CSRD-Reform, Berichtspflicht

CSRD-Reform: Berichtspflicht sinkt um 92 Prozent für KMU

22.06.2026 - 18:03:19 | boerse-global.de

Die EU reduziert die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen drastisch. Banken fordern nun klare Regeln für den freiwilligen KMU-Standard.

EU entlastet Firmen: CSRD-Berichtspflicht sinkt um 92 Prozent
CSRD-Reform - Eine abstrakte Darstellung von Datenflüssen und Vernetzung, die Nachhaltigkeitsberichterstattung und Finanzdaten symbolisiert. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Omnibus-Überarbeitung der CSRD-Richtlinie senkt die Zahl der berichtspflichtigen Firmen um 92 Prozent. Damit rücken freiwillige Standards für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in den Fokus.

Banken drängen auf schnelle Regeln für KMU

Der Bankenverband fordert eine zügige Finalisierung des Freiwilligen Standards (VS) für KMU. Die Kreditwirtschaft brauche praxistaugliche Richtlinien und eine verlässliche Datenbasis, um nachhaltige Transformationen finanzieren zu können. Zudem verlangen die Branchenvertreter eine Anschlussfähigkeit an internationale Vorgaben des ISSB.

Anzeige: Die EU senkt die CSRD-Berichtspflicht um 92 Prozent – doch viele KMU sind unsicher, ob sie betroffen sind. Mit dem kostenlosen Entlastungs-Check sehen Sie in wenigen Minuten, ob Ihr Unternehmen unter die neuen Schwellenwerte fällt und wie Sie den freiwilligen VS-Standard nutzen. Entlastungs-Check per E-Mail anfordern

Eine aktuelle Studie des German Institute of Development and Sustainability (IDOS) zeigt parallel dazu Handlungsbedarf im Lebensmitteleinzelhandel. Große Handelsketten nutzen ihre Schlüsselposition zwischen Lieferketten und Konsumenten noch nicht vollständig für Nachhaltigkeitsziele. Während Lidl und Aldi Süd bei Umweltthemen punkten, führen Edeka und Rewe bei regionaler Beschaffung. Die Autoren fordern harmonisierte Berichtspflichten für mehr Transparenz. Die Studienergebnisse werden am 23. und 24. Juni auf einer virtuellen Fachkonferenz diskutiert.

Großunternehmen treiben Umsetzung voran

Trotz der Erleichterungen arbeiten große Firmen weiter an der Umsetzung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Ein Bericht von BL Évolution zeigt: Bereits 22 Prozent der im französischen Leitindex SBF 120 gelisteten Unternehmen haben eine Analyse der doppelten Wesentlichkeit veröffentlicht.

Der methodische Aufwand ist beträchtlich. Eine frühere Untersuchung der EU-Beratergruppe Efrag bei 28 Unternehmen ergab: 70 Prozent starteten mit einer wissenschaftsbasierten Analyse der doppelten Wesentlichkeit. Dieser Prozess gilt als zentral für eine rechtskonforme Berichterstattung nach den neuen ESRS-Vorgaben.

Anzeige: Brauchen Sie einen Nachhaltigkeitsbericht oder nicht? Die kostenlose Checkliste zeigt Ihnen die neuen Schwellenwerte und liefert eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur doppelten Wesentlichkeit – ohne externes Personal. Checkliste anfordern

Fachkräftemangel trifft Nachhaltigkeitsbranche

Die steigenden Anforderungen an die Datenqualität verändern den Personalbedarf. Aktuelle Erhebungen aus der Schweiz zeigen für Juni einen anhaltenden Fachkräftemangel in spezialisierten Bereichen. Neben IT- und Energieexperten suchen Firmen verstärkt ESG-Analysten und Spezialisten für CO2-Bilanzierung. Viele Betriebe setzen auf internes Upskilling oder Rekrutierungen im Ausland.

Auch der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) passt sich an. In seiner 19. Ausgabe bewertet der Wettbewerb Unternehmen künftig in drei Größenklassen – direkt angelehnt an den European Sustainability Award. Die Sieger werden als nationale Vertreter für 2027 nominiert. Die Verleihung findet am 3. Dezember 2026 in Düsseldorf statt.

de | wirtschaft | 69604545 |