Sicherheitsfachkräfte: Boom trotz 341.500 abgebauter Stellen
05.07.2026 - 13:42:47 | boerse-global.de
500 Arbeitsplätze abgebaut hat, boomen Stellen für Sicherheitsfachkräfte. Besonders Logistik, erneuerbare Energien und Hochvolt-Technologie suchen händeringend nach HSE-Spezialisten (Health, Safety and Environment).
Logistik und Energiewende treiben Nachfrage
Die Industriekrise traf vor allem die Autoindustrie (minus 125.800 Stellen seit 2019) und die Textilbranche (minus 22 Prozent). Doch der Fachkräftemangel im Sicherheitsbereich zeigt sich davon unbeeindruckt.
Ein großer Online-Versandhändler suchte Anfang Juli in Achim verstärkt nach Fachkräften für Arbeitssicherheit und WHS-Spezialisten (Workplace Health and Safety). Auch die Windkraft-Branche stellt ein: Spezialisierte Personalvermittler schrieben im Frühsommer Positionen für HSE-Experten aus. Die Gehaltsspanne liegt zwischen 60.000 und 75.000 Euro pro Jahr, inklusive Dienstwagen und bis zu 35 Urlaubstagen.
Hochvolt-Technik erfordert neue Sicherheitskonzepte
Die technische Komplexität industrieller Anlagen steigt – und damit die Anforderungen an Sicherheitsexperten. Liebherr baut etwa eine neue Prüfhalle für batterieelektrische Mining-Trucks. Die Antriebsstränge liefern 2 Megawatt bei 3.500 Volt. Solche Systeme brauchen hochspezialisierte Sicherheitskonzepte und präzise thermische Validierung.
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Doch nicht nur die physische Sicherheit wird komplexer. Im Mai veröffentlichten die FieldComm Group und die OPC Foundation ein Whitepaper zur Risikobewertung industrieller Kommunikationsprotokolle wie PROFINET oder IO-Link. Die Botschaft: Modernes HSE-Management muss zunehmend IT-Sicherheit und technisches Risikomanagement verbinden.
Tragische Unfälle unterstreichen den Handlungsdruck
Wie wichtig wirksame Sicherheitsmanagementsysteme sind, zeigt ein schwerer Arbeitsunfall am 4. Juli in Enger. Ein Unternehmer wurde dort von einem Minibagger tödlich verletzt. Solche Vorfälle machen deutlich: Die lückenlose Überwachung von Sicherheitsvorschriften bleibt essenziell.
Arbeitgeber fordern daher zunehmend international anerkannte Qualifikationen wie NEBOSH oder Zertifizierungen nach ISO 45001 (Arbeitsschutzmanagement) und ISO 50001 (Energiemanagement).
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Neue Rekrutierungswege aus Zentralasien
Um den Fachkräftebedarf zu decken, gehen staatliche Akteure neue Wege. Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnete Anfang Juli eine Absichtserklärung mit einer usbekischen Agentur für Arbeitsmigration. Ziel: gezielte Ausbildungs- und Beschäftigungswege für Fachkräfte aus Zentralasien, mit fairen Arbeitsbedingungen und Sprachbildung.
Auch vor Ort wird unterstützt. Das Jobcenter im Kreis Gütersloh bietet im Juli und Oktober spezielle Sprechstunden an. Betriebe erhalten Hilfe bei der Personalgewinnung und der Identifikation von Arbeitskräftebedarfen. Die Botschaft ist klar: Der Sicherheitsbereich bleibt ein krisenfester Jobmotor.
