Die EuropĂ€ische Kommission schĂ€tzt die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen geplanter Gesetze offenbar nur selten ab und missachtet damit ihre eigenen Regeln.Im vergangenen Jahr brachte die BrĂŒsseler Behörde 123 Richtlinien und Verordnungen auf den Weg und nahm mehr als 1.000 technische Rechtsakte an - erstellte aber nur 25 sogenannte "Impact Assessments", wie eine bisher unveröffentlichte Untersuchung des Wirtschaftsverbands Gesamtmetall zeigt, ĂŒber die die "Welt am Sonntag" berichtet."FolgenabschĂ€tzungen von geplanten Gesetzen sind gerade in der EU nötig und sinnvoll, denn es sind ja 27 verschiedene Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten betroffen", sagte Oliver Zander, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer von Gesamtmetall.
EU - GebÀude der EU-Kommission (Archiv) 06.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Oft wĂŒrden auch grenzĂŒberschreitende oder den gesamten Binnenmarkt betreffende Regelungen erlassen. "Deshalb ist der laxe Umgang mit den FolgenabschĂ€tzungen auf EU-Ebene verwunderlich, falsch und gefĂ€hrlich", so Zander.
BrĂŒsseler Beamte verteidigten das Vorgehen. Die Zahl von 25 FolgenabschĂ€tzungen solle nicht mechanisch mit der Zahl aller Rechtsakte der Kommission verglichen werden, sagte ein Sprecher der Behörde. Denn die groĂe Mehrheit der Vorschriften regele bloĂ technische Details und verursache keine Belastungen. VollstĂ€ndige FolgenabschĂ€tzungen seien hier unnötig. Sie wĂŒrden dort erstellt, wo politische Entscheidungen zu treffen seien und mit erheblichen wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Auswirkungen zu rechnen sei.
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