ROUNDUP, Trump

Trump und Selenskyj treffen sich in Rom zu Ukraine-GesprÀch

26.04.2025 - 13:51:33

US-PrĂ€sident Donald Trump und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj sind in Rom am Rande der Trauerfeier fĂŒr Papst Franziskus zu einem GesprĂ€ch zusammengekommen.

Das Weiße Haus bezeichnete das Treffen als "sehr produktiv", weitere Details wolle man spĂ€ter bekanntgeben. Es war das erste Treffen der beiden StaatsmĂ€nner nach einem Eklat im Weißen Haus Ende Februar.

Trump will den russischen Angriffskrieg in der Ukraine beenden und dabei Selenskyj ZugestÀndnisse abringen. Einen Verzicht etwa auf die von Russland schon 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim oder andere von Moskau einverleibte Gebiete im Osten der Ukraine hatte Selenskyj bisher kategorisch abgelehnt.

Ende Februar war es bei einem GesprĂ€ch von Trump, US-VizeprĂ€sident JD Vance und Selenskyj zu einem Eklat im Weißen Haus gekommen. Dabei platzte auch ein Abkommen ĂŒber den Zugriff der USA auf ukrainische Rohstoffe, darunter die weltweit begehrten seltenen Erden. Beide Seiten hatten zuletzt in einem Memorandum angekĂŒndigt, noch diese Woche einen Rohstoff-Deal zu unterzeichnen.

Trump sieht Einigung in "meisten wichtigen Punkten"

Laut Trump stehen die Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine nach GesprĂ€chen auch seines Sondergesandten Steve Witkoff in Moskau am Freitag kurz vor einem Ergebnis. Russland war bei der Trauerfeier in Rom nur mit Kulturministerin Olga Ljubimowa vertreten. Die FĂŒhrung in Moskau spricht zwar von Fortschritten bei den Verhandlungen mit Washington, verweist aber darauf, dass noch Detailfragen fĂŒr eine Beendigung des Krieges zu klĂ€ren seien.

Moskau hatte sich nach den GesprĂ€chen mit Witkoff erneut offen gezeigt fĂŒr direkte Verhandlungen mit der Ukraine - wie zu Beginn des russischen Angriffskrieges 2022. Dazu verlangte Kremlchef Wladimir Putin bisher aber stets, dass Selenskyj sein Dekret, das solche Verhandlungen verbietet, zurĂŒckzieht.

Bericht spekuliert ĂŒber Gebietsabtretungen

Selenskyj hatte in seiner abendlichen Videobotschaft am Freitag nicht nĂ€her benannte Treffen angekĂŒndigt, die zu einer Waffenruhe fĂŒhren sollen. Einem Medienbericht zufolge arbeitete Kiew einen Gegenvorschlag zu den US-PlĂ€nen fĂŒr eine Beendigung des russischen Angriffskrieges aus, der Raum fĂŒr mögliche Kompromisse lĂ€sst. So werde in dem Plan, der der "New York Times" vorliegt, etwa nicht erwĂ€hnt, dass die Ukraine das gesamte von Russland einverleibte Territorium vollstĂ€ndig zurĂŒckerhĂ€lt.

Auch wird laut der Zeitung nicht auf einen Nato-Beitritt der Ukraine bestanden. Dies sind zwei Punkte, die bisher von ukrainischer Seite als nicht verhandelbar galten. FĂŒr Russland hingegen sind der Verzicht auf einen ukrainischen Nato-Beitritt und die Gebietsabtretungen durch Kiew zentrale Kriegsziele.

Trump hatte in einem Interview mit dem "Time Magazine" gesagt: "Die Krim wird bei Russland bleiben". Selenskyj will sich damit nicht abfinden. Er gestand zwar ein: "Die Ukraine hat nicht genĂŒgend Waffen, um mit Waffen die Kontrolle ĂŒber die Halbinsel Krim zurĂŒckzuholen." Doch gebe es Möglichkeiten, dies mittels Sanktionen sowie ökonomischem und diplomatischem Druck zu erreichen.

Selenskyj drÀngt weiter auf Sicherheitsgarantien der USA

Selenskyj erwartet trotz mehrerer gegenteiliger Äußerungen aus Washington weiter US-Sicherheitsgarantien fĂŒr sein Land. "Wir wollen unbedingt, dass sie stark sind, mindestens so stark wie die israelischen", erklĂ€rte der Staatschef laut Interfax-Ukraine Journalisten in Kiew vor seiner Abreise nach Rom. Zudem drĂ€ngte er auf die Lieferung weiterer Flugabwehrsysteme des Typs "Patriot" aus US-Produktion.

Weiterhin erwartet Selenskyj eine militĂ€rische PrĂ€senz der europĂ€ischen VerbĂŒndeten. An der "Infrastruktur" der Sicherheitsgarantien werde gearbeitet. "Selbst dort, wo es europĂ€ische Truppen gibt, sprechen wir ĂŒber eine RĂŒckendeckung durch die Vereinigten Staaten von Amerika", hob er hervor. Mit Trump habe er besprochen, dass diese RĂŒckendeckung nicht unbedingt US-Truppen in der Ukraine erfordere. Dabei sei eine Zusammenarbeit der Geheimdienste, Abwehr von Cyberangriffen und Flugabwehr diskutiert worden.

@ dpa.de

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