Standort Ludwigshafen zentral fĂŒr Zukunft von BASF
30.04.2026 - 16:48:03 | dpa.deDer weltgröĂte Chemiekonzern BASF investiert Milliardensummen in den Erhalt und die Entwicklung seines schwĂ€chelnden Stammwerks Ludwigshafen. Der gröĂte Standort des Dax-Konzerns sei die Wiege von BASF und zentral fĂŒr die Zukunft des Konzerns, sagte Vorstandschef Markus Kamieth auf der Hauptversammlung in Mannheim. «Deshalb ist es so wichtig, dass uns die VerĂ€nderung hier gelingt.»
Fortlaufend wĂŒrden mindestens 1,5 Milliarden Euro jĂ€hrlich in den Erhalt und auch neue Anlagen in Ludwigshafen investiert, erklĂ€rte der Manager. An dem Standort werde es dennoch weitere Einschnitte in allen Bereichen geben. Bestimmte Dienstleistungen etwa bei Personal, Finanzen und Digitalisierung wĂŒrden kĂŒnftig verstĂ€rkt aus Indien kommen.
Sparprogramm und Stellenabbau
BASF kĂ€mpft mit einer zu geringen Auslastung am Stammwerk Ludwigshafen. Der Dax-Konzern hat deshalb mehrere Sparprogramme aufgelegt, inklusive umfangreichem Stellenabbau. Rund 2.800 Stellen sind nach Angaben des Vorstands bei der BASF SE in Ludwigshafen seit Anfang 2024 weggefallen. «FĂŒr unsere Mannschaft in Ludwigshafen ist das keine einfache Zeit», sagte Kamiteh zu den VerĂ€nderungen fĂŒr mehr WettbewerbsfĂ€higkeit. «Ich weiĂ, dass die Schlagzahl sehr hoch ist.»Â
Nach den ersten Monaten des laufenden Jahres gab es bei dem Chemiekonzern weltweit 106.428 BeschĂ€ftigte und damit rund 5.000 weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Im Stammwerk arbeitet mit etwa 33.000 Menschen etwa ein Drittel der weltweiten BeschĂ€ftigten.Â
Keine Produktionsverlagerung nach China
Der Vorstandschef versicherte, die milliardenschweren Investitionen in China in den Verbundstandort Zhanjiang gingen nicht zulasten der heimischen Standorte. Produktion wandere nicht aus Deutschland nach China ab. «Wir produzieren in China fĂŒr China, nicht fĂŒr den Export nach Europa», erklĂ€rte der Manager. «Wenn wir Anlagen in Deutschland schlieĂen, dann hat es vor allem mit der Marktentwicklung und WettbewerbsfĂ€higkeit in Europa zu tun.»
BASF habe in China zuletzt einen Umsatz von rund acht Milliarden Euro erzielt. In den USA sei es fast das Doppelte, in Europa etwa das Dreifache. Perspektivisch soll das ChinageschĂ€ft Ă€hnlich groĂ werden wie unser USA-GeschĂ€ft, kĂŒndigte der Vorsitzende an. «Aber auch das ist keine AbhĂ€ngigkeit von einem einzelnen Markt, sondern entspricht der RealitĂ€t in unserer Branche.» China stehe fĂŒr rund die HĂ€lfte des globalen Chemiemarkts.
Verkauf von Tausenden Werkswohnungen
Vorstandsmitglied Katja Scharpwinkel verteidigte den geplanten Verkauf von Tausenden Werkswohnungen der BASF-Tochter Wohnen und Bauen. Der Chemiekonzern wolle sich in seiner wirtschaftlichen Situation auf das KerngeschÀft konzentrieren. Es handele sich um einen hochwertigen Wohnungsbestand, dessen Verkauf einen erheblichen Beitrag zur StÀrkung der BASF-Bilanz leisten könne.
Scharpwinkel versicherte, die bestehenden MietverhĂ€ltnisse wĂŒrden bestehen blieben. Es geht um 1.100 Eigentumswohnungen, die an verschiedene einzelne KĂ€ufer verkauft werden sollen, sowie 3.300 Wohnungen, die als Gesamtpaket an einen Kaufinteressenten gehen werden.
Mehr Gewinn im ersten Quartal
Im ersten Quartal wurde ein Konzernumsatz von 16 Milliarden Euro erzielt, was einem RĂŒckgang zum Vorjahr um drei Prozent entspricht. Unter dem Strich stieg der auf die AktionĂ€re entfallende Gewinn um knapp 15 Prozent auf 927 Millionen Euro.Â
AktionĂ€rsschĂŒtzer forderten das Management auf, nicht nur den neuen Standort China hochzufahren, sondern auch Europa als zukunftsfĂ€higen Heimathafen zu sichern. Auf der Hauptversammlung wurde eine Dividende fĂŒr die Anteileigner von unverĂ€ndert 2,25 Euro je Aktie beschlossen.
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