Geschäftsführer-Haftung: EU AI Act schärft Compliance ab sofort
03.07.2026 - 21:36:41 | boerse-global.de
Grund sind verschärfte Regeln durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die europäische CS3D-Richtlinie. Geschäftsführer haften zunehmend persönlich für Verstöße.
Digitale Background-Checks für Lieferanten
Validato bietet eine modernisierte Plattform für sogenannte Background Checks an. Die Prüfungen umfassen den Abgleich mit internationalen Sanktionslisten von EU, UN und OFAC. Hinzu kommen Strafregister- und Bonitätsprüfungen.
Ein Kernstück ist das Adverse Media Screening. Dabei analysiert die Software öffentlich zugängliche Medienberichte auf negative Informationen. Auch OSINT-Recherchen (Open Source Intelligence) und Identitätsprüfungen gehören zum Angebot. Ziel: Interessenkonflikte frühzeitig erkennen.
Das System unterstützt das Screening gemäß ISO 27001. Der Anbieter verzichtet auf Set-up-Gebühren und Mindestabnahmemengen. So sollen Unternehmen jeder Größe Zugang bekommen.
Sicherheit in SAP-Zahlungsprozessen
Parallel zu den allgemeinen Checks gewinnen spezialisierte Lösungen für den Zahlungsverkehr an Bedeutung. Die Unternehmen euro-V und alseda Consulting haben eine Kooperation gestartet. Ihre Lösung alseda PreVOP validiert Bankverbindungen bereits vor der Ausführung von Zahlungen.
Die Überprüfung von Geschäftspartnern gegen internationale Sanktionslisten ist für exportierende Unternehmen heute eine rechtliche Pflichtaufgabe. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die 4 zentralen Prüfpflichten der Exportkontrolle rechtssicher in Ihren Betriebsalltag integrieren. Endlich Klarheit bei Sanktionslisten und Embargos – mit dieser kostenlosen Checkliste
Ziel: Fehlüberweisungen sowie Schäden durch Payment Fraud und Phishing verhindern. Die Anwendung wird direkt in bestehende Procure-to-Pay- und Treasury-Strukturen integriert.
Haftungsdruck wächst rasant
Der rechtliche Rahmen hat sich Anfang Juli weiter verschärft. Mit dem Inkrafttreten des EU AI Acts haften Geschäftsführer nun persönlich für KI-Risikomanagement-Vorgaben. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Auch die IT-Sicherheit ist Chefsache. NIS-2-Richtlinie, Aktiengesetz und GmbH-Gesetz machen Cyber-Sicherheit zur Führungsaufgabe.
Der Handlungsbedarf ist real. Das Bundeskriminalamt verzeichnete bei digitalen Dokumentenfälschungen zwischen 2022 und 2024 eine mehr als verdreifachte Zahl an Betrugsversuchen. Rund 84 Prozent der Cyberangriffe nutzen bekannte Schwachstellen aus. Ein Ransomware-Angriff auf ein mittelständisches Unternehmen mit 200 Mitarbeitern kann Schäden von 1,2 Millionen Euro verursachen.
Die neue EU-KI-Verordnung stellt Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der Risikodokumentation und Kennzeichnungspflicht. Sichern Sie sich diesen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen des AI Acts, um rechtlich auf der sicheren Seite zu stehen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen und Pflichten kompakt erklärt
Ruf nach Bürokratie-Entlastung
Während die Anforderungen steigen, mehren sich die Forderungen nach Entlastung. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) nahm Anfang Juli Stellung zum ersten Omnibus-Vereinfachungspaket der EU. Ziel: Handwerksbetriebe von Berichtspflichten befreien.
Ein freiwilliger Berichtsstandard für Nachhaltigkeit soll die Anzahl der Anfragen in der Lieferkette auf ein Minimum begrenzen. Der ZDH fordert eine breite Anerkennung dieser Standards im gesamten Geschäftsleben – und eine Anpassung der Bankenregulierung.
