Steuerreform, Grundfreibetrag

Steuerreform 2027: Grundfreibetrag und Kindergeld steigen um Milliarden

05.07.2026 - 18:43:16 | boerse-global.de

Die Koalition beschließt eine befristete Tankrabatt-VerlĂ€ngerung und plant umfassende Steuerreformen ab 2027.

Bundesregierung plant 17 Cent Mineralölsteuer-Senkung fĂŒr zwei Monate
Steuerreform - HĂ€nde halten Zapfpistolen und Kreditkarten an einer Tankstelle, symbolisieren Kraftstoffkosten und Steuerentlastungen. 05.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das Entlastungsvolumen liegt bei rund 1,6 Milliarden Euro. Gegenfinanziert werden soll die Maßnahme durch eine höhere Tabaksteuer. ZusĂ€tzlich ist eine steuerfreie PrĂ€mie von 1.000 Euro fĂŒr Arbeitnehmer geplant.

Handwerk fordert dauerhafte Stromsteuer-Senkung

Branchenvertreter drÀngen auf weitergehende Schritte. Sie fordern eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer auf das EU-weit zulÀssige Minimum. Nur so lasse sich die WettbewerbsfÀhigkeit langfristig sichern.

Tankrabatt: Wie viel kam wirklich an?

Der am 30. Juni ausgelaufene Tankrabatt dient als Maßstab fĂŒr die Debatte. Schon am 1. Juli stiegen die Preise: Der AvD meldete 2,04 Euro fĂŒr Diesel und 2,14 Euro fĂŒr Super-Benzin. Das ifo-Institut hatte zuvor festgestellt, dass der Rabatt wĂ€hrend seiner Laufzeit weitgehend, aber nicht vollstĂ€ndig an die Autofahrer weitergegeben wurde.

Die Verbraucher sind gespalten. In einer Leserdebatte empfand ein Drittel den Rabatt als notwendige Erleichterung. Andere kritisierten, dass vor allem Mineralölkonzerne profitiert hĂ€tten. Das BĂŒndnis sozialvertrĂ€gliche MobilitĂ€tswende fordert stattdessen ein MobilitĂ€tsgeld, das gezielt bedĂŒrftige Haushalte unterstĂŒtzt – unabhĂ€ngig vom Verkehrsmittel.

Steuerreform ab 2027: Wer profitiert?

Ab dem 1. Januar 2027 plant die Regierung unter Kanzler Merz eine umfassende Reform der Einkommensteuer. Der Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag und der Arbeitnehmerpauschbetrag sollen steigen. Bis 2028 ist zudem eine Erhöhung des Kindergeldes auf 272 Euro vorgesehen. Das jÀhrliche Entlastungsvolumen: rund 10 Milliarden Euro.

Doch die Kritik lĂ€sst nicht lange auf sich warten. Die Linke und SozialverbĂ€nde weisen darauf hin, dass rund 4,58 Millionen SteuerfĂ€lle keine Lohnsteuer zahlen – und somit von den Senkungen gar nicht profitieren. Auch die kalte Progression werde nicht vollstĂ€ndig ausgeglichen.

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Familien mit zwei Kindern und mittleren Einkommen könnten um bis zu 678 Euro pro Jahr entlastet werden. FĂŒr Singles und Geringverdiener fallen die Effekte geringer aus. Gleichzeitig plant die Regierung eine VerschĂ€rfung der Reichensteuer auf 47 Prozent – ab einem Einkommen von 280.000 Euro.

Blick nach Österreich: Steuersenkung verpufft

Ein Vergleich mit dem Nachbarland zeigt die TĂŒcken von Steuerentlastungen. Österreich senkte zum 1. Juli die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel auf 4,9 Prozent. Doch ein Preisvergleich zwischen Aldi SĂŒd und der österreichischen Tochter Hofer ergab: Der Einkauf in Deutschland bleibt trotz höherer SteuersĂ€tze oft gĂŒnstiger. Der sogenannte Österreich-Aufschlag der HĂ€ndler wurde nur geringfĂŒgig kompensiert. Die Ersparnis fĂŒr die Haushalte liegt bei schĂ€tzungsweise 100 Euro pro Jahr.

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LĂ€nder fordern Ausgleich fĂŒr SteuerausfĂ€lle

Die deutschen BundeslĂ€nder verlangen einen finanziellen Ausgleich fĂŒr die EinnahmeausfĂ€lle durch die geplanten Einkommensteuerreformen. Da LĂ€nder und Kommunen zusammen mehr als die HĂ€lfte der Einkommensteuer erhalten, belasten die Reformen deren Haushalte erheblich. Der Bund signalisierte bisher lediglich Bereitschaft zur Kompensation fĂŒr AusfĂ€lle, die ĂŒber die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehen.

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