FachkrÀftemangel: Sieben Millionen ArbeitskrÀfte fehlen bis 2035
05.07.2026 - 19:35:04 | boerse-global.de
Bis 2035 könnten rund sieben Millionen ArbeitskrĂ€fte fehlen, prognostiziert das Institut fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der wirtschaftliche Schaden ist bereits heute messbar: 49 Milliarden Euro entgangenes Produktionspotenzial im Jahr 2024, so das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Bis 2027 könnte diese Summe auf 74 Milliarden Euro steigen.
Die Bundesregierung verteidigte Anfang Juli ihre arbeitsmarktpolitischen Instrumente. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage wurde bekannt: Die Initiative Bildungsketten soll ab 2027 in eine dritte Phase verlĂ€ngert werden. Zudem verweist die Regierung auf die Ausbildungsgarantie mit umfassenden Beratungs- und UnterstĂŒtzungsangeboten fĂŒr Jugendliche.
Internationale Partnerschaften als Lösung
Deutsche BundeslĂ€nder setzen zunehmend auf Kooperationen mit Zentralasien. Eine Delegation aus Mecklenburg-Vorpommern unter Leitung von WirtschaftsstaatssekretĂ€r Jochen Schulte unterzeichnete in den ersten Julitagen eine AbsichtserklĂ€rung mit der usbekischen Agentur fĂŒr Arbeitsmigration. Ziel: eine engere Zusammenarbeit bei der beruflichen Ausbildung und gezielte Vorbereitung auf den deutschen Arbeitsmarkt â inklusive sprachlicher Qualifizierung.
Auch im asiatischen Raum tut sich etwas. Am 3. Juli vereinbarten das Vietnam-Japan Cultural and Education Cooperation Promotion Center (VJCE) und eine japanische Sprachschule in Tokio eine Kooperation zur Ausbildung hochqualifizierter FachkrÀfte und zum akademischen Austausch.
Wenn Unternehmen auf den Campus kommen
Ein vielversprechendes Modell fĂŒr die Verzahnung von Theorie und Praxis entsteht in Thailand. An der Nguyen UniversitĂ€t wurde am 4. Juli ein Ăkosystem aus Staat, UniversitĂ€t und Unternehmen vorgestellt. HerzstĂŒck: ein 2.500 Quadratmeter groĂer Kooperationsraum auf dem Campus. Tech-Konzerne wie Samsung, Foxconn, Viettel und VinFast nutzen ihn fĂŒr die direkte Ausbildung.
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Die Zahlen sprechen fĂŒr sich: Samsung qualifizierte ĂŒber seinen Innovation Campus bereits knapp 400 Studierende in KI, Big Data und Halbleitertechnik. Foxconn rekrutierte 200 NachwuchskrĂ€fte direkt von der UniversitĂ€t. Am 5. Juli unterzeichnete die Uni zudem eine Vereinbarung mit ADC Vietnam â Ziel: zwischen 2026 und 2031 gezielt Humanressourcen in Robotik und MINT-FĂ€chern aufzubauen.
KI verÀndert die Spielregeln
Der Aufstieg der KĂŒnstlichen Intelligenz zwingt Tech-Konzerne zum Umdenken. SAP reduziert Neueinstellungen auĂerhalb von KI-Kernrollen und Dienstreisen, um in Cloud-KapazitĂ€ten und KI-Spezialisten zu investieren. Amazon und Adobe verfolgen Ă€hnliche Strategien.
Gleichzeitig entstehen neue Ausbildungsmodelle. Achieve Partners setzt auf das âEarn-and-learnâ-Prinzip: Auszubildende arbeiten direkt in KI-Projekten, um die TalentlĂŒcke zu schlieĂen. Und trotz aller Digitalisierung: Der âAI Jobs Report 2026â von Autodesk zeigt, dass 66 Prozent der 14- bis 23-JĂ€hrigen Berufe suchen, in denen sie physische Produkte herstellen können. Die Zahl der KI-bezogenen Stellen im Design- und Fertigungsbereich stieg dennoch um 32 Prozent.
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Erfolgsmeldungen gibt es auch aus der Praxis: Das Schweizer Unternehmen mobilezone vermeldete im Sommer 2026, dass alle 44 Lernenden ihre PrĂŒfungen bestanden haben. Ăber die HĂ€lfte wurde direkt ĂŒbernommen. FĂŒr das kommende Ausbildungsjahr plant das Unternehmen 46 neue Stellen.
