommission legt einen finalen Kodex zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte vor, der Unternehmen auf die ab August 2026 geltenden Transparenzpflichten vorbereitet.

EU-Kommission: Neuer Leitfaden zur KI-Kennzeichnung veröffentlicht
Act - Ein futuristisches Chatbot-Interface auf einem Bildschirm, das sich in der Brille eines Geschäftsmanns spiegelt, umgeben von Codezeilen. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Unternehmen sollen sich damit auf die Transparenzpflichten des AI Act vorbereiten, die ab dem 2. August 2026 verbindlich werden.

Freiwillig, aber richtungsweisend

Der Kodex entstand unter Beteiligung von sechs Experten und 180 Organisationen. Er dient als freiwilliges Instrument, um die gesetzlichen Anforderungen vorab in die Praxis umzusetzen. Im Fokus stehen vor allem Inhalte, die die öffentliche Meinung beeinflussen könnten – etwa Deepfakes oder KI-generierte Texte zu politischen Themen.

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Nutzer müssen künftig ausdrücklich benachrichtigt werden, wenn sie mit einem Chatbot interagieren. Das ist Teil der umfassenden Regulierung durch den AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689).

Vier Risikostufen – von harmlos bis verboten

Das Gesetz teilt KI-Anwendungen in vier Risikostufen ein. Anwendungen mit minimalem Risiko unterliegen keinen Auflagen. Systeme mit unannehmbarem Risiko – wie Social Scoring – sind bereits seit Februar 2025 verboten.

Ab Anfang August 2026 werden die Transparenzpflichten für Chatbots und Deepfakes verpflichtend. Für Hochrisiko-KI-Anwendungen gilt eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2027. Unternehmen müssen zudem gemäß Artikel 4 KI-Kompetenzen in ihrer Belegschaft aufbauen.

Internationaler Druck auf OpenAI

Die EU-Vorstoß fällt in eine Zeit zunehmender rechtlicher Auseinandersetzungen mit KI-Entwicklern. In den USA haben Generalstaatsanwälte Ermittlungen gegen OpenAI eingeleitet. New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James fordert Dokumente zu Werbemaßnahmen, Jugendschutz und Nutzerdaten an.

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Zudem sieht sich OpenAI mit Klagen in Florida wegen mutmaßlich irreführender Werbung zur Sicherheit von ChatGPT konfrontiert. In Kanada werfen Angehörige dem Unternehmen vor, dass die Interaktion mit dem Chatbot die Gesundheit einer Minderjährigen beeinträchtigt habe.

Trotz der juristischen Probleme bereitet OpenAI einen Börsengang vor. Medienberichten zufolge strebt das Unternehmen eine Bewertung von bis zu einer Billion US-Dollar an.

Die EU-Kommission will mit dem Verhaltenskodex frühzeitig Standards setzen – bevor die gesetzlichen Fristen im Spätsommer die Branche zur Umsetzung zwingen.

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