Volkswagen-Sparkurs, Jobs

Volkswagen-Sparkurs: Bis zu 100.000 Jobs weltweit gefÀhrdet

27.06.2026 - 04:49:40 | boerse-global.de

Volkswagen plant massiven Stellenabbau, wÀhrend Gerichte BetriebsrÀte stÀrken. Der DGB fordert derweil ein neues Rentenkonzept.

VW-Krise und Mitbestimmung: Deutsche Industrie im Umbruch
Volkswagen-Sparkurs - Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaftsmitglieder stehen vor einer Automobilfabrik und demonstrieren fĂŒr Mitbestimmungsrechte. 27.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

WÀhrend Volkswagen einem Bericht zufolge einen radikalen Sparkurs fÀhrt, stÀrken Gerichte gleichzeitig die Rechte von BetriebsrÀten.

Volkswagen: Vier Werke wackeln

Bei Europas grĂ¶ĂŸtem Autobauer zeichnet sich ein tiefer Konflikt ab. Laut Medienberichten vom Juni plant VW den Abbau von bis zu 100.000 ArbeitsplĂ€tzen weltweit. Bisher sind bereits Maßnahmen fĂŒr 37.000 Stellen fixiert.

Vier deutsche Standorte stehen offenbar zur Disposition: Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm. Die Arbeitnehmerseite reagierte scharf. IG Metall und Betriebsrat sprachen in einer gemeinsamen Stellungnahme von „unverantwortlichen Drohungen“ und einem „Angriff auf die Mitbestimmung“.

Christiane Benner, Thorsten Gröger und Daniela Cavallo kĂŒndigten massiven Widerstand an. Auch das Land Niedersachsen positionierte sich gegen mögliche Werksschließungen. Die entscheidende Weichenstellung wird fĂŒr den 9. Juli erwartet – dann tagt der Aufsichtsrat.

Audi: Betriebsrat fordert klare Strategie

Auch bei der VW-Tochter Audi brodelt es. Auf einer Betriebsversammlung am 24. Juni forderte der Betriebsrat eine klare Standortstrategie und neue Investitionszusagen. Die Schließung des Werks in Neckarsulm lehnen die Arbeitnehmervertreter strikt ab.

Personalvorstand Xavier Ros konterte: Die GeschÀftsmodelle der Vergangenheit seien nicht mehr tragfÀhig. Von insgesamt 6.000 geplanten Stellenstreichungen bis 2027 sind bereits 4.500 umgesetzt.

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Trotz der schwierigen Lage prĂ€sentierte Audi auf der Versammlung den Nuvolari – einen neuen Supersportwagen, der die WettbewerbsfĂ€higkeit sichern soll.

Landesarbeitsgericht stÀrkt BetriebsrÀte auslÀndischer Firmen

Parallel zu den industriellen Konflikten gibt es eine wegweisende Entscheidung fĂŒr die Mitbestimmung. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg untersagte einer maltesischen Fluggesellschaft mit Konzernzentrale in Irland die einseitige Änderung von DienstplĂ€nen am Standort Berlin-Brandenburg (BER).

Das Unternehmen hatte versucht, DienstplÀne ohne Zustimmung des Betriebsrats anzupassen und Funktionen ins Ausland zu verlagern. Das Gericht stellte klar: Die internationale ZustÀndigkeit deutscher Gerichte ist gegeben, der Betriebsrat wurde wirksam gewÀhlt.

Bereits am 13. Mai hatte das Bundesarbeitsgericht die BetriebsratsfĂ€higkeit der Organisationseinheit am BER bestĂ€tigt. Die Arbeitnehmervertretung darf ihre Mitbestimmungsrechte nun vollumfĂ€nglich ausĂŒben. Gegen den Eilbeschluss sind keine Rechtsmittel zulĂ€ssig.

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DGB bringt Rentenkonzept ein

Flankierend zu den betrieblichen Auseinandersetzungen legte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am 26. Juni ein neues Rentenkonzept vor. Der Vorschlag sieht vor, das Rentenniveau auf 53 Prozent anzuheben und eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge einzufĂŒhren.

Ziel ist eine Gesamtabsicherung von 70 bis 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens – ohne das Renteneintrittsalter weiter anzuheben. Die Gewerkschaft positioniert sich damit fĂŒr eine stĂ€rkere Absicherung ĂŒber die gesetzliche Rente hinaus.

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