Erste Hilfe: 69.000 Schüler im ersten Quartal 2026 geschult
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 19:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivilschutz (BABZ) will ihr Seminarangebot bis 2029 von 170 auf 700 Kurse vervierfachen. Der Bedarf steigt rasant: 2025 nahmen 3.656 Personen an Schulungen teil, 2024 waren es 2.329, 2022 lediglich 1.845.
Pflichtstandards nach Ahrtal-Katastrophe
Auslöser der Offensive ist unter anderem die Aufarbeitung der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Der Bund definiert nun verpflichtende Standards für Krisenstäbe. Der Grünen-Abgeordnete Leon Eckert fordert zusätzlich Pflicht-Schulungen für alle Beteiligten. „Nur mit einheitlicher Qualität können wir in Krisenlagen effektiv reagieren“, so die Botschaft.
69.000 Schüler in nur drei Monaten geschult
Die Ausbildung der nächsten Generation läuft auf Hochtouren. Im ersten Quartal 2026 absolvierten 69.008 Schüler kostenfreie Kurse in Erster Hilfe mit Selbstschutzinhalten. Fünf Hilfsorganisationen führen die Schulungen durch.
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Doch Eckert sieht Nachbesserungsbedarf. Die Maßnahmen reichten nicht aus, kritisiert er. Besonders die starke Fokussierung auf Technik statt auf allgemeine Krisenfähigkeit stört ihn. Auch die Förderung des Ehrenamts bleibe auf der Strecke. Seine Forderung: Betriebe stärker in die Ausbildungskonzepte einbinden.
NRW rüstet Schulen mit 15.000 Reanimationspuppen aus
Nordrhein-Westfalen geht in die Praxisoffensive. Das Schulministerium beschafft rund 15.000 Reanimationspuppen für etwa 2.100 Schulen. 4.000 Vorbestellungen liegen bereits vor. 737 Schulen haben bislang noch gar keine Übungsmodelle.
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Hintergrund: Ein verpflichtender Wiederbelebungs-Unterricht für die Klassen 7 bis 9. In 90 Minuten lernen Schüler die Grundlagen der Lebensrettung. Schulministerin Feller setzt auf die einfache Formel „Prüfen – Rufen – Drücken“. Das soll Hemmschwellen abbauen.
Die Botschaft der aktuellen Entwicklungen ist klar: Erste Hilfe und Krisenmanagement werden zur strategischen Staatsaufgabe. Die Verzahnung von Schule, professionellen Standards und der geforderten Betriebseinbindung zeichnet den Weg zu einer umfassenderen Sicherheitsarchitektur vor.
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