VW-Krise: Bis zu 140.000 Jobs gefĂ€hrdet â Blume unter Druck
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 21:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Betriebsrat hat neun auĂerordentliche Betriebsversammlungen angekĂŒndigt â und Konzernchef Oliver Blume sowie Markenchef Thomas SchĂ€fer mĂŒssen persönlich Rede und Antwort stehen. Die Termine: Ende August an mehreren Standorten.
Ultimatum verstreichen lassen
Die Arbeitnehmervertretung lĂ€dt fĂŒr den 25. bis 31. August 2026 zu den Versammlungen an den gröĂeren Standorten. Blume hatte ein Ultimatum des Betriebsrats verstreichen lassen, wie es heiĂt. Nun wird seine PrĂ€senz eingefordert.
Los geht es am 25. August in Wolfsburg. Einen Tag spÀter spricht der Konzernchef in Emden und Zwickau.
Bis zu 140.000 Jobs auf der Kippe?
Die Zahlen, die der Betriebsrat nennt, sind alarmierend. Bis zu 140.000 ArbeitsplÀtze könnten demnach gefÀhrdet sein. Das setzt sich so zusammen:
- 50.000 bereits beschlossene Streichungen in Deutschland
- 50.000 mögliche KĂŒrzungen im globalen Netz
- 40.000 Jobs durch drohende WerksschlieĂungen nach 2030
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Blume selbst hatte intern ein Szenario skizziert: ZusĂ€tzlich zu den bis 2030 geplanten MaĂnahmen könnten weltweit weitere 50.000 Stellen wegfallen. Die KonzernfĂŒhrung begrĂŒndet das mit Gemeinkosten, die rund 20 Prozent ĂŒber denen der Wettbewerber liegen. Ein VW-Sprecher wollte die konkreten Zahlen nicht kommentieren.
ĂberkapazitĂ€ten und bedrohte Standorte
Der Konzern want die ProduktionskapazitĂ€t bis Ende des Jahrzehnts um eine Million auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr senken. In Europa rechnet man mit einer ĂberkapazitĂ€t von rund 500.000 Einheiten.
Besonders prekĂ€r: FĂŒr die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm gibt es keine wettbewerbsgerechte Belegungsplanung fĂŒr die 2030er Jahre. Das Werk in OsnabrĂŒck könnte ab Sommer 2027 gefĂ€hrdet sein.
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Ein Teil des Standorts könnte fĂŒr externe Investoren geöffnet werden. Das Land Niedersachsen prĂŒft Berichten zufolge eine UnterstĂŒtzung fĂŒr den RĂŒstungskonzern Rafael, der dort Komponenten fĂŒr Verteidigungssysteme fertigen könnte. Bei den Anteilseignern gibt es Vorbehalte â vor allem seitens des Staates Katar.
Personalvorstand seit einem Jahr vakant
Die strukturelle Krise wird durch eine personelle LĂŒcke verschĂ€rft: Der Posten des Personalvorstands ist seit einem Jahr unbesetzt. Ein Versuch, die Managerin Erika Rasch zu installieren, scheiterte im Aufsichtsrat.
Neben Blume und SchÀfer werden auch Finanzvorstand Arno Antlitz und Technikvorstand Thomas Schmall-von Westerholt an den Versammlungen teilnehmen. Antlitz spricht in Hannover, Schmall besucht die Komponentenstandorte.
Der Aufsichtsrat tagt am 3. September. Eine weitere Aufarbeitung der SparplÀne gilt als sicher.
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