Brandwachen-Pflicht: Was Unternehmen bei Heißarbeiten beachten müssen
05.07.2026 - 09:41:08 | boerse-global.de
Am späten Abend des 3. Juli brach ein Großbrand aus, der sich zum größten Feuerwehreinsatz der letzten Jahre entwickelte.
Über 350 Einsatzkräfte kämpften in der Spitze gegen die Flammen. Zwei Lagerhallen standen in Vollbrand. Nur durch massiven Wassereinsatz – unter anderem mit Löschwasser aus dem Neckar – verhinderte die Feuerwehr ein Übergreifen auf weitere Gebäude.
Löscharbeiten erst am Samstag unter Kontrolle
Erst am Mittag des 4. Juli hatten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Wegen akuter Einsturzgefahr riss das Technische Hilfswerk (THW) Teile der betroffenen Hallen mit schwerem Gerät ein.
Der Sachschaden geht in die zweistelligen Millionen. Bis in den Sonntag hinein sicherte eine Brandwache der Feuerwehr das Gelände – um ein erneutes Aufflammen von Glutnestern zu verhindern. In nicht betroffenen Bereichen konnte der Marktbetrieb teilweise wieder anlaufen.
Brandwachen: Pflicht und Schutz
Der Großbrand zeigt: Brandwachen sind nicht nur nach einem Schadensfeuer nötig. Schon bei feuergefährlichen Arbeiten wie Schweißen oder Löten schreibt der Gesetzgeber sie vor. Auch beim Ausfall von Sprinkleranlagen oder Brandmeldern sind sie Pflicht.
Die Rechtsgrundlagen dafür sind vielfältig: die Versammlungsstättenverordnung, Landesbauordnungen, das Arbeitsschutzgesetz und die Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Eine Brandwache überwacht kritische Bereiche, führt Kontrollgänge durch und leitet im Ernstfall sofort Löschmaßnahmen ein.
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Was kostet eine Brandwache?
Für Unternehmen sind Brandwachen ein relevanter Kostenpunkt. Marktbeobachter beziffern die Stundensätze auf 23 bis 30 Euro. Eine Investition, die sich rechnet – gegen weitaus höhere Schäden und für den Erhalt des Versicherungsschutzes.
Die Nachfrage ist aktuell hoch. Brandwachen liefen nicht nur in Stuttgart, sondern auch auf Baustellen in Harsefeld und Erkelenz – etwa zur Absicherung von Heißarbeiten. Nach einem Dachstuhlbrand im österreichischen Werfenweng am 4. Juli organisierte die Feuerwehr eine nächtliche Brandwache und griff dafür auf Löschwasser aus einer Beschneiungsanlage zurück.
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Hitzewelle verschärft die Lage
Die Brandgefahr wird durch extreme Temperaturen zusätzlich angeheizt. In Stuttgart führte die Hitzewelle am Abend des 4. Juli zur Ausrufung einer Außergewöhnlichen Einsatzlage (AEL). Die Feuerwehr verzeichnete eine Verdopplung der Einsatzzahlen – allein 25 Vegetationsbrände im Stadtgebiet.
Experten raten daher: Bei extremer Hitze müssen Gefährdungsbeurteilungen für Heißarbeiten angepasst werden. Die konsequente Präsenz von Brandwachen kann Zwischenfälle wie in Stuttgart verhindern.
