Hitzewelle ab 7. Juli: Arbeitgeber müssen ab 26 Grad handeln
05.07.2026 - 17:39:54 | boerse-global.de
Ab dem 7. Juli droht eine neue Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 60 Prozent. Unternehmen und Rettungskräfte bereiten sich vor – und kämpfen mit verschärften Regeln.
Nach der extremen Hitze Ende Juni mit 40 Grad in Köln und rund 120 Todesfällen allein dort rückt der Arbeitsschutz in den Fokus. Die Rechnung der vergangenen Welle war brutal: hunderte Rettungseinsätze, Notfallversorgungszentren in Messehallen.
Was Arbeitgeber jetzt beachten müssen
Die gesetzlichen Pflichten sind klar. Ab 26 Grad Raumtemperatur sollten erste Maßnahmen greifen. Bei über 30 Grad sind zusätzliche Schutzvorkehrungen Pflicht: Getränke bereitstellen, Bekleidungsvorschriften lockern. Ab 35 Grad gelten Arbeitsräume ohne Gegenmaßnahmen als ungeeignet.
Ein automatisches Recht auf hitzefrei gibt es nicht. Im Freien müssen Betriebe für Schatten, Sonnenschutz und angepasste Pausenzeiten sorgen. Die Regeln gelten für Festangestellte und Minijobber gleichermaßen.
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Rettungsdienste kritisieren die mangelnde Vorbereitung der Infrastruktur. Fehlende Klimatisierung in öffentlichen Gebäuden, Krankenhäusern und Rettungswachen sei das Hauptproblem. Aus dem Saarland werden Hitzetote im unteren zweistelligen Bereich gemeldet. Politiker fordern dort, Hitzeschutz so verbindlich zu machen wie Brandschutz.
Neue Attestpflicht ab 2027 – Kritik von allen Seiten
Mitten in der Hitzekrise hat der Koalitionsausschuss am 2. Juli ein Reformpaket beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 gilt eine generelle Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Die telefonische Krankschreibung wird gestrichen.
Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung warnen: Die Verpflichtung zum Praxisbesuch könne Ansteckungen fördern und die Fehltage insgesamt erhöhen. Krankenkassenvertreter befürchten Chaos in den Praxen – die telefonische Krankschreibung machte bisher nur einen geringen Anteil aller Meldungen aus.
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Eine YouGov-Umfrage zeigt: 59 Prozent der Bevölkerung lehnen die Attestpflicht ab dem ersten Tag ab.
Erschöpfte Belegschaften – und Gebäude, die nicht mitspielen
Der DGB-Index für 2022 bis 2026 zeigt eine wachsende Erschöpfung. Rund 40 Prozent der Arbeitnehmer zweifeln daran, bis zur Rente durchzuhalten. Besonders betroffen: Sanitär (72 Prozent) sowie Kranken- und Altenpflege.
Der Immobiliensektor steht zusätzlich unter Druck. Viele Gebäude sind nicht auf die Klimaerwärmung vorbereitet. Im Mietrecht gibt es keine gesetzliche Obergrenze für die Innentemperatur von Wohnungen. Experten fordern intelligente Sensorik, Flächenkühlung und baulichen Hitzeschutz – sonst drohen Wertverlust und Leerstand.
