10x10-Bizepstraining: 100 Wiederholungen bringen nicht automatisch mehr Muskeln
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas sogenannte 21-15-9-Workout aus dem CrossFit gilt als etabliertes Modell fĂŒr kurze, hochintensive Belastungen. Bei diesem Format werden drei Runden absolviert, bei denen die Wiederholungszahlen pro Ăbung von 21 ĂŒber 15 auf 9 sinken.
Meist werden zwei bis drei Ăbungen miteinander kombiniert. Ein bekanntes Beispiel fĂŒr diesen Aufbau ist die Ăbungsfolge namens Fran, bestehend aus Kniebeugen mit ĂberkopfdrĂŒcken (Thrusters) und KlimmzĂŒgen. Die angestrebte Dauer liegt laut CrossFit bei etwa 10 bis 12 Minuten.
Das Schema lĂ€sst sich auch mit einfachen Ăbungen umsetzen: Eine Variante fĂŒr Einsteiger zu Hause kombiniert Kniebeugen mit LiegestĂŒtzen an erhöhten HĂ€nden. Mit den drei Runden kommen Trainierende auf insgesamt 45 Wiederholungen pro Ăbung, wobei keine festen Pausenzeiten vorgeschrieben sind.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Trainingsformen und Muskelaufbau
Dass kompakte und vielseitige Trainingsreize wirksam sind, stĂŒtzt eine Auswertung des American College of Sports Medicine (ACSM) aus dem Jahr 2026. Die Untersuchung fasst 137 systematische Reviews mit Daten von mehr als 30.000 Teilnehmenden zusammen.
Demnach fördern ganz unterschiedliche Trainingsformen den Muskelaufbau, sofern die Belastung passend gewĂ€hlt wird und das Training regelmĂ€Ăig erfolgt.
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FĂŒr den Muskelaufbau nennt das ACSM als Orientierung etwa 10 TrainingssĂ€tze pro Muskelgruppe und Woche, wobei alle groĂen Muskelgruppen mindestens zweimal wöchentlich beansprucht werden sollten. Als Empfehlung fĂŒr AnfĂ€nger nennt die Krankenkasse AOK alternativ 2 bis 3 SĂ€tze mit jeweils 8 bis 15 Wiederholungen.
Die ACSM-Auswertung verdeutlicht zudem, dass auch Ăbungen mit dem eigenen Körpergewicht, elastische BĂ€nder sowie Workouts zu Hause messbare Effekte auf Kraft, Muskelmasse und körperliche Funktion erzielen. Ein Training bis zum Muskelversagen ist nicht zwingend erforderlich; eine herangezogene Studie belegt nach fĂŒnf Wochen Ă€hnliche ZuwĂ€chse ohne Ausbelastung.
Studienautor Stuart Phillips betonte im Rahmen der Auswertung, dass RegelmĂ€Ăigkeit bedeutsamer sei als ein perfekter Trainingsplan. ErgĂ€nzend empfiehlt die International Society of Sports Nutrition eine tĂ€gliche Proteinzufuhr von etwa 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.
Hohes Volumen bringt nicht zwingend mehr Muskelzuwachs
Neben kurzen Intervallformaten existieren AnsÀtze mit extremen Wiederholungszahlen wie das von Fitnesscoach Cory Gregory laut dem Magazin Men's Health beschriebene 10x10-Bizepstraining.
Bei diesem Konzept werden 10 SÀtze à 10 Bizepscurls mit leichten Kurzhanteln absolviert, was 100 Wiederholungen ergibt. Die Pause betrÀgt lediglich 10 Sekunden, wÀhrend das klassische German Volume Training Pausen von 60 bis 90 Sekunden vorsieht. Ziel dieser Methode ist vor allem ein starker Muskel-Pump.
Dass mehr SĂ€tze nicht automatisch zu besseren Ergebnissen fĂŒhren, zeigte eine sechswöchige Studie der UniversitĂ€t Sydney aus dem Jahr 2017: Der Vergleich von 10 SĂ€tzen Ă 10 Wiederholungen mit einer Kontrollgruppe, die nur 5 SĂ€tze ausfĂŒhrte, ergab kein gröĂeres Muskelwachstum. Bei einigen Messwerten erzielte die Gruppe mit fĂŒnf SĂ€tzen sogar bessere Werte.
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Kurze Belastungssnacks bieten Vorteile im Alltag
Dass sich Trainingseinheiten flexibel ĂŒber den Tag verteilen lassen, bestĂ€tigt auch eine im Journal of Exercise Science & Fitness veröffentlichte Studie chinesischer Forschender der UniversitĂ€t Tongji.
Ăber einen Zeitraum von acht Wochen fĂŒhrten 45 krafttrainingserfahrene MĂ€nner im Alter von 18 bis 25 Jahren dreimal pro Woche 60 Kniebeugen mit steigendem Gewicht durch. Eine Gruppe verteilte das Pensum auf dreimal eine Minute mit je 20 Kniebeugen ĂŒber den Tag, wĂ€hrend eine zweite Gruppe alle 60 Kniebeugen in einer einzigen Einheit ausfĂŒhrte.
Nach acht Wochen verzeichneten beide Gruppen den gleichen Zuwachs an Muskelkraft und isometrischer Ausdauer; die ursprĂŒngliche Annahme der Forschenden, lĂ€ngere Einheiten fĂŒhrten zu mehr Erfolg, bestĂ€tigte sich nicht.
Die Teilnehmer der Kurz-Sessions berichteten ĂŒber mehr Trainingsfreude und empfanden das Programm als leichter handhabbar. Demnach verbessern kurze AktivitĂ€ten im Umfang von einer bis zehn Minuten zudem die Blutzuckerkontrolle, da sie langes Sitzen im Alltag wirksam unterbrechen.
